11 Gründe, warum Veganismus doof ist

Altes Russisches Gefängnis, Tallinn

Vor einer Weile kommentierte ein Leser mit dem vielsagenden Namen „RandomGuy“ unter meinem „Zwei Jahre vegan – 10 Dinge“ – Post einige seiner Gründe, wieso er nach beachtlichen 13 Monaten Pflanzismus leider gar nicht nachvollziehen kann, warum ich/wir ihm immernoch verfallen sind.

Also Leute, ich lebe nun seit 13 Monaten vegan und kann eure sehr positiven Kommentare nicht so recht nachvollziehen. Leider handeln Vegetarier & Veganer oft genauso wie Fleischliebhaber, die alle Argumente ignorieren und nur ihre eigene Lebensweise als gut und richtig ansehen.
Ich schildere anhand eurer Beiträge nun mal wie es bei mir momentan aussieht:
1. Ich werde nicht mehr satt ( Kann soviel essen wie ich will, nach 15 Minuten hab ich wieder Hunger. Heißt ich hab dann nur dieses Völlegefühl und nicht die angenehme Sättigkeit die mir Fleisch bereitet hat)
2. Sojamilch schmeckt mir immer noch nicht besser als Kuhmilch (Klar man gewöhnt sich dran, aber es ist nicht dasselbe. Hab schon andere Sachen probiert aber alle sehr teuer und so lala)
3. Habe nachmittags extremen Heißhunger auf Süßes
4. Tierleid geht mir an die Nieren aber anderseits sehe ich es auch als natürlich an (Nicht die Massenproduktion, sondern das Jagen)
5. Avocado nur bei Sushi (Die Aufstrichpasten hängen mir zum Hals raus)
6. Ja mein Schweiß stinkt nur kurz, aber jeden Tag Duschen muss trotzdem sein
7. Natürlich gibts super leckere Dinge, aber dafür braucht man oft viel Zubehör und Zeit, welche ich und meine Familie nicht haben
8. Interessiere mich jetzt nicht mehr für Ernährung als damals, nur muss ich mich jetzt damit beschäftigen
9. Das vegane Angebot ist immernoch sehr gering und man wird in Restaurants wie ein Alien angeschaut wenn man sagt, dass man auf tierische Produkte verzichtet
10. Am Anfang meiner Umstellung hatte ich auch bekannte Symptome wie mehr Energie und besseren Schlaf, aber jetzt bin ich nie so richtig ausgeschlafen und hab alles in Allem weniger Energie
11. Ja, ich achte auf eine sehr ausgewogene vegane Ernährung und schaue auch auf meine Eisen, Protein, b12- Werte wenn ihr denkt, dass es daran liegt

Die meiste Dinge sind einfach seine Meinung, wenn er es so empfindet, wird ihn ohnehin keiner überzeugen können. Ich ignoriere aber seine Meinung nicht und behaupte auch nicht, dass Veganismus die einzig gute Art und Weise zu leben ist. Hab ich, glaub ich, auch mehr als einmal betont. Mehr Zeit oder Zubehör braucht man eigentlich nur wenn man vorher auch nie gekocht hat, würd ich mal sagen😀 Das einzige „Argument“, das mich wirklich etwas ärgert, ist Nummer 4.: Tierleid sei natürlich, also, das Jagen. Aha. Selbst wenn dem so wäre, bin ich gespannt, wie viele von uns tatsächlich jagen können. So wie es „natürlich“ wäre. Und noch was dazu, recht treffend von der Veganen Gesellschaft Schweiz:

Veganismus ist doch unnatürlich

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

7 Kommentare zu „11 Gründe, warum Veganismus doof ist“

  1. Interessante Sache. Aber zu dem Thema kann man sich glaube ich kaputt diskutieren. Wenn er es doof findet kann er es ja auch lassen;-).

    Wobei man aber sagen muss, dass nicht nur die „fleischfressgier“ Schäden verursacht (siehe massentierhaltung) sondern auch die ganze soja Kiste seine Schattenseiten hat. Egal wie man es dreht. Jede Ernährung hat im Übermaß und in der Übertreibung Schattenseiten. Ein Mittelmaß müsste man finden. Was aber vielen in der heutigen wegwerfgeselkschaft nicht möglich ist.

    Aber jedem das seine. Im Grunde braucht ja jeder das was für ihn das beste ist. Und welche Einstellung man verfolgt:-)

    Liebe grüße

  2. Irgendwie klingt das für mich, als würde es hauptsächllich an mangelnder Kenntnis der zahlreichen Alternativen innerhalb der veganen Ernährung liegen (siehe z.B. Milchersatz und Streichpasten, da gib’ts doch sooo viele Arten/Sorten). Hat er keine Bekannten, die auch Veganer sind? In allen größeren Städten wird man doch leicht einige Veganer-Kreise/Stimmtische/Gruppen o.ä. finden (ggf. über Facebook) und diese Leute sind meiner Erfahrung nach oft sehr hilfsbereit, wenn es um das Teilen von Bezugsquellen, Rezepten, Tricks o.ä. geht. Damit kann man dann viel leichter seine eigene, bequeme Ecke innerhalb des Veganismus finden, die weder zu kompliziert noch zu teuer ist und auch noch schmeckt bzw. gut tut!

    Daher meine (naheliegende) Idee: Viel Probekochen mit anderen Veganern, Ausprobieren, Rat holen, etc. etc. – Überzeugung läuft hier offensichtlich nur durch den Magen! (Wenn Tierleid nur in 1 von 10 Punkten vorkommt (!!) und dann auch noch falsch, dann reicht hier die Ethik für ihn als wesentlicher Antrieb wohl leider nicht aus.)

    PS: Das mit den Restaurants ist tatsächlich schwerer, selbst in manchen großen Städten – ich als Salat-Feind bestelle dann einfach Bratkartoffeln ohne Speck oder Pommes oder Nudeln o.ä. und belästige den Kellner erst gar nicht mit Fragen nach dem Öl etc. – 1x die Woche ist ein solches Essen ja zu verkraften und viele gehen ja vermutlich nicht öfter (zum Essen) in ein „normales“ Restaurant.😉

  3. Eine Aufzählung von billigen Ausreden und flachsinnigem Nörgeln. Wem Aufstrichpasten, Sojamilch, Avocados nicht schmecken – einfach was anderes wählen. Süssigkeiten sind auch vegan erlaubt und die tägliche Dusche ebenfalls. Das vegane Angebot war schon immer ausreichend vorhanden, siehe Obst und Gemüse. Und in Restaurants muss man auch nicht diskutieren, sondern einfach aussuchen. Wer zu wenig Schlaf hat, sollte einfach länger schlafen. In der Tat, besonders ausgeschlafen wirkt der Kommentar wirklich nicht. Wer etwas will hat Gründe, wer es nicht will sucht Ausflüchte.

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