Wenn Fleischkonzerne auf Veggie machen…

Rügenwalder Vegetarische Produkte

…dann erhitzen sich die Gemüter. Und das liegt nicht nur daran, dass Sommer ist. Veggie-Fleischhersteller Wheaty tritt aus dem Vegetarierbund aus, weil dieser die Fleischindustrie (aka Rügenwalder, Wiesenhof) dabei unterstützt, vegetarische bzw. vegane Produkte auf den Markt zu bringen.

Quelle: VEBU
Je mehr Veggie-Wurst es gibt, desto mehr wird davon gegessen, hofft der Vebu. Ist das eine Milchmädchenrechnung?

Ich beobachte diese Entwicklung wie ihr alle schon eine Weile – durchaus auch mit Sorge. Einerseits ist es natürlich toll, wenn endlich erkannt wird, dass der Bedarf an vegetarischen und veganen Produkten vorhanden ist und steigt. Das Problem ist, wenn sich so große Konzerne wie Rügenwalder draufsetzen, dass sie möglicherweise die meist eher kleinen Veggie-Unternehmen verdrängen. Und dass man mit dem Kauf gleichzeitig die Fleischindustrie unterstützt, weil die nicht notwendigerweise ihre Schlachtereien einschränken, sondern einfach nur ihre Produklinie erweitern um neue Märkte zu erschließen.

Andererseits haben gerade große Marktbeherrscher die Macht, auch den sonst so beratungsresistenten Normalbürger zu erreichen und ihm zu zeigen, dass fleischlose Kost lecker sein kann und (!) überall erhältlich ist. Im Supermarkt liegen die Veggie-Wurstscheiben direkt neben der echten, sehen genauso nett verpackt aus, schmecken genauso gut. Die Schwelle wird niedriger, auch mal (vielleicht sogar nur aus Versehen 😀 ) daneben zu greifen. Und auch mit dieser Kaufentscheidung betont man ja, dass man sich tierfrei ernähren will.Rügenwalder Vegetarische Produkte

Wobei mich immer wundert, warum die Normalesserschaft da nicht stutzig wird, wenn das Fleischlose genauso gut schmeckt. Denn Geschmack ist ja kein Zufall. Ob nun echter Wurstbrei in Form gepresst und mit im Labor zusammengerührten Geschmackskompositionen versehen wird oder Unechter, ist am Ende auch egal. Mit gesunder Ernährung hat beides nicht viel zu tun. Das sollte man bei der Diskussion nicht vergessen.

Hier haben die kleinen Hersteller einen Vorteil, weil sie sich von Anfang an damit auseinandersetzen mussten, dass sie nicht alles in ihr Produkt reinpacken können, nur damit es gut schmeckt. Denn für ihre ungleich härtere, ernährungsbewusste Kundschaft muss es bio sein, möglichst fair trade und bitteschön selbstverständlich ohne Glutamat. Insofern ist die Furcht vor einer abwandernden Kundschaft vielleicht doch eher unbegründet?

Wie seht ihr das? Wie steht ihr zu den Veggie-Angeboten von Rügenwalder Mühle, Wiesenhof & Co.?

Ich habe euch das schon auf Facebook gefragt und die Reaktionen gehen vom empörten „Ich unterstütze die Fleischindustrie nicht“ bis hin zu „Dem Tier ist’s egal, aus welchem Grund es nicht sterben muss.“ Aber mich würden noch mehr Meinungen dazu interessieren, eine klare Positionierung zu diesem Thema fällt mir irgendwie echt schwer.

 

 

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

26 Kommentare zu „Wenn Fleischkonzerne auf Veggie machen…“

  1. Mir geht es genauso wie dir. Auch ich kann nicht entgültig entscheiden, ob es gut oder schlecht ist. In meinem Familienkreis habe ich aber bemerkt, dass die Nicht-Vegetarier jetzt tatsächlich häufiger die fleischlosen Produkte von Rügenwalder Mühle essen,da sie den gewohnten „Fleischgeschmack“ haben. Ich selbst habe es probiert und finde diese Produkte von den Fleischherstellern viel zu salzig. Die Produkte von den kleinen Veggie-Herstellern sind da geschmacklich besser – finde zumindest ich.
    Mein Fazit ist also, dass das Angebot durchaus sinnvoll ist, aber vor allem für jene, die eher Fleischesser sind und auf diese Weise vielleicht eher zu einem vegetarischen Produkt greifen.
    Für „eingefleischte“ Vegetarier und Veganer finde ich es nicht gut. Man ist schon bewusst genug, um nicht durch den Kauf die Fleischindustrie zu unterstützen. Und vielleicht auch gesundheitsbewusster, sodass man eher zu den Bioprodukten greift.
    Liebe Grüße🙂

    1. Im Grunde antwortest du damit auf die Frage nach der „Milchmädchenrechnung“ in der Bildunterschrift im Beitrag: Wenn das tatsächlich die Entwicklung ist, dass auch Omnis dadurch mehr vegetarische und vegane Produkte kaufen und diese Entwicklung damit unterstützen, ist das allein schon ein Riesenfortschritt und (für sich genommen) unterstützenswert🙂

  2. Hey, ich bin keine Vegetarierin, wir essen aber eher selten Fleisch und Wurst und ich denke daß diese Entwicklung trotzdem irgendwie positiv ist, trotz aller Nachteile und Kritikpunkte.
    Wenn genug Kunden zur Veggiwurst greifen, werden auch Rügenwalder und Co ihre Schlachtereien durchaus reduzieren und dem Bedarf anpassen. Dass sie Veggiwurst auf den Markt gebracht haben, zeigt doch, daß die Nachfrage dafür da ist.
    Ich mag sehr gerne die vegetarische Paprika Lyoner aus dem Aldi und auch wenn die nicht wirklich gesund ist, siehe Inhaltsstoffe, so musste dafür zumindest kein Tier sterben und was die Gesundheit angeht, esse ich das ja auch nicht jeden Tag😉
    LG mad4cars

    1. Hallo mad4cars, es kommt eben drauf an, ob wirklich genug Menschen zur Veggie-Wurst greifen. Irgendwie habe ich meine Zweifel, dass die Schlachtereien eingedampft werden, denn Unternehmen sind in unserem System nunmal nur auf Wachstum ausgerichtet und nicht aufs Schrumpfen oder Stagnieren. Hoffen wir mal das Beste!

      1. Natürlich sind Unternehmen auf Wachstum ausgerichtet, die Frage ist nur welcher Unternehmenszweig das Wachstum bringt.
        Wenn immer mehr vegetarische Produkte gekauft werden und dafür immer weniger Fleischprodukte, werden Rügenwalder und Co entsprechend reagieren, bzw. eigentlich haben sie ja bereits reagiert, indem sie eigene Produktionsstraßen für Veggiprodukte eingeführt haben, nur so können sie auf den Markt reagieren und weiter wachsen.
        Es gibt immer mehr Vegetarier und Veganer, viele Omnivore, wir z. B. kaufen Fleisch und Wurst nur noch selten und dann nur aus Betrieben ohne Massentierhaltung, bzw. direkt heim Erzeuger, das gilt in unserem Fall auch für Eier, Milch, Butter usw. weil wir das große Glück haben, hier auf dem Land eine gute Auswahl an Hofläden zu haben.
        Rügenwalder und Co bleibt gar nix anderes übrig, als auf den Markt zu reagieren wenn sie weiter wachsen wollen😉
        Insofern hat der Kunde doch eine gewisse Marktmacht, man muss sie nur nutzen und das machen eben auch immer mehr Menschen😉
        Natürlich geht das nicht von heute auf morgen aber ich denke schon, dass es in die richtige Richtung geht.
        LG Diana

  3. „Die Schwelle wird niedriger, auch mal (__vielleicht sogar nur aus Versehen__ 😀 ) daneben zu greifen. Und auch mit dieser Kaufentscheidung betont man ja, dass man sich tierfrei ernähren will.“

    Das ist jetzt schon ein Widerspruch in sich😉 wer aus Versehen handelt, entscheidet sich ja eben gerade *nicht* bewusst.

    Als Kunde im Supermarkt bin ich immer froh, wenn ich vegane Produkte bekomme. Wenn sie erschwinglich sind, umso besser.
    Womit du natürlich vollkommen recht hast, ist dass das ganze ein zweischneidiges Schwert ist. Fleischverkaufsbetriebe unterstützen oder das Bestreben, dass mehr vegane Lebensmittel verkauft werden, unterstützen?
    Ich denke, dass man diese Frage nicht mit einem simplen Schwarz-Weiß-Malen beantworten kann – natürlich hat es die genannten Vorteile, aber die Nachteile eben genauso. Man darf nicht dabei stehenbleiben zu sagen „ja das ist gut, ich kaufe das jetzt“, sondern man muss weiter daran arbeiten, dass die Hersteller ganz umstellen (wird sicher nicht so bald passieren, aber wer will denn hier bitte aufgeben?). Veränderung funktioniert immer am besten, wenn sie langsam ist, auch wenn uns das natürlich nicht gefällt – schließlich wird jeden Tag geschlachtet. Aber die Masse kriegt man so eben besser.🙂

    Vielen Dank für den Beitrag, hat mich zum Nachdenken angeregt!

  4. Ich sehe das auch ähnlich wie meine Vorschreiber*innen.
    Ich kaufe meine Ersatzprodukte ausnahmslos im Bioladen oder im vegetarischen Supermarkt. Dort gibt es eben nur die üblichen kleineren Firmen (wie auch Wheaty), die allesamt auf Bio und Nachhaltigkeit setzen. Die einzige Firma, die nicht Bio ist im Sortiment dort ist Hobelz. Die kaufe ich auch öfters, aber habe ein besseres Gewissen bei Bio-Produkten.😀 Im konventionellen Supermarkt kaufe ich keine Ersatzprodukte und ich sehe das auch eher kritisch, ein Großunternehmen im Dienste der Fleischindustrie zu unterstützen. Für den Normalverbraucher mag das allerdings ein Schritt an eine Umgewöhnung darstellen. Ob dadurch die Tür zu Bio und veganen Produkten geöffnet wird für solche Verbraucher würde ich auch eher bezweifeln.
    Meine Mutter (sie isst Fleisch) erzählt mir immer, dass sie bei ALDI Süd die ganzen Ersatzprodukte entdeckt (ähnlich wie die Scheiben von Rügenwalder) und findet das ganz faszinierend. Sie würde sich die aber nie kaufen, weil sie auch nicht versteht, wieso man als Vegetarier oder Veganer Ersatzprodukte essen möchte.
    Ich weiß es nicht… Unterm Strich muss doch ein Umdenken entstehen, damit man sich bewusst wird, was man eigentlich zu sich nimmt. Das gilt aber außer Fleischprodukten noch für Ersatzprodukte – ob sie nun vegan sind oder nicht – die stechen ja auch nicht durch ihre gesunde Zusammensetzung hervor.

  5. Hallo Jea,
    Ich stehe da ganz hinter dem Vebu. Ich finde es gut, dass die Fleischkonzerne mitmachen. Sie sind aufgesprungen, weil sich der Markt vergrößert hat und sie Umsatzpotenzial sehen (übrigens mit einer größeren Gewinnspanne). Dadurch werden sie zum Katalysator der vegan/vegetarischen Ernährung. Ich halte es für eine Illusion, dass die ganze Menschheit irgendwann einmal komplett vegan lebt. Warum diesen Ideal hinterher laufen? Vielmehr halte ich es für wahrscheinlich, dass sich zunehmend mehr Menschen „flexitarisch“ ernähren. Und je einfacher es ihnen gemacht wird, umso besser.
    Liebe Grüße, Ingrid

    1. Hallo Ingrid! Danke für deine Meinung! An eine künftig komplett vegane Welt glaube ich auch nicht. Das halte ich für extrem unrealistisch, weil ich einfach mitbekomme, wie viele Menschen es okay finden, Tiere zu töten um sie zu essen und es ihnen einfach zu sehr wie Verzicht vorkäme, das nicht zu tun. Außerdem macht es in manchen Regionen der Welt auch nicht unbedingt Sinn. Aber ja, ich unterstüte jeden, der sich zumindest in die fleischfreie Richtung bewegt, egal wie konsequent oder nicht.

  6. Dass die Fleischindustrie sich jetzt der Veggie-Ernährung annähert zeigt doch wunderbar, welche große Macht wir Konsumenten haben. Schade ist, dass dadurch nicht weniger Tiere ihr Leben lassen müssen – denn deren Fleisch wird in das Ausland exportiert. Helfen kann hier nur eine Änderung der Werte von uns Menschen. Dass die Tiere genauso wie wir ein Recht auf Leben haben und keine Dinge sind. Die Veggie-Wurst mag hier ein erstes Anzeichen sein, dass immer mehr Menschen umdenken.
    Liebe Grüße, Martin

  7. Mir is das sehr suspekt, wenn große (!) Wurst(!)Fabriken (-Firmen, -Konzerne, wie auch immer) plötzlich auf „veggie“ machen. Wenn ich was vegetarisches oder veganes essen will, dann gugg ich mich nach Anbietern um, die Ahnung davon haben. Sprich: Ich geh in den nächsten Bioladen, wo es vegane Anbieter gibt. Wenn ich Leberwurst mag, darfs ein Wurstanbieter sein, wenn ich nen legga Veggieaufstrich mag, halte ich mich an die veggi-Experten.

    Für mich wollen die bloß auf den Zug aufspringen und schon deshalb meide ich diese „vegane Wurst“-Produkte wie die Pest. Und dann hab ich da diesen Gedanken im Kopf: Wenn die unbedingt was ohne Wurst erfinden wollen, was aber so schmecken soll/muss wie Wurst – sorry, aber da muss doch dann ganz viel Chemiemist drin sein, oder? Ich mein: entweder veggie oder Wurst. Fertig.

    Mein Liebster regt sich immer tierisch auf „NeinNeinNein, es gibt keinen vegetarischen Wurstsalat! NeinNeinNein!“ – normalerweise bin ja ich die Wortklauberin bei uns, aber das ist _sein_ Lieblingsaufreger! *gg*

    1. Liebes zauberweib, das ist aber doch der alte Vorwurf an Veganer: „Warum isst du denn Fleischersatz, obwohl du vegan sein willst? Dann lass es doch bitte ganz!“ Nun, ich esse halt sehr gern Fleisch und Wurst. Oft kann ich drauf verzichten, manchmal hab ich aber einfach Lust auf eine richtige Mortadella und nicht auf eine gut, aber eben anders schmeckende Biowurst. Je näher da die Ersatzprodukte am Original dran sind, desto eher kaufe ich dann den Ersatz und nicht das Original. Die Chemie ist mir dann egal, denn das Original wäre auch nicht gesünder gewesen.

      Und zur „Wir haben die Wahl, wo wir kaufen“-Diskussion möchte ich noch einwerfen, dass das eben nicht so sein muss, wenn man auf dem Land wohnt und/oder berufstätig ist und der Bioladen ohne Parkplätze mit eingeschränkten Öffnungszeiten entweder gar nicht vorhanden ist oder mitten in der Stadt liegt und daher zusätzliche Wege erfordert. Ich bewundere jeden, der egal welchen Aufwand bzgl. Einkaufsplanung, Lagerhaltung usw. auf sich nimmt, um vegan zu leben. Ich schaffe das leider nicht und bin immer froh, wenn ich vegane Produkte auch im normalen Supermarkt bekomme.

      Dass das nur mir so geht, bezweifle ich und gehe daher stark davon aus, dass durch das größere Angebot nun auch mehr Menschen Ersatzprodukte essen. Daher würde ich mich hier der Position des Vegetarierbunds anschließen. Und nicht zuletzt erinnert mich die Diskussion sehr an die, die vor ca. 10 Jahren in den Weltläden geführt wurde: Sollten Supermärkte und Discounter Produkte mit Fairtrade-Siegel verkaufen oder nicht?

    2. „Wenn ich was vegetarisches oder veganes essen will, dann gugg ich mich nach Anbietern um, die Ahnung davon haben.“
      Würdest du demnach auch nicht im Obi ne Pflanze kaufen, weil die nur Ahnung von Holz und Metall haben?😛 Der SINN von Supermärkten (deswegen heißen sie so) ist, dass man da eben nicht nur spezielle Produkte, sondern eine breite Palette bekommt. Der Kunde möchte nämlich seinen Einkauf kurz halten und nicht durch 20 Geschäfte rennen müssen, weil in jedem Laden nur Spezial-foo verkauft wird.

      1. @Luyin & Carola, ich glaub ich hab mich da missverständlich ausgedrückt. Ich hab in erster Linie die Hersteller gemeint und weniger die Supermärkte/Läden. Ein bekannter Wursthersteller wie hier im Beispiel sollte mE halt nicht auf veggie machen. Sondern bei seiner Wurst bleiben. Da trau ichs dem Veggie-Aufstrich-Hersteller eher zu, einen anständigen „Wurstersatz“ zu zaubern, als andersrum. Is aber vermutlich Ansichtssache…

        Wobei ich finde, auch als Vegetarier trifft einem doch nicht der Blitz, wenn man _mal_ mit einem Stück guten (!) Schinken „fremdgeht“? Aber das muss auch jedeR für sich selber entscheiden.

        Wegen Bioläden geb ich dir absolut Recht, Carola, da schauts bei uns auf dem Land nicht wirklich gut aus; immerhin_einen_ Laden gibt es, wo es nur längst nicht alles (zu meiner Zufriedenheit) gibt. Aber man kann sich (z.B. auch im Internet) über Veggi-Firmen informieren und dann schon mal gezielter nach entsprechenden Angeboten suchen.

        *sfz* Sich wirklich gut ernähren zu wollen (veggie, bio, fair, regional) kann leicht zum Fulltimejob ausufern – was sich vermutlich die wenigsten von uns leisten können😦 Aber wie heißts so schön: Wir arbeiten dran🙂

    3. Liebes zauberweib, danke für deine Meinung!🙂 Veggie-Wurstsalat ist aber auch eine besonders schöne Zusammensetzung von vermeintlichen Unvereinbarkeiten😀

  8. Prinzipiell finde ich es gut, wenn große Firmen auch endlich an Alternativen denken, aber die Art und Weise ist ekelhaft. Ersatzprodukte aus Milch & Ei sollten keine Option darstellen und vor Allem sollte im Fokus die Reduktion der Fleischproduktion stehen – das ist hier definitiv nicht der Fall.
    Ich find Fleischersatzprodukte super für Menschen, die den Geschmack von Fleisch vermissen (selbst mein Omnivorer Vater greift nun öfter mal zu veganen Frikadellen oder Schnitzeln, weil ihm die genauso gut schmecken), aber eben auch nur, solang sie aus pflanzlichen Alternativen sind.

    Letztlich bleiben es die großen Konzerne, die auch Einfluss auf das Konsumverhalten nehmen, nur leider ist in dem Fall nix gewonnen…

  9. ie essen und sehen ein stück lebensqualität, eine leckere wohltat auf dem teller. in ihrem kopf verwandelt sich ein stück totes tier in ein stück fleisch, das nicht mehr einem lebewesen ähnelt. für sie ist tiere essen völlig normal, das hat man schliesslich immer so gemacht, es ist gesund und nahrhaft. immer mehr beruhigen ihr gewissen mit bio-fleisch.

    ist ein veganer anwesend funktioniert das verdrängen nicht mehr und fleischesser fangen an, sich zu rechtfertigen. viele sind ignorant oder aggressiv, andere reagieren mit wut, abwertung, spott oder hass. nicht auf sich selbst, sondern auf die veganer, weil veganer zerstörung und tod sehen. veganer haben eine moral, die über das private hinausreicht, ihnen geht es um die grossen zusammenhänge in der welt, um umweltzerstörung, klimawandel, massentierhaltung und auch gesundheit.

    die agression der fleischesser rührt daher, dass der veganer sich moralisch über den fleischesser stellt. fleischesser wollen mit gutem gewissen ihr positives selbstbild schützen. veganer möchten, dass fleischesser sich schuldig fühlen, weil ihnen die welt, das klima und die tiere scheissegal sind. veganer aber wollen die welt retten. wer fleisch isst tötet die welt, tötet tiere und am ende sich selbst. man muss solche vorwürfe noch nicht einmal äussern, die blosse anwesenheit eines veganers reicht schon aus.

  10. Im Kapitalismus ist es völlig normal, dass auf Nachfrage reagiert wird – und Kritik an Fleischwaren plus Nutzung von Veggie-Produkten IST eine solche Nachfrage. Klar, dass große Unternehmen da einsteigen, sobald es sich lohnt (aus klassischen Produkten wie Fleischwaren werden sie umgekehrt nur und erst dann aussteigen, wenn es sich NICHT MEHR lohnt).
    Die Vorstellung, dass das Produzieren veganer Alternativen ein abgeschotteter Sektor für kleine idealistische Firmen bleiben könnte, ist eine naive Illusion.
    Dass große Firmen ihre Palette entsprechend erweitern, hat nebenbei auch den bekannten „demokratisierenden“ Effekt. Auf einmal können sich auch ärmere Menschen Veggie-Wurst, Bouletten und Hack leisten, weil es in den Supermärkten nun preiswerter angeboten wird als in Bioläden und bei Spezialversendern.
    Dass Tierleid insgesamt reduziert der Veggie-Boom in DE leider gar nicht, denn was hierzulande nicht gekauft wird, wird mit großem Erfolg exportiert – dorthin, wo der Fleischkonsum neuerdings massiv steigt, wie in China und Indien.

    Deshalb ist der politische Kampf gegen leidvolle Massentierhaltung aus meiner Sicht der einzig erfolgversprechende Ansatz, wie man diesen Geschäftemachern zumindest die Nutzung unserer Landschaften madig machen könnte. Und auf diesem Umweg ist dann auch der Veggie-Trend sinnvoll: Wer selbst ganz oder immer mehr Abstand nimmt vom Fleischverzehr, wird eher dafür zu gewinnen sein, die Massentierhaltung zu begrenzen und vielleicht einmal ganz abzuschaffen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s