Beziehungsproblem vegan?

Ich will meinen Freund nicht verlieren, „nur“ weil ich keine Milch mehr trinke..

Vor einer Weile erreichte mich ein Hilferuf aus München: Sandra, seit einem halben Jahr von vegetarisch auf vegan umgestiegen, liefert sich kleine Heimkriege mit ihrem Omni-Freund, der scheinbar wenig Toleranz für ihre Umstellung aufbringen kann. Für ihn sind Veganer „Extremisten, Studenten die keine Ahnung vom wirklichen Leben haben“, also einfach „Spinner“. Und es gefällt ihm gar nicht, dass seine Freundin jetzt auch dazu gehören soll. Sandra hat das Thema mehrmal angesprochen und jedes Mal sah sie ihre nun schon zweijährige Beziehung in Gefahr, denn „er würde nicht mal tolerieren, wenn er ein Sojayoghurt im Kühlschrank SEHEN würde…“. Sie selbst hingegen stelle keinerlei Ansprüche, dass er sein Leben in irgendeiner Weise verändern müsse und toleriert gar „sein Fleisch neben meiner Nahrung, in derselben Pfanne“. Die Sache ist umso dramatischer, da die Beziehung sonst „unglaublich gut und wunderschön“ verläuft. „Wir hatten nie Probleme.“ schrieb sie.Street Art / Athen

Ich antwortete ihr, dass ich das Problem selbst noch nicht hatte, also jemanden, der das Ganze so komplett und ohne Diskussionsbasis ablehnt. Ich bin ja so der „Leben und leben lassen“-Typ und halte nicht ungefragt irgendwelche Vorträge oder zwinge jemandem meine Ansicht auf. Trotzdem kann man ja auf ganz sachlicher Ebene durchaus erläutern, wieso man auf einmal zu den ‚Spinnern‘ gehören möchte. Wäre meine Freund Omni, würde halt jeder seins machen. Natürlich würde das Thema immer wieder auftauchen, aber wenn man sich gegenseitig toleriert, sollte das doch machbar sein, oder? Aber was, wenn wie im diesem Fall, derjenige absolut diskussionsresistent ist bzw. schlimmer noch, diese Entscheidung nicht respektieren kann? Und sogar richtiggehend ablehnt? Schwierig, muss ich zugeben. Vom normalen Standpunkt aus (der Norm) ist der Pflanzismus nunmal wirklich extrem, und manche finden es vielleicht sogar ein bißchen dumm, in einer Welt, in der man alles jederzeit haben kann, freiwillig auf Sachen zu verzichten. Nur weil man denkt, man könnte damit was ändern. Das Ding ist ja, es kann keiner sagen, ob es was bewirkt, ob unser Verzicht mal was ändert. Aber ich bin mir sehr sicher, wenn man gar nichts dagegen tut, dann ändert ganz sicher nichts.

Bei Veganern als Extremisten fällt mir gleich der Artgenosse ein : „Was wir mit den Tieren und unserer Umwelt anstellen, ist jedenfalls viel „extremer“ als der Veganismus. Extrem ist es, jährlich 70 Milliarden Tiere zu töten. Extrem ist es wie wir Fleisch produzieren, wie wir mit Tieren umgehen. Extrem ist es wie wir unseren Planeten ausbeuten. Auch die Auswirkungen unserer Lebensweise auf Menschen in Entwicklungsländern kann man extrem nennen, extrem verheerend. Und extrem ist es auch wie wir versuchen das zu ignorieren, zu leugnen zu rechtfertigen und statt dessen andere anzuprangern.“

Das hilft ihr bei ihrem speziellen Problem nur leider nicht weiter. Denn es ist ja ein Argument, und er mag ja offenbar nicht diskutieren. Leider, muss man sagen. Und doch, es muss auch bei ihm irgendwo einen Punkt geben, wo man ansetzen kann. Es ist unschön, dass er solche starken Vorurteile hat und damit ja selbst extrem und intolerant ist. Vielleicht merkt er das ja auch irgendwann mal. Nun geht die Frage an euch, ihr Mit-Extremisten!🙂 Was würdet ihr tun? Wie geht ihr mit extrem intoleranten Omnis im Haushalt um bzw. wie ist das in eurer Beziehung? Habt ihr einen Tipp für Sandra?

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

63 Kommentare zu „Beziehungsproblem vegan?“

  1. Oh je. Vielleicht liegt es an meinem extrem offenen, tolleranten und diversem Umfeld, aber ich kann solche Probleme mittlerweile kaum noch nachvollziehen. Ich meine, wie kann man mit einem Menschen eine Beziehung führen, der die eigenen Überzeugungen so drastisch ablehnt? Wie kann der Freund in diesem Fall denn noch Respekt für sie haben, wenn er ihre Überzeugung so lächerlich findet? Für eine Beziehung, die ein gemeinsammes Leben beinhaltet, finde ich das eine sehr dünne Basis. Außer natürlich eins von beidem, die Beziehung oder der Veganismus, ist nur ein Hobby, dann muss sie halt damit leben.
    Vielleicht ist es extrem, oder ich bin zu alt um mein Leben mit Idioten zu verschwenden, aber ich möchte keine sexisten, keine rassisten, keine maskus, und eben auch keine antiveganer in meinem engeren sozialen umfeld. es muss nicht jeder meine Überzeugungen Teilen, aber wer sie nicht einmal respektiert, fliegt raus, da gibt es keine gemeinsame Basis.

    1. Hallo Rocco, rational gesehen hast du natürlich recht. Respekt ist unabdinglich, gerade in einer Beziehung. Und wenn da was nicht stimmt, muss es geklärt bzw. beendet werden. Aber auf der emotionalen Ebene ist es vielleicht nicht immer so einfach, das so konsequent durchzuziehen.:-/

  2. Ein sehr schöner Artikel. Sandras Situation macht mich ganz traurig. Einige Freunde haben eine ähnliche Sichtweise wie ihr Freund, und selbst von denen verletzt mich das schon manchmal sehr (Veganer-feindliche Videos auf Facebook und ähnliches).
    Ich habe das Glück einen super toleranten und lieben Mann zu haben, der mir auch ungefragt meine Mandelmilch in den Kaffee packt und mit mir in vegane Restaurants geht, wenn ich das möchte. Er ist omnivor, isst aber sehr selten Fleisch. Ich koche nur vegan oder vegetarisch, was ihm super schmeckt. In unserem Kühlschrank ist kein Fleisch, höchstens abgepackter Fisch von ihm. Bei und klappt das so super.
    Der Rest meiner Familie kann damit nicht ganz so viel anfangen. Ich habe einfach mein Ding gemacht und irgendwann haben sie sich halbwegs daran gewöhnt.
    Vielleicht klappt das ja bei Sandra auch. Also einfach durchziehen
    (den gefährlichen Sojajoghurt in den Kühlschrank stellen😉 ) und zeigen: ich bin ein ganz normaler Mensch, denke nur über manche Sachen etwas mehr nach.
    Sie ist ja noch der selbe Mensch, das müsste ihn doch überzeugen.

    LG

    Isa

    1. Ja, mich macht das auch traurig, vor allem, weil das jetzt schon ein paar Monate so geht. Aber wie schön zu lesen, dass es auch anders geht, wie bei dir.🙂 Danke für deinen Kommentar!

  3. Ich fürchte, die Probleme in Sandras Beziehung haben mit ihrer Ernährung und dem Sojajoghurt im Kühlschrank nichts zu tun. Mein Mann ist Omnivore, und so wie ich das akzeptiere, akzeptiert er auch meine vegane Lebensweise. Natürlich liegt hier ein massives Ungleichgewicht vor, da ich ja Nichts von seiner Lebensweise habe, er aber genussvoll von meiner profitiert. Aber ich habe einen Plan: Er wird so vollgestopft mit leckeren, veganen Mahlzeiten, dass er vergisst, ein Omnivore zu sein ;0)
    Ich habe keinen Rat für Sandra, ich weiß nur, ich könnte keine Beziehung führen mit einem Mann, der mich derart in Frage stellt.

    1. Hallo Sycoraxa, danke für deine Meinung! Besonders den letzten Satz finde ich interessant….aber der Vollstopf-Plan scheint mir eine gute Vorgehensweise zu sein😀

  4. Hm…Sandras Geschichte macht mich sehr traurig. Ich lebe selbst seit 2 Jahren vegan und bin seit 9 Jahren mit meinem omnivoren Freund zusammen – ich wüsste ehrlich gesagt nicht, wie ich damit umgehen würde, wenn er sich so verhalten würde, wie Sandras Freund. Zuhause kochen wir grundsätzlich vegan (bzw. er macht sich zum Teil noch nicht-vegane Sachen dazu, z.B. Parmesan), aber auswärts isst er, was er will. Da ich seine Ernährungsweise akzeptiere, kann ich das im Umkehrschluss auch erwarten – zumal er ja merkt, dass wenn wir über das Thema reden, ich einfach die besseren Argumente vorweisen kann. Vielleicht hat Sandras Freund einfach Angst vor Veränderungen bzw. Angst, dass die Ernährungsweise seiner Freundin ihn auf lange Sicht gesehen einfach ausschließen wird, wenn er nicht mitzieht?
    Oder er ist einfach ein Arsch😀 was anderes fällt mir leider auch nicht ein…

    1. Hallo Laura, mich macht das auch ein bißchen sprachlos, es müsste sich doch wenigstens ein kleiner gemeinsamer Nenner finden lassen… Vermutlich hast du recht und es ist schlicht Angst. Obwohl sie ihm ja ausdrücklich seinen fleischigen Raum lässt und gar nicht erwartet, dass er selbst was ändert. Also, rational ist es nicht erklärbar.

  5. Die Frau soll sich mal bei der Nase packen und den Typ rauswerfen. Sorry, aber an jemanden, der etwas, das einem wichtig ist so derartig nicht respektiert soll man sich nicht hängen. Da gehts jetzt garnicht darum ob Veganismus an sich gut oder schlecht ist sondern einfach darum, daß es IHR (evtl auch nur momentan) wichtig ist so zu essen. Und da das ja auch kein Wunsch vom Mond ist a la „ich hätt gern einen Reiterhof mit 10 Pferden und eine Weltreise und ich will daß Du das alles bezahlst“ – was fällt dem Typen ein sich da dermaßen quer zu legen? Solange sie ihm nicht bei jeder Mahlzeit eine Moralpredigt hält oder ständig mit Ersatzprodukten unter der Nase rumnervt auf die „schau doch mal, das ist doch sooo lecker“-Tour betrifft es ihn doch garnicht, also was soll der Quark?

  6. Meine Vermutung ist, dass Menschen, die besonders aggressiv oder ablehnend auf vegan lebende Menschen in ihrem unmittelbaren Umfeld reagieren, in Wahrheit oft von ihrem eigenen Gewissen gepeinigt sind. Der vegan lebende Mensch stellt die „karnistische Illusion“ in Frage, dass der Verbrauch von Tieren „normal, natürlich und notwendig“ sei und zerstört damit die Schutz- und Verdrängungsmechanismen, die gerade eigentlich mitfühlende Menschen aufbauen und erhalten müssen, damit sie den in unserer Gesellschaft akzeptierteren und bequemeren Weg des Konsums von Tierprodukten gehen können.

    Es könnte also sein, dass der Freund Deiner Freundin spürt, dass ihre Lebensweise eigentlich die ethisch richtigere ist, aber Angst vor den Konsequenzen hat, die er ziehen müsste, wenn er es sich eingestünde. (Also z.B. keine Grillwurstorgien mit den besten Kumpels mehr bzw. von den besten Kumpels ausgelacht werden, wenn man zum Grillfest mit Seitan-Würstchen erschiene.)

    Übrigens vermeide ich es, Tierverbraucher als „Omnis“ oder „Omnivoren“ zu bezeichnen. Auch Veganerinnen und Veganer sind nämlich biologisch Omnivoren, was ja nur heißt, dass man sowohl Pflanzen als auch Tierteile essen und verdauen kann, jedoch keineswegs. dass man das auch tun muss. Es klingt mir außerdem viel zu verniedlichend. Ich rede daher eben lieber von „Tierverbraucherinnen“, was zum einen sehr gut die Tatsachen beschreibt, aber andererseits auch nicht unnötig polemisch oder anklagend klingt, wie es z.B. die Bezeichung als „Tierleichenteilesser“ wäre.

    1. Danke für deinen hilfreichen Beitrag, Hauke! Verdrängung ist sicher ein wichtiger Faktor. Mich irritiert dabei vor allem aber das Abstempeln als „Spinner“. So als hätte er schlicht Angst vor der Ausgrenzung aus der Gesellschaft, weil Veganer ja letztlich eine Randgruppe sind. Die Argumente scheinen ihn ja eh nicht zu interessieren. Ihm gehts wohl mehr darum, was andere über ihn/über seine Freundin denken. Das spricht für eine wenig ausgeprägte Persönlichkeit bzw. ein nicht allzu großes Selbstvertrauen, da er sich lieber anpassen als selber nachdenken möchte…. (Ich denke nur laut)🙂

  7. Mein Partner ist ebenfalls Omni. Als ich ihm im Oktober mitteilte, dass ich ab jetzt vegan sein werde, hat er erstmal eine Augenbraue gehoben. Er machte sich mehr Sorgen um mich, dass das ein neuer Diätwahn sein könnte, ich nicht genug Nährstoffe bekomme und dergleichen. Dem bin ich begegnet, in dem ich ihn an allen meinen Entwicklungsstufen lebhaft teilhaben lassen. Bspweise habe ich ihm ausführlich B12 erklärt. Dem skeptischen Blick beim Essen bin ich begegnet, in dem ich ihm bewiesen habe, wie lecker Gemüse ist. Und ich habe nie versucht, ihn zu überzeugen. Ich mache ihm als Beilage Fleisch, wenn er es möchte, aber mittlerweile will er das nicht mehr, meistens ist er auf vegetarisch umgestiegen (unbewusst von seiner Seite, von mir genau registriert). Dass ich mich zu einseitig ernähre, habe ich ausgeräumt, indem ich im Laden viele Dinge gefunden habe, bei denen nicht vegan draufsteht, aber drin ist. Einen Streit hatten wir, als es ums Essen gehen ging. Es würde uns sehr einschränken und das wäre nervig. Aber auch das hat die Zeit auskuriert. Ich finde in jedem Restaurant etwas. Mittlerweile gehen wir einfach irgendwohin. Und er steckt sogar schon seine Arbeitskollegen mit der Neugier an. Ich habe ihm viel veganes Selbstgebackenes mit auf die Arbeit gegeben, das Echo war begeistert. Mein Rat ist also, standhaft bleiben und der Zeit die Möglichkeit geben, das Problem zu lösen. Je besser man zeigt, wie unkompliziert man damit umgeht und vegan sein eigentlich auch ist, desto größer ist die Akzeptanz in meinem Bekanntenkreis geworden. Aber natürlich muss sie sich selbst klar machen, ob und wie lange sie das mitmachen kann, wenn er nicht von seiner Meinung abweicht.

    1. Das mit den Sorgen verstehe ich ja noch, das kann man ja korrigieren, so wie du es erfolgreich getan hast. Aber wenn man gar nicht drüber reden kann, wirds eben schwierig. Deinen Satz: „Je besser man zeigt, wie unkompliziert man damit umgeht und vegan sein eigentlich auch ist, desto größer ist die Akzeptanz in meinem Bekanntenkreis geworden.“ kann ich nur unterstreichen! Danke für deinen Beitrag! Liebe Grüße!

  8. Ich denke auch, dass das Problem nicht die Ernährung ist. So reagiert jemand, der Angst hat bzw. sich angegriffen oder bevormundet fühlt.
    Hat sie ihn denn gefragt, was sein Problem ist, wenn ihr Sojajogurt da steht? Kann Sie ihn denn voll und ganz akzeptieren? Hat sie klar gemacht, dass ihm gar nichts droht, da er weiter alles essen kann, was er will?

    Oder aber er spürt instinktiv, dass sie selbst nicht ganz überzeugt ist, von dem, was sie da macht. Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn jemand voll überzeugt ist, dann schmilzt der Widerstand der anderen oft dahin.
    Getreu dem Motto, „ok Schatz, mir ist das ernst. dann kaufen wir uns halt einen zweiten Kühlschrank, so hat jeder einen für seine Sachen“. – „Ach so n Quatsch haben wir doch nicht nötig“ oder „Ok. Damit kann ich mich anfreunden.“

    1. Hallo Drea, sie betont ja, dass sie ihn keinesfalls bevormundet bzw. gar nicht erwartet, dass er was ändert. Hm, ich glaube schon, dass sie überzeugt ist, sie macht es ja nun schon einige Monate trotz seines Widerstandes. Vielleicht braucht es einfach noch ein bißchen Zeit, bis der Gute sich mal entspannt. Ich hoffe es!

  9. Liebe Sandra,

    ich hab hier mal drüber geschrieben, falls es dich interessiert: http://claudigoesvegan.blogspot.de/2013/02/ich-will-nen-veganer-als-mann.html

    Hm. Ich glaube ich würde dann eher menschlich ins Zweifeln kommen. Sprich: hätte vielleicht/ eventuell/ vermutlich weniger ein Problem damit, dass er sein Ding macht. Sondern viel mehr damit, dass er dich (wenn ich es richtig verstehe) nicht DEIN Ding machen lässt. Ziemlich unschön???

    Liebe Jane,

    ein toller Blogeintrag. Wie immer.❤

    Euch beiden einen guten Wochenstart für morgen und Sonnengrüße,
    die Claudi

  10. Ohje, das klingt wirklich sehr emotional aufreibend, ich kann verstehen, dass einem da vielleicht auch Zweifel an sich selbst kommen, wenn davor alles glattgelaufen ist. Allerdings meines Erachtens unberechtigt.

    Mit ein bisschen Abstand finde ich, kann man es auf eine abstraktere Ebene heben: Egal, worum es geht, aber man sollte sich in einer guten und funktionierenden Beziehung doch auf vernünftige Art und Weise aufeinander einlassen und dabei auch akzeptieren können, in bestimmten Bereichen unterschiedlicher Meinung zu sein. Und wenn man weiß, das dem Partner etwas ganz bestimmtes sehr wichtig ist, diesen Punkt zumindestens tolerieren, wenn dabei niemand zu Schaden kommt (und das kann man hier ja nicht gerade behaupten), besser aber noch unterstützen, um des Partners willen.

    Natürlich würde ich mich nicht sofort trennen, sondern erst einmal versuchen, sachte abzutasten, ob die Ablehnung unter Unständen Ausdruck irgendwelcher Ängste ist, also z.B., langfristig von der vermeintlich moralisch überlegenen Freundin abgelehnt zu werden. Wenn der Herr sich aber partout nicht in die Karten schauen lassen und jedwede Diskussion abblocken würde, dann würde ich die Beziehung beenden. Dann handelt es sich nämlich um eine strukturelle Eigenschaft der Person, mit der ich auf Dauer nicht klarkäme. Ob das bei Sandra auch so ist, kann natürlich nur sie entscheiden. Ich wünsche ihr viel Glück.

    1. Hallo Miss Diamond! Danke für deinen Kommentar, da bin ich ganz bei dir! Hoffen wir mal, dass es keine strukturelle Eigenschaft ist und er sich noch fängt. Er will ja seine Freundin auch nicht verlieren, würde ich jetzt jedenfalls mal davon ausgehen.

  11. ich kann euch nur erzählen, wie es bei mir war…. als ich vegan wurde, waren wir 11 Jahre zusammen und 8 Jahre verheiratet. ich war „immer“ schon Vegetarierin – also schon, als wir kennenlernten und wir führten einen vegetarischen Haushalt… aber als ich vegan wurde, war es tatsächlich auch bei uns ein schock… für ihn, weil ich vegan wurde, und für mich, weil es für ihn so ein schock war… ich habe mich so was von unverstanden gefühlt… und einfach extrem alleingelassen. mein ganzes Umfeld reagierte mit „Augen-überdrehen“ und ich verstand nicht, wieso ich diejenige sein sollte, die sich rechtfertigen muss, weil sie keine Tiere töten will. und nicht mal mein mann war auf meiner Seite. auch ich kann euch versichern, wir hatten immer eine ganz besondere Beziehung… und waren immer glücklich und kaum streit oder Auseinandersetzungen. aber die vegane Anfangszeit war schwierig. heute weiß ich, es war Unsicherheit seinerseits und angst und sorge. und er hat aggressiv und trotzig reagiert… nicht körperlich aggressiv … aber er hat sich anfangs immer sehr aufgeregt, wenn es zu dem Thema kam. das ganze ist nun fast 3 Jahre her und mein mann ist mittlerweile selbst fast Vegetarier … zuhause kochen wir meistens vegan … manchmal macht er „seinen“ käse drauf oder ein Spiegelei dazu… aber grundsätzlich kocht auch er für uns alle (wir haben noch 2 kleine Kinder) vegan. wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, würde ich auch einfach sagen, sandra soll den typen vergessen… wenn er das nicht akzeptiert, dann stimmt ja sowieso hinten und vorne nix… aber es muss nicht so sein. ich wünsche sandra, dass sie es schafft, die erste eingewöhnungsphase zu überstehen… und ich wünsche sandra, dass sich ihr freund auf sie einlässt. mein mann hatte damals angst, dass unser leben ab jetzt nur mehr kompliziert wird. wir können nicht mehr essen gehen, uns kann niemand mehr einladen, wir können nicht mehr spontan irgendwo hinfahren und auf urlaub sowieso nicht. er hatte angst, dass wir nur mehr einseitig essen und kochen und ich diverse Mangelerscheinungen bekomme. aber er hat mit der zeit gesehen, dass das alles nicht stimmte. wir kochen heute abwechslungsreicher und haben wieder neue Rezepte für uns entdeckt. wir kosten viele neue Lebensmittel und zur zeit liest er gerade die „china-study“ und zitiert sogar schon daraus bei so manchen Diskussionen.
    ich hatte damals auch sorge, ob das funktionieren kann auf Dauer – vegan mit onmi… ich bin nicht vegan, weil es gerade „in“ ist oder weil ich abnehmen will… es ist eine Lebenseinstellung… eine Grundsatzentscheidung… und mir wurde damals schon klar, dass ich auf Dauer nicht mit meinem mann zusammenbleiben könnte, wenn er meine ideale nicht ernst nimmt. es war wirklich eine sehr traurige Phase zu beginn, als mir das klar wurde. und ich denke auch heute noch manchmal an die zeit, in der er mich so alleine gelassen hat… und nehme ihm das manchmal noch übel… aber ich versuche auch, ihn zu verstehen. auch er hatte angst, mich zu verlieren.
    alles gute. von herzen.
    doris

    1. Hallo Doris, vielen Dank für deinen Beitrag! Schön zu lesen, dass es doch noch klappen kann, selbst wenn es am Anfang nicht danach aussieht. Ich denke, das wird Sandra ein bißchen Hoffnung machen.

      1. ergänzung… gestern sagte mein mann zu mir, dass er mittlerweile gar nicht mehr ausschließe, selbst vegan zu werden! er liest gerade die china-study und ich koch halt auch extrem gut😉

  12. Hallo an alle,

    es gibt wohl viele Möglichkeiten, die zu einer solchen Reaktion führen, daher kann nur Sandra’s Freund beantworten was ihn dazu bringt! Bitte frag ihn in einer entspannten Situation;-)

    Ich habe meine Ernährung nach und nach umgestellt und war selber verunsichert. Habe dies nie geäußert, weil ich mit mir beschäftigt war. Mein Umfeld reagierte recht negativ auf mich, haha nein auf Ernährungsveränderungen und heute weiß ich sie waren auch verunsichert. Ich habe viele Kontakte verloren und viele neue gefunden. Tut es mir leid?

    Manchmal, nur so war mein Weg, besser ging es nicht. Reden wäre gut gewesen, ging aber nicht….

    Ich glaube ich hatte „Glück“, „Liebe“ und „Durchhaltevermögen „, das meine Frau mitgezogen hat. Heute ist sie auch vegan und liebt die Veränderungen an sich. Doch alleine hätte sie es nicht durchgehalten, sagt sie. Wegen dem Umfeld!

    1. Hallo Nick, danke für deinen Kommentar. Der letzte Absatz macht mich etwas nachdenklich. Man vergisst manchmal, wie stark der soziale Druck sein kann.:-/

  13. die frage ist doch (die man sich als frau immer stellen sollte): sie hat angst, die beziehung durch ihre vegane ernährungsweise kaputt zu machen. er hingegen scheint komplett befreit von dieser angst zu sein, die beziehung zu gefährden, indem er ihr etwas verbietet. wieso?
    ich habe aus meinen früheren beziehungen gelernt, dass man liebe nicht erzwingen kann. wenn er sie als veganerin nicht mehr haben mag, dann steht diese beziehung sowieso auf messers schneide. nur ein mann, der dich so nimmt, wie du bist, liebt dich wirklich. investitionen in beziehungen, denen dieses prinzip nicht innewohnt, sind verschwendete zeit. auch, wenn es weh tut. aber ich war schon in einer recht ähnlichen situation – und ich muss im nachhinein einfach sagen, dass die trennung von ihm das sinnvollste war; ich mich mit der beziehung nur unglücklich gemacht hätte. jetzt habe ich einen mann, der zwar auch omnivor is(s)t, aber zu 100% hinter mir steht bzw. mittlerweile meine ansichten sogar teilt.
    also, kopf hoch, sandra! der richtige wird sich noch finden!😀

  14. Hallo zusammen! Ich bins, Sandra, Protagonistin dieses Drehbuchs… Wow, ich bin beeindruckt und gerührt von so vielen guten Kommentaren von euch! Und ich muss gestehen: Wäre ich nicht selber in dieser Situation und wüsste, dass sie wirklich bestehen kann, so würde ich auch denken „die lieben sich doch nicht richtig“ oder „wenn beim Essen die Toleranz derart fehlt, fehlt es auch woanders“ und „wenn dein Partner deine tiefsten Gefühle nicht mal toleriert, dann mach Schluss“. Zumal ich niemandem damit schade, im Gegenteil! Aber merkwürdigerweise ist es so: Mein Freund und ich lieben uns aus vollem Herzen! Ich spüre dies jeden einzelnen Tag mit jeder Faser meines Körpers. Es ist, als wäre das Thema Veganismus ein Eindringling, welcher ein Schatten auf unsere Beziehung wirft, etwas von aussen. Obwohl ich mich wahnsinnig im Stich gelassen fühle von meinem Freund, was diesen einen Punkt angeht, kann ich unsere Beziehung nicht in den Müll kippen wollen, weil mir unsere Beziehung unglaublich viel Wert ist. Der Beitrag von Doris hat mich besonders berührt, weil ihre Situation meiner sehr nahe kommt und es mir tatsächlich Hoffnung gibt, dass so vieles möglich ist, auch das Unerwartete, dass es trotz grosser anfänglicher Widerstände „gut“ kommen kann. Zur Zeit ist es eine echte Patt-Situation. Selbstverständlich habe ich versucht, die Gründe für die Widerstände meines Freundes nicht nur zu interpretieren, sondern persönlich zu erfragen. Ich glaube, die kulturelle (bei ihm: stark landwirtschaftliche, konservative) Prägung hat einen unglaublichen Einfluss. Er hat eben die konservative Einstellung von dem, was „natürlich“, „normal“, „gesund“ ist. Wenn ich euch jetzt noch erzähle, dass er selber (hobbymässig) Nutztiere züchtet, dann ist die Story komplett. Er kümmert sich so fürsorglich um seine Tiere, wie ich es bei keinem anderen Menschen je gesehen habe. Für mich mit Vegie-Herzen natürlich umso unglaublicher, dass er gewisse Tiere dann einfach so zum Schlachter schickt. Ich glaube einfach, seine riesige Abneigung kommt durch die Verankerung in seinem landwirtschaftlichen Umfeld, und dazu gehört auch seine Familie. Am verletztendsten ist es, dass ich ihn zu verstehen versuche, er mich aber nicht. Ist es, wie von euch erwähnt ein schlechtes Gewissen? Ich glaube nicht. Ich glaube auch eher, wie Doris sagt, dass es die Angst vor einem völlig komplizierten, eingeschränkten Leben ist, in das ich ihn mit hineinreisse, und welches uns zum Hohn seines Dorfes (in welches ich plane zu ziehen) macht. Auch das sehe ich wieder völlig aus anderen Augen: Vegan zu sein ist nur auf den ersten Blick kompliziert. Sobald man sich mal „eingelebt“ hat, muss man ja nicht jede Packung umdrehen um zu wissen, ob etwas vegan ist oder nicht. Es ist so simpel, eine neue Welt tut sich auf. Aber ich kann ihm dies nicht glaubhaft machen, weil er es auch nicht probieren möchte. Selbst eine vegetarische Lasagne würde er nicht essen wollen, weil in eine Lasagne einfach Fleisch gehört. Ob ich, wenn ich zu meinem Freund ziehe, tatsächlich einfach trotzdem den Sojajoghurt in den Kühlschrank packen soll um meinen Freund daran zu gewöhnen? Oder riskiere ich umso mehr Abneigung? Würde das Umfeld meines Freundes tatsächlich auch so überreagieren wie er? Alles ist möglich. Es ist ein echtes Dilemma!

    Danke für eure Hilfe!!!

    1. hallo sandra,
      ich habe jetzt nochmal mit meinem mann gesprochen, wie das damals für ihn war, als ich vegan wurde. er hat bestätigt, dass er angst hatte, dass jetzt alles wahnsinnig kompliziert wird (essengehen, einladungen, urlaub, etc.) Ausserdem hat er noch gesagt, dass er die sorge hatte, es würde jetzt noch schwieriger werden, jemanden zu erklären, warum ich esse was ich esse bzw. nicht esse. wir wohnen auf dem land und da hört man tatsächhlich so sachen wie: „ich hab schon gewusst, dass es vegetarier gibt – aber in der unmittelbaren umgebung?“ wurde mir mal bei einer grillerei gesagt… und da war ich ja NUR vegetarisch. aber mein mann ist bis dahin immer hinter mir gestanden und hat mich unterstützt und verstanden bzw. versucht zu verstehen;) … und dann werd ich auf einmal vegan und er versteht eigentlich nicht warum und kann nicht mehr für mich einstehen… das war seine sorge. gestern hat er zu mir gesagt, heute weiß er, warum ich vegan bin. und darum kann er anderen das auch erklären. es spielt ja soviel mehr mit, als nur die ernährung. im ersten moment denkt man natürlich nur ans essen… aber je mehr man sich damit beschäftigt, desto klarer wird, es ist viel weitgreifender.
      ich würde an deiner stelle noch abwarten… gib ihm noch zeit, aber lass dir nicht alles gefallen, sondern konfrontiere ihn auch damit … und werde dir selber klar, warum du vegan geworden bist … und was es für dich bedeutet. dann kannst du es ihm auch erklären. sobald er es versteht, wird er es akzeptieren… da bin ich mir sicher. nur, ob er es versteht… das kann ich nicht beurteilen.
      alle liebe,
      doris

      1. Hoi Doris

        Es bedeutet mir sehr viel, dass du dir so Zeit nimmst für „mein Problem“, und sogar noch deinen Mann gefragt hast, wies für ihn war und wie er die Situation sieht. Eine bessere/objektivere Ansicht kann ich wohl nicht erhalten! Mein Freund hat übrigens auch einmal gesagt, er könne nicht hinter mir stehen bei dieser Einstellung. Vegetarisch, das könne er ja noch verstehen, aber vegan???!

        Deinen Rat, meinem Freund noch Zeit zu lassen, ihn aber auch immer wieder zu konfrontieren mit meinem Wunsch, finde ich super. Auch wenn mir jetzt schon bang wird von den vielen unangenehmen Situationen, die es zu überwinden gibt. Als harmonieliebender Mensch kann ich einfach fast nicht streiten, auf den Putz hauen, oder eine emotional für mich so aufwühlende Situation heraufbeschwören. Ich hoffe ganz fest, dass es gut kommt, so wie bei euch. Dass er es irgendwann wenigstens akzeptiert (wenn schon nicht respektiert). Wenigstens so à la „leben und leben lassen“. Damit wäre ich schon zufrieden. Ich versuchs! Vielen Dank!!!

  15. Hallo zusammen,

    habe das selbe Problem wie Sandra auch gehabt – ich habe ihn schonend drauf vorbereitet dass ich kein Fleisch mehr möchte, dann standen wir im Supermarkt und ich habe ihm eröffnet, dass ich auch nicht mehr das Bedürfnis habe, Milch, Käse, Eier etc. zu konsumieren… Er hat sich dann zur Rede gestellt und als dann das Wort „vegan“ viel hat er dann erstmal rausgehauen „Fass mich nicht an, du Ketzerin“ – klar dass ich da verletzt war und erstmal eine halbe Stunde den Raum verlassen habe, bis wir uns beide wieder beruhigen konnten. War ja zugegeben auch für ihn eine krasse Nachricht von der Umstellung.
    Was nicht schön war, waren die ersten 1,5 Monate vegan. Jedes Mal wenn der Magen knurrte kam „Na siehste, dein Fleischhunger“, wenn ich erschöpft aus der Uni oder von der Arbeit kam, war ich auch angeblich nur wegen meines „Tiermangels“ müde und bei jeder Gelegenheit wurde der Veganismus in Frage gestellt – manchmal sogar vor Freunden lächerlich gemacht.
    Ich habe aber dann genug bekommen und bin richtig sauer geworden, habe ihm dann gesagt dass ich seine Kommentare unangebracht und respektlos finde und es mich traurig macht, dass er sich nichtmal für mich freuen kann, dass es mir seit der Umstellung so gut geht und dass ich mit der pflanzlichen Ernährung glücklich bin. Umgekehrt sage ich ja auch nicht jedes Mal, wenn er sich ein Stück Fleisch brät, er sei ein schlechter Mensch, würde Tiere töten, ungesund leben und das übliche. In einer Beziehung, in der es nur von meiner Seite her Toleranz gebe, wolle ich nicht leben, habe ich zu ihm gesagt, obwohl ich ihn über alles liebe.

    Da wurde er plötzlich ganz still.
    Hat sich entschuldigt und vorgeschlagen, dass wir einmal die Woche zusammen etwas kochen, vegan.
    Und siehe da, ihm hat es bisher immer geschmeckt. Auch ohne Tier hinzuzufügen.

    So und jetzt zu dem anderen Thema, das Umfeld:
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, solange man den Leuten offen entgegentritt und es für sie keine Nachteile hat (zB als meine Mutter vegetarische „Extrawürste“ gemacht hat und sie mir dann trotzdem nicht geschmeckt haben, hat sie sich verständlicherweise irgendwann dagegenestellt, jetzt, wo ich mich selber bekoche, toleriert sie das total – warum auch nicht?) alles gut ist. Auch Leute, die nicht den Bezug zum Veganismus haben, sind oft sehr interessiert und das Argument „mir persönlich tut es gut“ kann auch keiner abschlagen.

    So jetzt hab ich so viel geschrieben – ich hör jetzt auf und wünsche dir, Sandra, und allen anderen die in der Situation sind, alles alles Gute, setzt euch durch!

    Anna

    Falls ihr interessiert seit, würde ich mich freuen wenn ihr mal in meinem neuen Blog vorbeischaut – er ist allerdings größtenteils englischsprachig geplant!
    tinyveganelephants.wordpress.com

    1. Hei Anna

      So wie du es schilderst hat es scheinbar einen „Ausbruch“ deinerseits gebraucht, um deinem Freund mal die andere Seite der Medaille zu zeigen, ihm klar zu machen, dass du IHN/seinen Lebensstil ständig tolerierst und er DIR in keinster Weise entgegenkommt. Ganz ruhig habe ich das natürlich auch schon zu klären versucht, aber mein Freund sieht das ganz anders. Schon als ich Vegetarierin war musste er sich mir anpassen. Er könne mit mir als Vegetarierin schon nicht in jedes beliebige Restaurant gehen (ganz ehrlich: ich bin zufrieden mit Salat oder einem Teller Nudeln ohne irgendwas, Probleme habe ich nie gemacht, hatten wir nie, und was vegetarisches findet man überall). Und wir müssten schon so teilweise separat kochen (er halt einfach zusätzlich noch sein Schnitzel, ich nahm alles andere…). Für ihn riiiesen Kompromisse, die scheinbar ins Unermessliche steigen, wenn ich nun auf vegan bestünde. Dann könnten wir NUR noch separat kochen, ein solches gemeinsames Leben könne er sich einfach nicht vorstellen…

      Ich kann ihm einfach nicht klar machen, dass ich das alles nicht so kompliziert sehe. Dass er sich keine Gedanken machen müsse (wenn schon, dann schlage ich mich ja mit Einkaufen und Inhaltsangaben rum). Er lässt es uns momentan ja nicht mal versuchen, um seine Vorstellung bestätigt oder widerlegt zu sehen.

      Hast du, als du mit deinem Freund so Klartext gesprochen hast, alles auf eine Karte gesetzt und riskiert, dass ihr euch trennt? Wenn ja, war das nicht unheimlich schwer? Und wie lange hat es gedauert, bis du soweit warst?

      Jedenfalls: gut gemacht!

  16. Hallo miteinander,

    es ist schon erstaunlich zu sehen, dass sich mit Nick bislang erst ein einziger Mann zu Wort gemeldet hat.

    Ich war bereits fast fünf Jahre lang mit meiner früheren Freundin zusammen gewesen, als ich so langsam begriffen habe, was ich da eigentlich tue. Ich lebte nach dem Motto „Fleisch ist mein Gemüse“, und mein Kühlschrank beinhaltete außer Wurst, Käse und Milch nicht viel anderes. Im Rückblick natürlich unfassbar dumm, aber ich kannte es nicht anders. Im ländlichen Gebiet aufgewachsen, wo auch der Opa immer vom Stück Lebenskraft spricht, muss man schon durch Zufall bei der richtigen Erkenntnis landen – was mir zum Glück passiert ist.
    Über mehrere Monate hinweg habe ich eigentlich nur noch Fleisch gegessen, wenn wir bei den Eltern meiner Ex zum Mittagessen waren. Bei mir zuhause war der Kühlschrank zunächst nur noch mit Käse belegt – viel Käse. Das war für meine Ex noch akzeptabel. Nachdem ich dann irgendwann die China Study gelesen hatte war ich endlich aufgeklärt – und hab mich ganz überschwänglich damit beschäftigt, mich in meine neue Lebensweise einzufinden. Also halt die erste Soja-Milch gekauft (schmeckte furchtbar nach Getreide ^^), den ersten Tofu gegessen (Räuchertofu kannte ich noch nicht, schmeckte also quasi nach nix😀 ) usw., kennt ihr ja sicher alle. Aber meine Ex fand das total schrecklich – immer wenn ich was vegan anmutendes gekauft hatte, hat es geheißen „schon wieder dein Öko-Fraß“. Wenn ich mal das Wort „vegan“ erwähnt hab, ist sie gleich halb an die Decke gegangen. „Willst du jetzt wohl gar nix mehr essen?“, „Die T-Shirts werden doch auch alle von Kindern gemacht, die darfst du ja dann auch nicht mehr anziehen!“ und mit ihr wichtigster Punkt „Dann können wir gar nicht mehr zusammen genießen!“. Ich war zunächst so dumm, blind vor Liebe oder wie man es auch immer nennen mag, dass ich trotzdem weiterhin wenn sie bei mir war Käse gegessen hab, damit sie nicht gleich wieder an die Decke geht, wie wenn ich zB zum Abendessen nur Dinge gegessen hätte, die offensichtlich ohne tierische Bestandteile sind. Ich war wirklich dumm… Irgendwann ist das ganze dann in die Brüche gegangen. Natürlich nicht nur deswegen, aber das hat schon großen Anteil daran genommen.

    Meine neue Freundin isst zwar Fleisch, aber wirklich wenig – und wenn sie bei mir isst, wird sie komplett vegan ernährt – und natürlich schmeckt es ihr auch😀 Wenn ich zu ihr komme, kauft sie sogar extra Räuchertofu, Aufstriche, Wilmersburger Scheiben etc. Meine Ex hätte, gesetzt dem Fall ich hätte bspw. Räuchertofu mit zu ihr nach Hause gebracht, eher sowas gesagt wie „Deinen scheiß Öko-Gefress kannst gleich wieder mitnehmen!“.

    Letztlich bleibt für mich die Erkenntnis, dass es sich nicht lohnt, in einer Beziehung an dieser Stelle unheimlich viel Energie reinzustecken, wenn eh klar ist, dass das Gegenüber in keinster Weise jemals Verständnis zeigen oder dich gar unterstützen wird. Gerade beim eigenen Partner/der Partnerin muss doch da eigentlich allein schon der Liebe wegen ein grundlegendes Verständnis für die eigenen Bedürfnisse und Wünsche vorhanden sein. Und bitte nicht nur tolerieren, sondern respektieren. Keiner verlangt, dass der andere die eigenen Sichtweisen gleich übernimmt, aber bitte doch nicht ständig dagegen arbeiten. Das macht eine Beziehung auf lange Sicht nur kaputt. Und es gibt viele Deckel, die auf einen Topf passen – und ein neuer Deckel kann – wie bei mir – durchaus 100mal besser passen als der alte🙂

    1. Hoi „Risikofaktor“. Es ist genau wie du sagst: Ich bin nicht vegan geworden, weil es „in“ ist (auch wenn die Präsenz in Büchern und Medien natürlich erst ausgelöst hat, dass ich überhaupt damit in Kontakt kam). Und trotz aller Liebe zu meinem Freund, trotz dem zeitweiligen Wunsch, das Rad der Zeit zurückdrehen zu können und einfach wieder die gute alte „unböse“, „unextreme“ Vegetarierin zu sein, weil ich das Essen mit meinem Freund dann wieder ohne schlechtes Gewissen geniessen könnte… Trotz allem KANN ich nicht einfach zurück. Ich lebe nicht einfach vegan, ich „fühle“ vegan – und das bringe ich nicht einfach weg. Momentan zerfleische ich mich einfach selbst, weil ich das Problem weder in die eine, noch in die andere Richtung lösen kann. Aber eure vielseitigen Kommentare geben mir neuen Mut, Denkanstösse, Hoffnung, Kraft… Merci!

      Sandra

    2. Hallo Damo!

      Ja, Stimmen aus der Männerwelt sind noch spärlich gesäht… Aber eigentlich ist es ja egal, ob Mann oder Frau, wer vegan ernsthaft lebt, tickt gleich.

      Ich bin froh um deine Ehrlichkeit. Dass du eher zum Beziehungsende rätst, wenn keine Toleranz, Akzeptanz, geschweige denn Respektierung der tiefsten Gefühle des Partners vorhanden sind. Natürlich ist es viel einfacher, wenn man sich nicht mehr verändert, sprich, schon vegan lebt und einen Partner von Anfang an so kennenlernt. Man muss sich viel weniger erklären, die Situation abtasten, neue Verhaltensweisen klären, den Lebensstil ändern. Würde ich theroretisch begrüssen. Das Beispiel von Doris, die oben geschrieben hat, zeigt, dass es trotz anfänglicher Schwierigkeiten klappen kann und es ist gut so. Dein Beispiel zeigt, dass es zur Trennung kommen kann, und es -wenigstens rückblickend- auch gut so ist.

      Hast du mit deiner Ex denn Gespräche darüber gefüht, was sie so am veganen Lebensstil stresst, den du ihr ja auch nicht aufgezwungen hast? Und wie hat dein Umfeld auf deine Umstellung reagiert?

      Danke für deine Unterstützung!

  17. Hallo Sandra,

    ja, ländlicher Raum ist schwieriger, das schonmal vorweg.
    Wenn ich auf Heimatbesuch bin und dort z.B. meinen Geburtstag feiere, bekomme ich zu hören: „Für meinen Mann machst du aber etwas Fleisch, ja, der wird sonst doch nicht satt“.
    Oder „Das vegane Zeug ist doch total ungesund. Die ganzen Pillen, die man als Veganer nehmen muss“. (Dass es eigentlich nur Vitamin B12 und D sind, die man braucht, und auch Omnis teilweise gut daran täten, Vitamin D zu nehmen, und dass jeder klaglos Jodsalz kauft, ohne von unnatürlich zu reden, das wird dann ignoriert und die Diskussion ins Lächerliche gezogen, bevor man sich ernsthaft mit Argumenten beschäftigen muss.)

    Wichtig ist: Wenn du dich entscheidest, vegan zu essen, zu leben, dann schliesst du dich keinem Club oder einer Sekte an und befolgst Regeln. Auch wenn vegan „in“ ist, machst du das nicht, weil du einem Trend folgst oder weil du irgendwo dazugehören möchtest. Es ist deine Entscheidung, was du nicht mehr essen möchtest und auch, was du jetzt an anderen leckeren Sachen essen möchtest. Vegan ist ein Oberbegriff, der tatsächlich viele Ausprägungen und auch viele verschiedene Gründe zusammenfasst.
    Das bist DU und dich gibt es halt ab jetzt nur noch in der veganen Variante.

    Alle Gute!

  18. Ich bin ziemlich alleine in meiner Familie mit der Umstellung unseres Ess-Verhaltens. Mein Mann ist Metzgers-Sohn, liebt Wurst und Fleisch, genauso wie unser Sohn auch.
    Die einzige, die mit mir an einem Strang zieht ist meine Tochter, die eigentlich kein Fleisch essen will, sich aber gestern bei Ikea dann doch wieder Köttbullar gekauft hat. Ich kann sie mit ihren 11 Jahren gut verstehen, die Lust ist manchmal größer als der Verstand.

    Da mein Mann mir allerdings alle 4 veganen Kochbücher geschenkt hat, muss er da einfach durch. Selbst schuld sage ich dann zu ihm. Wobei es ihm ja schmeckt, so is nicht. Er isst es, sieht auch ein, daß es besser und gesünder ist. Aber hin und wieder fordert er einfach Fleisch ein. Das finde ich auch ok, kaufe allerdings nur vom guten Metzger.
    Letztes Jahr beim Grillen gab es für die Familie auch Würstchen und Fleisch, allerdings viel seltener (lag wohl auch am Wetter) und weniger. Mehr Gemüse aufm Grill.
    Von heut auf morgen werde ich die Family nicht komplett bekehren können, aber ich arbeite langsam drauf hin🙂
    (Mich selber muss ich ja auch „bearbeite“, denn auch ich liebe Fleisch….)
    LG
    Martina

  19. Wie die Geschichte von Sandra zeigt, gibt es (leider) Ignoranten, die Vegetarismus oder Veganismus strikt ablehnen, ohne sich damit inhaltlich auseinandergesetzt zu haben. Oft liegt in dieser radikalen Verweigerung ja eine tiefer liegende Ursache verborgen. Diese kann sein, dass Sandras vegane Ernährung dem omnivoren Freund (unbewusst) vor Augen führt, dass dessen Fleischkonsum letztlich Umwelt und Tiere Schaden zufügt. Verdrängung und Verweigern einer inhaltlichen Diskussion sind da „probate“ Mittel, sich nicht weiter mit der eigenen Verantwortung gegenüber Flora und Fauna auseinandersetzen zu müssen. Für mich persönlich war ein wichtiger Grund, warum ich vom jahrelangen Vegetarismus letztlich zum Veganismus gewechselt habe, dass ich sowohl das massenhafte Dahinschlachten der Tiere als auch die schädlichen Auswirkungen auf das Klima nicht mehr tolerieren konnte.
    Sandra, nun, führt dies alles ihrem Freund täglich vor Augen: Insofern erscheint der Soya-Joghurt als Symbol der unabdingbaren Verantwortung gegenüber der Natur und dem Respekt vor den Lebewesen schlechthin.
    Eine Lösung für Sandras Beziehungsproblem scheint mir nicht in Sicht, falls der Freund seine innere Haltung nicht revidiert. Aber vielleicht ist die „extreme“ Ablehnung der veganen Lebensweise durch den Freund auch nur ein vorgeschobener Anlass, sich aus der Beziehung zu verabschieden, ohne Gespräche mit der Freundin führen zu müssen, die auch eine Auseinandersetzung mit dem eigenen „Selbst“ zur Folge hätten. Da ist es einfacher zu sagen: „Für mich sind Veganer Spinner, oder ich will keine vegane Freundin“.
    Sandras Toleranz gegenüber ihrem Freund allerdings ist wirklich bewundernswert: Ich selbst würde niemals mit einem Fleischesser die gleiche Pfanne teilen, noch würde ich überhaupt das Zubereiten oder Lagern toter Tiere akzeptieren.
    Beste Grüße
    Ivo

  20. Oh man, bei diesem Artikel könnte ich gleich wieder anfangen zu weinen.:/
    Mir geht es ganz ähnlich wie Sandra, nur sogar noch extremer: Mein Freund findet sogar Vegetarier total dämlich! Veganer sind DIE Spinner überhaupt & gefährden ihre Gesundheit & sind immer die Stimmungskiller beim Grillen & so kompliziert beim Essen gehn & kochen etc. Ich hab ihm versucht zu erklären, dass dies nicht so ist, und dass er überhaupt nichts davon mitbekommen muss – aber er hat da eine sehr genaue Meinung (obwohl wir beide mit einer sehr sehr netten Veganerin bekannt sind – die nie auch nur ansatzweise so war). Wir haben schon oft darüber geredet – und er fände es „furchtbar nervig“ & sieht da viel Konfliktpotenzial wenn ich nur Vegetarier !! wäre! 😦 Obwohl er total liebevoll zu (Haus)tieren ist, seine ehemaligen Hunde & meinen Kater absolut liebt, Spinnchen nicht einsaugt sondern rausträgt etc. Ich bin aber nun mal eher ein Sensibelchen & sehne mich nach Harmonie (unsere Beziehung ist bis auf das Thema auch seit 2 Jahren absolut harmonisch & wunderschön). Und so lebe ich seit einem halben Jahr klammheimlich vegan, außer ich bin bei ihm (wir führen eine Wochenendbeziehung und ich habe im Moment leider viel zu tun:/ deshalb sehen wir uns nur ca. alle 3-4 Wochen). Da nehme ich dann natürlich beim Asiaten auch nur das vegane Sushi oder beim Dönermann was ohne Fleisch, aber wenn wir z.B. bei seiner Mum zum Sonntagsbraten eingeladen sind esse ich eben mit.😦 Aber das kann ich ja nicht ewig so weitermachen. Was ist wenn wir mal zusammenziehen wollen? Ich werde ihn nicht deswegen aufgeben, soviel steht fest. Und ich will ihn ja auch gar nicht überzeugen – nur eben selbst die Freiheit haben vegan zu Essen. Aber die wenigen Stunden die wir uns sehen will ich nicht mit sinnlosem diskutieren verbringen – es hängt mir den ganzen Monat lang nach wenns am Wochenende mal kurz angespannte Stimmung gab.😦 Fernbeziehung ist schon schlimm genug.
    So, sorry für den Roman. Musste mir das mal von der Seele schreiben… Vielleicht hat ja jemand eine gute Idee – außer Trennung (kommt einfach nicht in Frage, danach könnte ich Veganismus nie mehr als etwas positives betrachen) & Argumente (die er nicht hören will).

    1. Liebe Lea!

      Dein Fall ist praktisch identisch mit meinem, kaum zu glauben. Eine (Wochenend-)Beziehung, die wundervoll und erfüllend ca 2 Jahre lang funktioniert hat, ohne andere Probleme – und plötzlich ist da der Veganismus, der die gesamte Partnerschaft bedroht. Ich hatte bis vor kurzem das Gefühl, ich müsse mich entscheiden: mein Freund oder meine Werte (spätestens dann, wenn wir zusammen wohnen, was in 3 Monaten der Fall sein wird). Ich bin fast zerbrochen daran, und hab mich deshalb hilfesuchend an diese Community gewendet. Das gab mir etwas Mut, weiter zu kämpfen. Ich hab nochmals nachgehakt bei meinem Freund, der das Thema kategorisch abgewiesen hatte.Ich gab ihm (schriftlich in einem Mail, weil ich die Worte besser fand) ganz konkrete Beispiele, inwiefern ich vegan leben will, und wo ich ihm entgegenkommen würde. Er reagierte sehr sehr verärgert auf meine Nachricht. Die Beziehung wäre um ein Haar gescheitert. Buchstäblich in letzter Minute sagte er plötzlich: „Ok. Dann mach halt dein Ding.“ Wow. Ich habe nie erwartet, dass er mir nur in irgendeiner Weise entgegenkommen würde. Es ist noch keine Garantie, dass hat auch er mir gesagt, dass es klappen wird. Aber nun haben wir die Chance, es zu versuchen. Die letzten Wochen waren dann doch nicht ganz einfach, aber, kaum zu glauben, es wird wirklich besser. Mein Freund scheint begriffen zu haben und hat es selbst formuliert, dass wir beide einen Schritt aufeinander zugehen müssen. Ich weiss nicht, weshalb dies bei ihm zu Beginn gar nicht und dann plötzlich möglich war. Vielleicht brauchte er Zeit und auch die drohende Gefahr, dass ich andernfalls Schluss machen würde.
      Bis jetzt hast nur DU deinem Freund nachgegeben. Du hast sogar weiterhin Fleisch gegessen (ich verstehe auch die Gefühle dahinter, früher hat mans sorgenlos getan, und jetzt stellt man sich so an…). Aber du sagst es selbst „es kann nicht so weitergehen“. Durch meine erst noch junge Erfahrung möchte ich dich ermutigen, den Schritt zu wagen und deinem Freund aufzuzeigen (mündlich oder schritlich), was du konkret möchtest, welchen Freiraum du wünschst und welche Kompromisse du für ihn eingehst. Und dann soll der Junge mal gründlich überlegen ob er damit leben kann. Ich hatte Angst, meinen Freund zu verlieren, ich weiss genau, was du damit meinest, wenn du sagst, du willst deinen Freund nicht wegen dem Veganen verlieren. Aber ich musste es schlussendlich riskieren, zu wertvolle/persönliche Werte hätte ich ignorieren müssen. Und wenn beide bereit sind, es wenigstens zu versuchen, dann findet man sich plötzlich wieder in einer neuen und gar nicht viel anderen Welt. Man ist ja noch dieselbe Person, dasselbe Paar.

      Ich weiss nicht, ob ich dir, Lea, mit meinem Roman weiterhelfen konnte. Es nimmt mich aber Wunder, wies bei dir/euch weitergeht. Ich drücke ganz fest die Daumen!

      Herzlich
      Sandra

      1. Liebe Sandra, ich danke dir soo sehr aus ganzem Herzen für deine Antwort! Morgen sehe ich meinen Freund wieder (was mich heute in Gedanken schon wieder beschäftigt hat, wie ich mich bei ihm unauffällig möglichst vegan durchmogeln kann…) & heute direkt vorm Schlafen gehen kommt diese tolle Mail mit deiner Geschichte. Ich weiß noch nicht wie es weiter geht und das werde ich heute Nacht auch nicht mehr lösen können, aber ich habe jetzt das deutliche Gefühl, dass ich – nein, dass wir es schaffen können. Obwohl mich das Thema so belastet, kann ich seit 5 Minuten nicht aufhören zu Lächeln. : )
        Ich werde es wagen!

      2. Hallo Sandra!🙂

        Ich möchte dir nochmals danken, dass du mich hier ermutigt hast!
        Ich habe es nun vor einigen Tagen meinem Freund gestanden – unter vielen Tränen. Ich hatte so furchtbare Angst, wie er reagieren würde… Denn gerade am Frühstückstisch an diesem Morgen gabs ein paar unschöne Kommentare (aber nicht nur von ihm), die mich wieder ziemlich traurig gemacht hatten. Deshalb war ich den Tag über auch sehr traurig, und dadurch dass er mir helfen wollte und wissen was los ist, kam es überhaupt zu dem Gespräch. Aber er war so unendlich liebevoll, als ich es ihm endlich ins Gesicht sagen konnte.🙂
        Er antwortete, es sei doch nicht so schlimm, wenn vegan mich glücklich machen würde, dann sollte ich das machen. Und es würde nicht zwischen uns stehen. Es tat ihm sogar Leid, mit seinen ständigen Kommentaren so viel Druck bei mir aufzubauen, dass ich mich fast nicht getraut hätte es zu sagen. Denn wir sind ein Team und können über alles reden! Ich bin so unendlich froh!!🙂
        Wir haben später nochmal darüber geredet und ausgemacht, dass ich mich um alles kümmern werde und ich auch nichts dagegen habe, dass er weiterhin Fleisch isst. Ich weiß noch nicht so genau wie ich die Wochenenden bei ihm überleben soll – aber immerhin weiß ich, dass er mich nicht verurteilen wird, wenn ich ihm eine Sojamilch in den Kühlschrank stelle. Und er mich trotzdem liebt.🙂

        Allen verzweifelten da draußen, die sich mit ähnlichen Problemen herumschlagen müssen wie ich das musste, wünsche ich einen ganz lieben Partner und Mut!🙂

        Ich dachte wirklich mein Freund wäre der letzte, der eine vegane Freundin einfach so akzeptieren würde. Aber es geht!
        Und genauso wie Sandra es schreibt, eigentlich sind wir noch genau das selbe Paar wie früher!🙂

        Liebe Grüße, Lea

  21. Wow, Lea, das ist ja super! Ich bin sehr froh darüber!
    Bei mir ist und bleibt es ein Auf und Ab – je nach Laune meines Freundes, leider. So verständnisvoll wie Leas Freund hat er nie reagiert. Dennoch ist unsere Liebe irgendwie noch genauso stark wie immer. In einem Monat werden wir zusammenziehen und dann wird es sich weisen… Daumen drücken…!🙂

  22. Oh Mann, die Geschichte dieses Beitrags gehört verfilmt! Mir stehen mittlerweile Tränen in den Augen!
    Ich freue mich total, dass ihr trotz euren Befürchtungen für eure Überzeugung eingestanden seid und hoffe, dass damit eure Beziehungen wachsen werden.

    Als meine jetzige Frau mich damals aufgeklärt hatte, dass sie vegan werde, machte ich ihr klar, dass ich es toll fand aber mich wegen Abendstudium und Vollzeitjob zeitmäßig nicht dazu verpflichten wollt.

    Nicht mal ein halbes Jahr und ein paar wertvolle Entscheidungen später waren wir gemeinsam vegan.

    Ich weiß nicht, wie ich mich angemessen für ihr Geduld, Toleranz und Motivation jemals bedanken könnte.
    MfG toe

    1. Hei Toe
      Unglaublich, dass es so „einfach“ sein kann – dass beide Partner einfach denselben Weg einschlagen können. Gratulation, dass es für euch so gut klappt und für beide stimmt. Was meinst du mit „ein paar wertvolle Entscheidungen später“? Habt ihr doch zuerst abmachen müssen, welche Grenzen ihr kulinarisch ziehen wollt, wo ihr einkaufen wollt oder so ähnlich? So wie ich deine Nachricht lese, scheinst du von Anfang an dem Thema Vegan jedenfalls nicht abgeneigt gewesen zu sein. Oder kennst du auch negative Gedanken aus der Rolle des Partners, welcher nicht als erster mit der Idee von veganem Leben kam?

      LG Sandra

      1. Hey, ich habe dann aus mehreren Gründen den Vollzeitjob aufgegeben und mich mehr ums Studium gekümmert. Damit hatte ich auch mehr Zeit um mich mit den ‚veganen‘ Argumenten zu befassen.
        Ich war von Anfang an dafür, dass sie das macht, wenn es ihr gefällt. Aber ich konnte mir anfangs nicht vorstellen, dass es eh nicht soviel Aufwand sei sich zu informieren und um zu gewöhnen.
        Ich glaube, dass es ziemlich positiv für unsere Beziehung war, die Umstellung gemeinsam durchzuführen, trotz meiner Verzögerung. Wir mussten uns vermutlich relativ wenig mit der bösen IST-Situation (Umweltproblem, Ethische Ignoranz, Wohlstandskrankheiten,…) in unseren Argumentationen befassen, sondern redeten wahrscheinlich mehr über die SOLL-Situation, die wesentlich verträglicher für alle ist.
        MfG toe

  23. Hallo, allerseits!
    Ich habe durch eine Suchmaschinen-Anfrage diese Seite mit euren spannenden Kommentaren gefunden und bin sehr erleichtert, dass das Problem, mit dem ich mich derzeit konfrontiert sehe, scheinbar doch nicht ganz so ungewöhnlich ist, wie ich gedacht hatte.
    Mir geht es ziemlich ähnlich wie Sandra zu Beginn der Diskussion: Ich habe 7 Jahre vegetarisch gelebt und mein derzeitiger Freund (mit dem ich 6 Jahre zusammen und verdammt glücklich bin) hat mich logischerweise auch als Vegetarierin kennen gelernt. Nun habe ich schon lange das Bedürfnis gehabt, meine Ernährung auf komplett vegan umzustellen – dieses aber immer wieder hinausgeschoben und ignoriert, weil ich seine ablehnende Haltung gegen den Veganismus kenne. Nachdem ich mich in der letzten Zeit allerdings verstärkt mit den ethischen, ökologischen und wirtschaftlichen Problemen auseinandergesetzt habe, die der Verzehr von Milchprodukten mit sich bringt, konnte ich diese einfach nicht mehr essen. Auch wenn ich wollte: Ich kriege sie nicht mehr runter. Bei meinem Freund stoße ich auf konsequente Ablehnung und Nicht-Akzeptanz. Er will mich nicht darin unterstützen, er würde nicht zusehen, wie ich vorsätzlich meine Gesundheit und unsere Beziehung gefährden würde, so seine Worte. Wir sind (unabhängig von der aktuellen Ernährungskrise) eigentlich das, was man als „perfektes Paar“ beschreiben würde und ich kann und will mir auch keinen anderen Partner an meiner Seite vorstellen (müssen). Doch im Moment ist er furchtbar wütend ob meiner veganen Ernährung und wirft mir Egoismus und Rücksichtslosigkeit vor. Ich hingegen wünsche mir mehr Toleranz und Respekt – bei der vegetarischen Lebensweise hat das doch auch funktioniert. Ich bin derzeit ziemlich hilflos und möche sowohl meine ethischen Überzeugungen als auch die Beziehung nicht über Bord werfen müssen.

    Ich hoffe, dass sich unsere Diskussion und Meinungsverschiedenheit bezogen auf mein Vegan-Sein im Laufe der Zeit zumindest mildern wird und der Kleinkrieg wegen der Ernährung – wie das bei euch teilweise der Fall war – irgendwann der Vergangenheit angehört. Es ist nur schade, dass ich im Moment das Gefühl habe, mich zwischen beiden Dingen entscheiden zu müssen und ich (als ebenfalls harmonielebender Mensch) tatäschlich Gefahr laufe, meine Ideale zu verraten, um die Beziehung harmonisch fortführen zu können.

    LG
    Mimi

    1. Hoi Mimi

      Wie ist es dir nun in den letzten Wochen ergangen? Hat sich schon etwas verändert?
      Deine Formulierungen sprechen mir aus dem Herzen. Vor allem die konsequente Nicht-Akzeptanz gegenüber dem Veganismus, unumstössliche Argumente bezüglich Verrat an unserer Landwirtschaft/ökologischem Blödsinn und Raubbau an meiner Gesundheit kenne ich gut. Und der Vorwurf, ich ziehe meinen Freund da in etwas hinein. Und deine Haltung, die eigenen Werte zu Gunsten der Harmonie aufzugeben teile ich ebenfalls.
      Bei uns wird es immer brenzliger. Ich habe das Gefühl, in den nächsten Wochen wird sich entscheiden (müssen), ob wir beide einen Weg finden, dieses Thema abzuschliessen, uns zu einigen, oder ob es doch nur eine Trennung gibt…
      Tipps sind immer willkommen.

      LG Sandra

      1. Hallo, Sandra.
        Da ich mittlerweile selbst einen Blog über veganes Leben angelegt habe, komme ich mal hinter dem Pseudonym „Mimi“ hervor.
        Es macht mich sehr traurig zu lesen, dass eure Beziehung nach wie vor unter der Umstellung auf die vegane Lebensweise leidet. Ich kann dir leider keine Handlungsanweisungen geben, da ich die ganzen komplexen Hintergründe nicht kenne, aber ich möchte dir gerne den Entwicklungsverlauf bei uns schildern:

        Mittlerweile bin ich seit ungefähr einem Monat konsequent vegan. Und die Schwierigkeiten zu Beginn, die ich oben geschildert habe, haben sehr lange angehalten. Jeder gemeinsame Wochenend-Einkauf wurde zur nervlichen Zerreißprobe, weil das Thema spätestens dann, wenn der Sojajoghurt im Einkaufswagen landete, zur Sprache kam und ein neuer Krach vorprogrammiert war. Aber ich kann furchtbar stur sein – wenn ich glaube, dass ich das Richtige tue. Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die vegane Lebensweise das Richtige für mich ist. Nicht nur aus Vernunftgründen – ich kann mich auch schlicht nicht mehr dazu überwinden, irgendwas Tierisches zu essen. Nach einer langen Kriselzeit mit spitzen Nebenbemerkungen, Fütterversuchen mit Käse, den ich ursprünglich mal gerne gegessen hatte und dererlei Dingen mehr hat sich in der letzten Woche vermehrt die Erkenntnis bei meinem Partner durchgesetzt, dass ich so schnell nicht mehr davon abzubringen bin und dass mir der Veganismus tatsächlich richtig wichtig ist. Dazu muss gesagt werden: Wir sind seit mittlerweile knapp 6 Jahren zusammen und können faktisch gar nicht mehr ohneeinander. Dass unterschiedliche Ernährungsweisen der Grund für eine Trennung sein sollten, war bei uns nicht ernsthaft das Thema. Es war nur die Frage, wer länger durchhält in der konsequenten Vertretung seines Standpunktes. Ich glaube, das bin ich. Denn in letzter Zeit scheint er meine Entscheidung – wenn nicht zu respektieren – zumindest zu akzeptieren. Letztes Wochenende blieb der Einkaufs-Kleinkrieg aus, der Sojajoghurt landete kommentarlos im Einkaufswagen und von da aus im Kühlschrank. Die Sticheleien haben nachgelassen. Wir können uns sogar auf sachlicher Ebene über das Thema unterhalten. Bei einigen dieser Gespräche hat sich herausgestellt, dass ein wesentlicher Motor seiner Ablehnung schlicht Angst war: Die Angst, sein Leben nicht mehr in dem Ausmaß mit mir teilen zu können, wie er das bisher gekannt hat. Vielleicht rührt sein verändertes Verhalten in der letzten Zeit daher, dass er erkennt, dass sich an unseren kulinarischen Gewohnheiten, die wir zusammen pflegen, nicht wesentlich viel geändert hat und seine Befürchtungen dementsprechend unbegründet waren. Und dass ich nicht über Nacht eine andere Person geworden, sondern eigentlich immer noch dieselbe bin – nur reflektierter und konsequenter in ihren Konsumentscheidungen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Erfolge von Dauer sein werden und ob die Ernährung nicht irgendwann wieder als Krisenpunkt auf dem Tisch landet, aber die aktuelle Entwicklung gestaltet sich auf jeden Fall vielversprechend. Das liegt aber im Wesentlichen daran, dass ich (manchmal auch sehr nachdrücklich) meinen Kopf in dieser Beziehung durchgesetzt und ihm klar gemacht habe, wie wichtig mir sowohl der Veganismus als auch seine Unterstützung bei diesem Projekt sind.

        Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Schilderungen ein bisschen weiterhelfen. Wie gesagt: Es ist sehr schwierig, zu eurer Situation etwas zu sagen, weil mir so viele Hintergründe, die zum komplexen Beziehungsgeflecht gehören, unbekannt sind. Aber mir persönlich hat es geholfen, unaufdringlich und sachlich, aber konsequent und bisweilen dickköpfig mein Anliegen zu vertreten. Und gleichzeitig klar zu machen, dass meine neue Lebensweise nicht in Konkurrenz mit meinen Gefühlen für ihn steht.

        Ich hoffe für dich und eure Beziehung nur das Beste.

        Liebe Grüße
        Jenni

  24. Hei Jenni

    Danke vielmals! Deine Antwort ist schon hilfreich. Jeder vergleichbare „Fall“, welcher sich dann lösen liess und nicht zur Trennung führte, macht mir Mut. Ob bei meinem Freund nur Verachtung und beinahe Hass auf die Veganer/vegane Lebensweise bestehen oder sich dahinter Angst und Enttäuschung verbergen, kann ich nicht gut beurteilen. In der letzten Zeit habe ich einfach gemerkt, dass mein Wunsch nach dem veganen Leben und das Gefühl, damit die richtige Richtung einzuschlagen noch stärker geworden sind und nicht etwa weniger. Und dass ich unter Umständen sogar die Beziehung dafür hergeben würde, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Dieser Umstand macht es sicher einfacher, „stur“ zu sein und für meinen Wunsch einzustehen, auch wenn die Harmonie dadurch flöten geht. Und es wirkt dann hoffentlich auch ernsthafter. Es braucht jedesmal unglaublich Mut und Stärke, das Thema wieder anzusprechen. Dass es noch andere Ebenen der Liebe, und andere Dinge die man in der Beziehung teilen kann gibt, als nur das gemeinsame/selbige Essen, finde ich entscheidend und hoffe, mein Freund wird sich dessen auch einmal bewusst.
    Kocht dein Partner für dich ab und zu separat etwas veganes und sich selber gleichzeitig was anderes? Oder isst er immer vegan mit? Welche praktischen Lösungen haben auch im gepasst?

    Chapeau vor deinem Durchhaltewillen!
    LG Sandra

    1. Hallo Sandra,

      ich kann deinen Wunsch nach der Verfolgung des veganen Lebensstils durchaus nachvollziehen – geht es mir doch exakt genauso. Ich will – und kann – mittlerweile ganz sicher nicht mehr „zurück“ und verstehe daher deinen instinktiven Unwillen, den bisherigen Gewohnheiten nachzugehen, obwohl man sich eigentlich innerlich nicht (mehr) damit identifiziert, sehr gut.
      Natürlich musst du selbst priorisieren, was dir wichtiger ist – sollte dein Freund dich wirklich vor die Wahl stellen, was ich nun wirklich nicht hoffen möchte. Eure Beziehung scheint ja auch sehr innig zu sein und es wäre schade, wenn so etwas „nur“ wegen der Ernährung kaputt ginge. Auf der anderen Seite glaube ich schon, dass du von deinem Partner mit Recht zumindest Akzeptanz verlangen kannst. Man entwickelt sich nun einmal weiter – und deine Entwicklung gestaltet sich ja alles andere als bedenklich.😉
      Ich hatte zunächst die Strategie gewählt, die ich gerne als „Schnecken-Strategie“ bezeichne: Heimlich, still und leise, aber gradlinig und konsequent auf das Ziel zu. Das heißt, ich habe die Ernährung nicht bewusst und explizit zum Thema gemacht, sondern entweder kommentarlos gekocht oder gewartet, bis er das Thema von sich aus ansprach. Und wenn mir das Ganze zu polemisch wurde, habe ich einfach nicht mehr reagiert. Er hat dann auch sehr schnell eingesehen, dass er so bei mir nicht weiterkommt. Und in einem andauernden Kriegszustand wollte er auch nicht leben.
      Wegen des Kochens: Das habe in unserer Beziehung von Anfang an meistens ich übernommen (eigentlich so gut wie immer). Er kocht auch sehr gerne, findet aber eher wenig die Zeit dazu und lässt sich zugegebenermaßen auch ganz gerne bekochen. Aber damit sind wir beide einverstanden. Ich habe vor meiner Umstellung schon überwiegend vegan gekocht und jetzt natürlich ausschließlich. Ich habe das Glück, dass er türkische, arabische und allgemein mediterran-orientalische Küche liebt (genauso wie ich), die viele vegane Gerichte im Repertoire hat. So ist das für uns eigentlich nie Diskussionsthema und er isst immer gerne mit. Falls er doch mal Lust auf Fleisch haben sollte (was immer weniger wird), bekommt er einen separaten Teller mit einem Stück davon. Joghurt und Ähnliches isst er allein zwischendurch als Snack (auch das wird immer weniger). Ich glaube, unbewusst passt er sich meinem Essverhalten an – außer, wenn wir auswärts essen gehen (sehr selten!). Da bestellt er sich dann die Lachsplatte oder das dicke Steak. Und ich den Salat, wenn es kein Restaurant ist, das sich zumindest ansatzweise auf vegetarisch-vegane Gäste eingestellt hat.

      Vielleicht ist so eine Strategie – die „Schnecken-Strategie“ auch für dich und deinen Partner eine Idee, um zumindest die anfängliche Aggression aus der Debatte zu nehmen. Ich habe das Gefühl, dass ich meinem Freund einfach die Zeit geben musste, „damit fertig zu werden“ und das Ganze zu verarbeiten. Offene Thematisierung hat das Feuer nur wieder angefacht. So zumindest mein Eindruck.

      Ich wünsche dir weiterhin so viel Mut – und zusätzlich den Erfolg, den du verdienst!

      Liebe Grüße
      Jenni

      1. Liebe Jenni

        Deine Tipps und Erfahrungen sind wertvoll. Tatsächlich bin auch ich gewissermassen meist eine „Schneckenstrategie“ gefahren, da ich einfach nicht gerne Unruhe stifte. Jedoch blieb dies natürlich nicht unbemerkt und mein Freund war sichtlich unglücklich damit, wollte aber auch nicht darüber reden. Vor einer guten Woche redeten wir dann endlich darüber und konnten wieder mal alles loswerden. Unsere Weltansichten sind (und bleiben wohl) 180° verschieden. Von mir aus dürfen sie das auch sein, kein Mensch denkt wie der andere. Um dennoch eine Beziehung zusammen führen zu können, waren aber praktische Lösungen gefragt! Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir uns im Kochen abwechseln. Dem Koch wird nicht reingeredet. Ich koche meinem Freund (wie bisher) auch Tierisches, er ergänzt meinen Menuanteil nicht mit Tierischem. Er beharrte aber darauf, keine veganen Extrakomponenten zu kochen. Bis anhin hat das gut geklappt und ich kann auf diese Weise die meisten Mahlzeiten rein vegan halten. So kochen und essen wir lieber, habe ich das Gefühl.
        In Richtung vegan anpassen wird sich mein Freund nie, da bin ich überzeugt. Aber vielleicht braucht auch er noch mehr Zeit, um alles weniger „extrem“ und bedrohlich zu sehen… Ich staune, wie viele (meist Männer) sich ihrer veganen Partnerin trotz anfänglichem grossen Widerstand angepasst haben. Das ist schön!

        Liebe Grüsse und weiter so!
        Sandra

  25. EPILOG

    Um euch den Schluss des „Beziehungsproblems Vegan“ nicht vorzuenthalten: Mein Freund und ich haben uns einvernehmlich entschieden, getrennte Wege zu gehen. Offensichtlich habe ich das Konfliktpotenzial des Themas unterschätzt und es trotz aller Gemeinsamkeiten nicht geschafft, die Partnerschaft und die unterschiedlichen Werte miteinander zu vereinbaren. Ich freue mich für alle jene, bei denen dieser Spagat geklappt hat!

    Alles Gute auf euren Wegen
    Sandra

    1. Liebe Sandra,

      auch ich finde den Ausgang des Ganzen sehr schade und wünsche dir für die Zukunft alles Gute! Ich hatte so gehofft, ihr würdet eine für beide gleichermaßen akzeptable Lösung finden. Aber es soll wohl nicht so sein und dann sollte man auhc nichts erzwingen.
      Auf dass du zukünftig auf mehr Verständnis und Offenheit bezüglich des Veganismus stößt!

      Liebe Grüße
      Jenni

      1. Hm vielleicht sollte man das Thema nochmal ausführlicher behandeln? Es muss doch einen Weg geben miteinander zurecht zu kommen auch wenn man in einigen Dingen unterschiedlicher Meinung ist. Vielleicht können ja noch mehr ihre Erfahrungen beisteuern. Es macht mich wirklich sehr betroffen, dass es so ausgegangen ist.

      2. Danke ihr alle für eure Anteilnahme. Nun, ich denke nach 14 Monaten des „Probierens“ und der inneren Zerreissprobe, der Kompromisse und Missstimmungen können wir uns zumindest nicht vorwerfen, es nicht versucht zu haben. Ich habe die Hilfe von euch bekommen, und ich war sogar in einer Coaching-Sitzung, um es irgendwie zusammen zu schaffen…
        Auch wenn es schmerzt, ich will es gut sein lassen. Ich freue mich, nun mich selbst sein zu dürfen und mich mit Veganem umgeben zu dürfen.

      3. Ich muss gestehen, dass ich da auch schon drüber nachgedacht habe.
        Das Schicksal von Sandra hat mich anfangs sehr an meine eigene Situation erinnert. Diese hat sich glücklicherweise sehr zum Besseren gewandelt und ich bin ebenfalls traurig, dass es bei Sandra nicht ebenso gekommen ist.
        Ich möchte dieses Thema daher auch auf jeden Fall in einem Artikel behandeln – damit es Anderen, die sich für eine vegane Lebensweise entscheiden, nicht genauso ergeht.
        Sandra: Kann man da wirklich gar nichts mehr tun?:-/

      4. Natürlich könnte man theoretisch noch etwas tun. Aber dafür müssen auch immer zwei Parteien wollen. Und das Leben ist halt nicht so einfach wie in der Theorie… Es ist sicher gut, wenn das Thema im Internet/in Artikeln weiter verbreitet wird. Es werden wohl immer häufiger Leute in solchen Situationen sein wie ich/wir…

    2. Liebe Sandra,
      das tut mir leid, dass ihr nicht auf einen gemeinsamen Nenner gekommen seid… aber ich freue mich für dich auf eine neue aufregende Zeit… auch wenn Trennungen schwierig und schmerzhaft sind, so sind sie eine Zeit der Veränderung und da bewegt sich immer sehr viel im Leben! Ich bin zuversichtlich, dass du den besten Weg finden wirst! Alles Liebe, Doris

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