Mr. Longear meets Popeye im VVasabi, Leipzig

Mr. Longear war verwirrt. Der Himmel war frostblau, doch die Sonne schien unbeeindruckt auf die kahlen Straßen. Die Kälte zwickte in seiner Nase und er musste die Pfötchen an seinen Bauch drücken damit sie nicht starr wurden. Es war Winter, natürlich. Aber wo blieb der Schnee? So ein bißchen Weiß, das die grauen Tage erhellt und die dunklen Dächer schmückt, gehört einfach dazu, fand er. So wie es jetzt war, hatte er jedenfalls wenig Spaß an dieser Jahreszeit. Im Gegensatz dazu sprühte Frauchen Alice geradezu vor Energie und hatte ihr Sportprogramm auf ein Maximum erhöht. Und nun war sie drauf und dran, die verlorenen Kalorien wieder auszugleichen, und zwar ausgerechnet mit veganem Sushi. Als ob es nicht schon kalt genug wäre! Mr. Longear konnte seine Skepsis kaum verbergen.

Tatsächlich ist es vielleicht nicht die naheliegendste Idee, mitten im Winter Sushi essen zu wollen.😀 Aber alles kein Problem, natürlich gibt es im VVasabi auch Heißes, etwa Süppchen oder frischen Orangen-Ingwer Tee, der uns gleich zur Ankunft serviert wurde. Und praktischerweise ist unter den Sitzpaletten eine Heizung versteckt, so dass man sich gemütlich niederlassen kann, auch wenn das VVasabi mit dem Doppel-V (vegan/vegetarisch) eher wie ein Take-Away wirkt. Alice, Mr. Longear und ich entschieden uns für Sushi German Style (Rote Beete, Apfel, Melisse, Meerrettich), einmal Indisch (Masala), ordentlich Herzhaft (Gulasch), Popeye (Wirsing, Spinat) und Thailändisch (Green Curry Thai). Uuuund für den Naschhasen unvermeidlich: noch einmal Sushi süß, in dem Fall Schokonougat mit Erdnusskrokant.

Ich hatte ja vor einiger Zeit schonmal selbst versucht, veganes Sushi zu machen („Sushi ohne Fischi“), es ist ja an sich nicht so schwierig, da man ja unendlich kombinieren kann. Aber man braucht schon ein paar Ideen. Und ja, originell sind sie, die veganen Röllchen vom VVasabi. Allen voran sticht der in Wirsing verpackte „Popeye“ mit Spinat und Rührtofu heraus. Doch wunderbar frisch und abwechslungsreich waren alle Testkandidaten. Ich mag es ja besonders, wenn sich mehrere Geschmackserlebnisse nach und nach entfalten, auch vermeintlich Gegensätzliches. So fand sich im ThaiGreenCurry auch sanftsüße Erdnussbutter, Melisse verlieh dem frischen Apfel-Rote Beete-Röllchen ein hintergründig-würziges Aroma. Hingegen eignet sich das Sushi mit Gulasch für weniger experimentierfreudige Gaumen. Und ein glattes K.O. gabs beim Testen der süßen Rolle. Schokogepudert offenbarte sie ihren Krokant-Kern, der vollmundig cremig auf der Zunge zergeht. Alice sah mich danach mit großen Augen an: Wer braucht denn bei solchen Kreationen noch Fisch? fragte sie mich. Korrekt! An Fisch hab ich gar nicht mehr gedacht, denn den vermisst man einfach nicht. Probiert’s mal aus. Zu finden in der Bornaischen Straße 42, Preis pro Röllchen 3,50 Euro. Außerdem könnt ihr euch auf Smoothies und Shakes freuen. Geöffnet ist Mittwoch bis Montag von 13 bis 21 Uhr.

VVasabi – Roll up your Life!
Tel. 0341 /59160089
Bornaische Str. 42
04277 Leipzig
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Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

2 Kommentare zu „Mr. Longear meets Popeye im VVasabi, Leipzig“

  1. hallo, ich habe gerade durch Zufall deinen Blog gefunden und ich bin echt begeistert! Einer der besten blogs übers vegan sein und essen. Tolle Rezepte, tolle Buchrezensionen & sonstiges! Ich hoffe ich werde noch viel von dir lesen!😉

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