Vegan Summer Day II: Da geht was, in Leipzig!

Der Sommer war zurückgekehrt, nur für ein Wochenende: Der Vegan Summer Day Nummer Zwo braucht ja schließlich die passende Kulisse. Anders als im letzten Jahr, als der VSD seine Premiere mitten im Stadtzentrum auf dem Augustusplatz feierte, hatten sich die Veranstalter diesmal das südlichere Gelände der Alten Messe ausgesucht. Auch diesmal hatte ich nur sehr wenig Zeit, aber es reichte für eine kleine Fototour über das Straßenfest der etwas anderen Art. An vielen Ständen luden zum Testen und Verkosten oder gleich richtig essen ein. Und wer wollte, konnte sich komplett mit veganen Klamotten, Schuhen oder Kosmetika eindecken. Auch die Infostände waren gut besucht. Auf der Bühne sprach man über vegane Ernährung und bereitete Roh-Veganes. In der prallen Mittagssonne war der Platz schon angenehm gefüllt, ganz hinten spielten und malten Kinder. Ich selbst war kurz vorm Sonnenstich, aber ich fands viel zu interessant, um sofort zu gehen. Neben bekannten Marken wie Wilmersburger, Fritz Cola & Co. entdecke ich für mich auch viel Neues.

Im letzten Jahr war ich ganz hin und weg von ausverkauften Ständen und dem Gefühl, hier tut sich was, hier gibt es wirklich sowas wie eine Bewegung. 2014 schaute ich mir einige Stände genauer an und führte hier und da ein Schwätzchen mit den Inhabern. Da gibt es die Mädels von der „grünen Drogerie“ von www.diesen-samstag.com, die ursprünglich Apotheke waren und nun ganz und gar auf Kosmetik umgestiegen sind – mit einer veganen Abteilung, versteht sich. Oder Daisy, die in Leipzig mit „Ackerwinde“ Gemüsegartenparzellen und Workshops anbietet. Hier können Privatpersonen selbst ökologisch-vegan anbauen. Eine Parzelle reicht für die Versorgung mit Bio-Gemüse von 3-4 Personen eine ganze Saison lang, heißt es im Faltblatt. Das Konzept funktioniert in Berlin bereits sehr erfolgreich, so die Öko-Landwirtin. Auch bei den Jungs von www.ernte-mich.de kann man sein eigenes Beet bepflanzen oder erstellt es im Netz und lässt es pflegen und hegen. Wer in der Gruppe gärtnert, bekommt eine „Gemüseflaterate“.😀 Patrick von „Leipspeis“ fand vegane Aufstriche zu langweilig und unregional und kreierte einfach seinen eigenen – aus Leipziger Öko-Gemüse und Obst in umweltschonenden Verpackungen. Außerdem bietet er vegane Kochkurse und Catering an. Catherina vom frisch eröffneten Laden „Con Veg Style“ in Leipzig war mit einem Stand vor Ort. Einen Monat jung ist ihr Shop, der Bekleidung, Accessoires und vegane Snacks anbietet.

Nach und nach formte sich für mich ein Bild des Unternehmertums innerhalb der Pflanzisten-Szene. Es gibt nicht nur Anhänger, Vertreter, Vereinsmitglieder, 30-Tage-Challenger oder generell Alternativlinge. Es gibt eine deutliche Bewegung in Richtung Professionalisierung. Viele kleine Entrepreneurs, die viel Wert auf Regionalität, Fairness und Bio-Qualität legen und bereit sind, nicht nur durch Konsumverweigerung und -selektion (wie der gewöhnliche Veganer) zu agieren. Sie nehmen die Sache einfach selber in die Hand und beweisen so ihr Vertrauen in diese eigentlich doch so kleine und abseitige Randbewegung. So sieht es also aus, wenn sich ein paar Ideen aus einer Szene heraus manifestieren und weiterentwickeln, dachte ich bei mir und freute mich ein bißchen.

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Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

4 Kommentare zu „Vegan Summer Day II: Da geht was, in Leipzig!“

      1. Das Fest in Leipzig sieht von der Atmosphäre schon schöner aus, in Berlin ist es halt mitten auf dem Alex, der ist nicht gerade einladend, was nicht sonderlich zum Verweilen einlädt. Von den Ständen waren viele „große“ bekannte dabei, aber auch ein paar kleinere regionale Geschäfte/Marken waren vertreten. Berlin gefiehl mir trotzdem gut (vor allem wegen des Essens und ich bin nun mal echt verfressen😉. Ich wäre um ein Haar auch in den Genuss gekommen, in Leipzig vorbeizuschauen, aber da wir die Heimreise aus dem Urlaub einen Tag später angetreten haben, kamen wir erst am Sonntag an der Ausfahrt vorbeigerauscht😉

      2. Ich finds in Berlin immer überfüllt, chaotisch und recht ungemütlich. Und auch von den Veranstaltungen jedes Mal ein wenig peinlich.

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