Vegan ist auch nicht besser, quakt die Presseente

Meine Vegan Challenge für April: Einfach mal die Kresse halten.
Meine „Vegan Challenge“ für April: Einfach mal die Kresse halten.

Und noch ein Post von dieser Sorte. Nein, so war das nicht geplant. Der Nächste wird ganz bestimmt wieder eine Buchbesprechung oder ein paar schöne Rezepte, versprochen! Ich habe viele schöne Fotos für euch.🙂 Aber es kam ein ganzer Entenschwarm angeflogen, der innerhalb kürzester Zeit durch sämtliche Netzwerke schwirrte und für neues Chaos an den ohnehin schon verhärteten Fronten sorgte. Es traf mich völlig unerwartet, der erste Link war noch ganz harmlos, da schau, eine Presseente, wie niedlich. Aber dann quakte es hier und da, immer häufiger und spätestens beim Blick auf Spiegel Online, die das Ding an der prominentesten Stelle, also quasi im Doppelseitenformat brachten, war der Tag gelaufen. Spätestens jetzt muss ich leider davon ausgehen, dass auch bei SPON nur unterbezahlte Praktikanten und Volontäre zum Umschreiben von Pressemitteilungen „für Online“ verdonnert werden, weil sonst keiner Zeit hat und weil Leser für Internetartikel höchst ungern Geld bezahlen. Anders kann mich mir dieses voreingenommene Stück Missachtung der journalistischen Sorgfaltspflicht nicht erklären: „Fett und salzig: Vegane Lebensmittel sind auch nicht besser!“ lautet der neue Stein des Anstoßes. Die Überschrift müsste korrekt lauten wie von Graslutscher vorgeschlagen: Veganes Junk-Food ist nicht gesünder als unveganes Junk-Food. Selbst dann ist der Artikel immernoch dezent irreführend bzw. ist schon die Quelle, der „Martkcheck“ der Verbraucherzentrale Hamburg, auf den ersten Blick etwas verwirrend. Man gewinnt den Eindruck, da hat jemand die Testergebnisse so verstanden, wie er sie gern verstehen wollte…

Verallgemeinerung führt zu schöneren Schlagzeilen

Getestet wurden Fleisch- und Wurstersatzprodukte aus Soja, Seitan oder Lupine sowie Milch/Käse-Ersatzis aus Kokos, Soja oder Getreide, darunter auch ein Brotaufstrich, eine Art Margarine, Süßigkeiten und Sprühsahne – insgesamt 20 Produkte. Ergebnis des Tests: Teilweise hoher Einsatz von Zusatzstoffen und Aromen, denn ohne diese „wäre die Herstellung oder ein annehmbarer Geschmack in den meisten Fällen gar nicht möglich.“ Übersetzung: „Hey Veganer, euer Ersatzscheiß ist ohne eine Tonne Chemie überhaupt nicht essbar!“ Dazu kann ich nur sagen: Hey, Normalos, das trifft auf die Mehrzahl eurer Fressalien erst recht zu und ihr wollt bestimmt nicht, dass ich euch erzähle, was in Leberwurst oder Chicken Nuggets wirklich drin ist. Ohne Aromen und Zusatzstoffe ist die braune Pampe aus dem Fleischwolf erst recht nicht genießbar. Von Gammelfleisch, Antibiotika und Hormonen will ich gar nicht erst anfangen – und diese findet man ganz sicher nicht in pflanzlichen Produkten. Ich empfehle die Lektüre von „Die Suppe lügt“ und „Die Fleischmafia“ (Liste lässt sich beliebig erweitern). Im Übrigen enthalten fast die Hälfte der getesteten veganen Produkte weder Aromen noch Zusatzstoffe. Vier enthalten jeweils nur eins von beiden. Jetzt würde mich mal interessieren, wie vergleichbare Tierprodukte abschneiden. Ich kann mir vorstellen, dass Würstchen, Burger, Bolognese, Aufschnitt und Käse mit Geschmack nicht ohne die Segnungen der modernen Lebensmittelindustrie auskommen.

Es ist kaum überraschend, dass die mit dem Artikel konfrontierten Veganer gleich in die Defensive gegangen sind, denn sie wissen bereits, was in veganen Ersatzis drin ist (und die meisten leben ohnehin eher aus ethischen als aus gesundheitlichen Gründen vegan). Veganer sind gezwungenermaßen dran gewöhnt, Zutatenlisten zu lesen. Viele sind richtige kleine Experten, die meisten kennen aber zumindest die grobe Faustregel, dass alles, was mehr als drei Zutaten auf der Liste stehen hat, kein Health Food sein kann. Allerdings wäre es in dem Fall gar nicht notwendig gewesen. Denn vegane Ersatzprodukte müssen sich hinter ihren tierischen Pendants gar nicht verstecken, wie mir erst beim zweiten Blick auf die „Daten“ des Marktchecks auffiel. Bei vier bzw. fünf Produkten wurde ein zu hoher Fettanteil festgestellt und bei vier Exemplaren zu viel Salz. Ähm, bin ich die einzige hier, die findet, dass vier bzw. fünf von 20 Produkten ein ganz guter Schnitt ist? Bei nur einem Viertel beanstandeter Produkte müsste die Überschrift eher lauten: Vegane Produkte überwiegend fett- und salzarm. Aber ok, darüber kann man sich vielleicht streiten, wenn man einen davon ausgehen würde, dass sämtliche vegane Produkte gefälligst ihrem implizit vorausgesetzten Gesundheitsversprechen zu entsprechen haben. Interessanter ist die Tatsache, dass die Hälfte der getesteten veganen Produkte bis zu 50 Prozent weniger Fett enthalten als die entsprechenden tierischen Produkte. Im erweiterten Check zu Soja-, Weizen- und Lupinenprodukten wird festgestellt, dass Fleischersatzprodukte vergleichweise kalorienarm, eiweißreich und cholesterinfrei sind, sowie einen hohen Vitamin- und Mineraliengehalt aufweisen. Den Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg sollte man also weitaus differenzierter betrachten als es im SPON und nachfolgend in allen anderen Online-Publikationen von Fokus über bis ZEIT geschehen ist.

Den Vorwurf des Etikettenschwindels, etwa weil ein Schweizer Hersteller sein Produkt mit Schweizer Landschaft bewirbt, obwohl die Rohstoffe aus „verschiedenen Ländern Europas“ kommen, finde ich so an den Haaren herbeigezogen, dass ich darauf nicht eingehen will. Ob die einsame Walnuss, die auf dem Pflanzenaufstrich, der „nur 2 Prozent Walnussöl“ enthält, zu groß ausgefallen ist, werde ich hier ebenfalls nicht bewerten. Ähnlich geht es mir mit den ungenauen Bezeichnungen („Phantasienamen“ – Haha! Was ganz Neues im Marketing!). Ärgerlich finde ich allerdings, dass man auch hier auf das beliebte Vorurteil trifft, für vegane Produkte aus Soja würden Regenwälder gerodet. Dabei wird rund 98 Prozent des weltweit angebauten Sojas zur Tierfütterung verwendet. Lediglich zwei Prozent werden zu Lebensmitteln. Und die in Deutschland erhältlichen Sojaprodukte (fast immer Bio) stammen wohl eher aus Österreich als aus Brasilien.

Siegel-Wirrwarr: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
Siegel-Wirrwarr: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Außerdem bemängelt werden Siegel-Wirrwarr (ein einheitliches Vegan-Siegel wäre tatsächlich wünschenswert) und mangelnde Transparenz, da nur 40 Prozent der Hersteller innerhalb von drei Wochen auf die Anfragen der Verbraucherzentrale nicht geantwortet haben. Betrachtet man die Sache positiv, bringt uns die ganze Aufregung vielleicht einen neuen Vorstoß in  Richtigung Transparenz auch in der veganen Lebensmittelproduktion, was am Ende zu „besseren“ Produkten führen sollte. Allerdings bezweifle ich, dass dazu dieser Artikel notwendig war. Denn Veganer sind eine äußerst kritische Kundschaft und nerven Hersteller gern mit Nachfragen zu Thema Palmöl, Tierversuchen und Herkunftsländern von Rohstoffen. Und die Nebenwirkung der Artikelflut, die diese „Studie“ gebracht hat, ist in der Außenwirkung nur eine weitere Stigmatisierung der veganen Lebensweise. Nicht, dass die Omnis die Ersatzis nicht schon vorher gruselig gefunden hätten („Wieso müssen die Veggies Fleisch und Wurst nachbauen?“) aber zumindest haben sie vorher gedacht, dass Pflanzismus „irgendwie doch gesünder“ ist als die übliche Schweinshaxe aus der Kantine. Diese Vermutung kommt allerdings nicht von veganen Ersatzprodukten…

Aufregen bringt nix?

Falls ihr euch jetzt fragt, warum ich mich so aufrege, denn das habe ich leider wirklich, vor versammelter Mannschaft, weil mir natürlich auch gleich mehrere meiner Kollegen den Link schickten, versehen mit einem hämischen „Eat this!“. Ich rege mich auf, weil es gesünder ist, die Aufregung auch mal rauszulassen😀 Aber vor allem: Weil sowas hängenbleibt. Schlagzeilen und Bildunterschriften werden gelesen, gemerkt und (besonders wenn sich der Leser sich bestätigt fühlt) auch weitergegeben. Ein neuer Fall von: Veganismus ist auch nicht besser, also lehn ich mich zurück – die Welt ist eben schlecht und ändern kann man es ja nicht. Case closed. Meine schriftliche Antwort auf diesen Link war übrigens eine Abbildung von reichlich Obst und Gemüse, darüberDies sind vegane Lebensmittel“ und darunter ein paar Bilder von Foodgawker . Dass ich mich so ereifert habe, war mir danach schon wieder peinlich, sowas bringt ja am Ende nichts. Heißt es gleich wieder, Veganismus sei ’ne Religion. Aber dazu kommen wir ein anderes Mal.

Was Veganer so essen - Mein Wocheneinkauf
Was Veganer so essen. Echt jetzt.

Um dem Artikel gleich mal auf seinen Realitätsgehalt entgegenzusetzen, habe ich spontan ein Foto von meinem Wocheneinkauf gemacht. Mit Wocheneinkauf meine ich sozusagen die Basics, die ich so ziemlich jede Woche neu hole. Nicht gerade wenig, ich weiß, so für eine Person, aber ich bin ein Selbstversorger, ins Büro nehme ich einen selbstzubereiteten Salat mit, abends gibt’s zu Hause was Gemüsiges aus dem Topf und früh Müsli, also Haferflocken mit Obst. Dazu kommen noch Unmengen an Wasser…und ja auch Bier (nicht so gesund, aber vegan dank Deutschem Reinheitsgebot). Sicher variiert es auch immer mal, besonders am Wochenende teste ich ja gern Rezepte und brauche dann auch ein paar andere Sachen. Aber trotzdem fällt doch gleich ins Auge: Ersatzprodukte gehören nicht zu meinen Basics. Ich esse aber durchaus welche, aus genau zwei Gründen:

1. Wenn ich einen „Jieper“ drauf habe (besonders Käse) > genau dafür sind Ersatzprodukte eben auch da, nämlich um die Umstellung vom Gewohnten auf das Neue zu erleichtern. Wir sind ja nicht vegan auf die Welt gekommen, gelle😉

2. Wenn ich bei Normalessern bin und mich da ein bißchen anpassen will, also auf den Grill auch Würstchen, auf den Frühstückstisch neben die echte auch mal Hobelz Wurstscheiben legen oder veganen Käse präsentieren will.

Insofern bin ich wohl mitschuld, wenn allgemein angenommen wird, Veganer würden genauso wie Normalesser essen, nur dass sie die tierischen Produkte gegen veganen Ersatzkram austauschen. Dabei hat sich mein Futterverhalten insgesamt umgestellt, mit deutlich mehr an ganz gewöhnlichem Gemüse und Hülsenfrüchten, gern auch Tofu. Aber damit dies hier nicht in gefährlicher Selbstdemoskopie ausartet, könnt ihr mir gern Fotos von eurem Wocheneinkauf schicken, die ich an dieser Stelle gern ergänze 🙂 (jane.pflanzenfresser@gmx.de).Und weil solche Sachen einfach besser auf Facebook funktionieren, könnt ihr mich jetzt auch da erreichen http://www.facebook.com/achtungpflanzenfresser.

Ilkas Kühlschrank :)
Ilkas Kühlschrank🙂

Fazit: Ersatzprodukte sind  – ähnlich wie Fertigkram für Normalesser (im besten Fall) – nicht Grundnahrungsmittel für Veganer, sondern Ergänzung. Und so hat auch der eigentliche Inhalt des Artikels in Wirklichkeit weit weniger Bedeutung, als durch seine Schlagzeile suggeriert wird. Seinen Zweck hat er dennoch erfüllt: Veganer (notgedrungen im Verteidigungsmodus) und Fleischliebhaber (fühlen sich so schön bestätigt) haben sich gleichermaßen daran erfreut und Klicks und Kommentare beschert. Immer gut für den Umsatz. Insofern betrachte ich den ganzen Wirbel vor allem als eine weitere Lektion in Sachen Medienkompetenz: Erstmal genau durchlesen, sich an die Fakten halten und erst dann aufregen. Aber dann richtig!😉

Weiterlesen:

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

25 Kommentare zu „Vegan ist auch nicht besser, quakt die Presseente“

  1. Guter Punkt, dass jeder halt seine eigenen Gründe hat, so zu essen, wie er isst. Manchen schmeckt es einfach (und da darf es doch gern manchmal auch fett- und salzhaltig sein, oder?), manche machen es auch ethischen Gründen (denen ist vielleicht das Fett eh egal) und wer zum Abnehmen oder aus gesundheitlichen Gründen Veganer ist, der muss ja die entsprechenden Brotaufstriche nicht kaufen. Ich persönlich (als Nicht-Veganer, die aber gern ausprobiert und gesunde & ökologische Alternativen sucht…) finde ja, viele davon (vermutlich die aromatisierten), schmecken nicht wirklich. Da ist Selbermachen besser und leckerer. – Lass dich von der Debatte aber doch nicht runterziehen🙂 LG, Marlene

    1. Hi Marlene,
      keine Sorge, hab mich längst wieder abgeregt. Das Leben ist viel zu schön und anderes viel wichtiger als solche Artikel. Dennoch wollte ich auf ein paar Punkte aufmerksam machen. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!🙂

  2. hi jane
    ich schätze mal jetzt wo der frühling einzug hält, wird es sicher wieder vermehrt solche headlines geben *nerv*
    ich esse auch vegane dinge, wo es eher um konsistenz und erinnerungswert geht… oder halt auch soulfood🙂
    was einfach nicht in meinen kopf will, wenn es heisst: “ aha! eigentlich vermisst du ja fleisch und willst es essen (wenn ich ein zitronenschnitzel [ist mit zitronenpfeffer].., warum isst du dann nicht gleich ein richtiges??!“ ähm, hallo? vielleicht, weil dafür keinem tier das licht dafür ausgeschaltet wurde?
    manno…

    und ich denke manchmal wirklich, dass fleischliebhaber immer ne ruhige nacht mehr haben, wenn so etwas geschrieben wird… der witz ist ja auch, um den unendlichen diskussionen aus dem weg gehen zu können, habe ich auch schon gesagt, dass ich aus gesundheitlichen gründen auf zusätze von tieren verzichte…, da ich meist auf unverständnis stosse, da wir ja schon immer tiere ausnutzen und töten…
    aber eben… irgendwann ist auch das vergangenheit wie bei einem vegetarischen lebensstil🙂

    wie sagen manche fleischliebhaber gerne am ende ihres eintrages „leben und leben lassen…“
    liebe grüsse und merci für den post… silke

    1. hm, also wenn ich jetzt total nett bin, toleriere ich solche Artikel weil immerhin die Fleischesser eine Nacht ruhig schlafen können?😀 Ich glaube ich bin doch nicht so tolerant, wie ich dachte. Nee, Spaß. Die Fakten sprechen für sich. Und das ist der Punkt. Und „leben und leben lassen“ ist ja wohl Ironie für Fleischesser, oder😀 LOL! Liebe Grüße und danke für den Kommi. Ich versteh dein Rückzugsgebiet, ich hab auch nich immer Bock auf Diskussionen…

  3. Hallo Jane,
    ich habe dieses Machwerk auch gelesen und es dann auch gleich wieder aus meinem Gehirn gelöscht! Aber da fällt mir eine Begebenheit ein, neulichst hatte ich bei der Arbeit auf meiner Stulle ein paar Sojawurstscheiben. Da dachten die Kollegen gleich ich wäre schwach geworden. Als ich anbot mal zu probieren, taten die alle so, als wäre dieses Brot hochansteckend.
    Ich habe es schon vor einiger Zeit zu meiner Frau gesagt: Ich genieße meine Position als Außenseiter. Solange Veganismus etwas besonderes ist, kannst du nichts anderes tun um mit dem Verhalten der anderen umzugehen.
    Ein schönes Wochenende wünscht dir Siegfried

    man liest sich …

  4. Eigentlich glaube ich, dass sich die Fleischesser, die sich bei solchen Artikeln gemütlich zurück lehnen, doch viele Gedanken um ihr Verhalten machen müssen, denn wie kommen sie sonst überhaupt auf diese Artikel?! Wenn ich mal von mir ausgehe, vor etwas über einem Jahr war ich ja auch noch Omni, da hab ich nie Artikel gelesen, die gegen Veganer oder Vegetarier waren, da es mich einfach nicht interessiert hat.
    Die Art von Fleischessern, die solche Artikel überhaupt lesen, müssen doch also schon am überlegen sein, ob sie richtig handeln. Warum sonst sollte man sich mit dem Thema überhaupt beschäftigen? Schließlich ist doch alles so schön verpackt und Wurst, Fleisch und Käse wächst bestimmt in der Verpackung!
    Tja und ich denke fast jeder Veganer weiß, was Gesund ist und was nicht. Schließlich setzen wir uns täglich damit auseinander.
    Es gibt Tage da esse ich ganz viel Gemüse und Obst und dann gibts Tage da brauche ich fettige und salzhaltige Ersatzprodukte. Normalerweise sollte jedem noch so unwissenden Fleischesser auch bewusst sein, das viele und übermäßige pflanzliche Fette immer noch gesünder sein müssen als die tierischen.
    Ich kann deine Aufregung also sehr gut verstehen. Ich habe diesen Artikel nämlich auch gleich auf FB entdeckt und mich furchtbar aufgeregt. Leider nützt das Aufregen ja wirklich nicht viel. Genießen wir lieber unser besseres und gesünderes Leben!

    1. Da hast du recht, von oben bis unten😉 Ich würde aber zu bedenken geben, dass der Artikel von den meisten wahrscheinlich nicht gelesen wurde. Nur die Überschrift.(Bekanntlich werden vor allem Bildunterschriften und Schlagzeilen gelesen und gemerkt) Und auf der Pole Position auf SPON war das auch kaum zu übersehen.

  5. ich sehe das genauso wie du, wer sich mit der Position des anderen auseinandersetzt, stellt seine eigene auf den Prüfstand! Ich wurde zum Veganer weil als Fleischesser alles gleich schmeckte.
    Um auf das „salzig und fettig“ zurück zukommen, in meinen jungen Jahren war ich mal Waldarbeiter. Der Job war mit Kost und Logie (damals war ich noch kein Veganer), also mit viel Fleisch. Aber der Chef sagte immer: Dein Körper sagt dir immer was er gerade braucht! Wenn er Zucker will, dann greifst automatisch zu Marmelade oder Nutella. Oder wenn er Fett oder Salz braucht kriegst du Lust auf Currywurst oder Chips. In dieser Zeit habe bis zu 10 Tafeln Schokolade in der Woche gegessen ohne auch nur ein Gramm Fett auf den Rippen zu haben. Unnötig zuerwähnen das das heute nicht mehr möglich wäre. Also ruhig dem Verlangen mal nachgeben, nur nicht übertreiben.
    weiterhin ein schönes Wochenende wünscht euch Siegfried

    man liest sich …

  6. Was ich ja wirklich irritierend – oder eher beängstigend – finde, ist eine Umkehr der Medienberichte. Vor nicht allzulanger Zeit wurde „Vegan sein“ total gehypt, galt als nachzuahmender Trend, wurde von Promis „beworben“, es gab einige positive Medienberichte und wohlwollende Statements.

    Und jetzt? Wo man geht und steht wird die vegane Ernährung – insbesondere von den Medien forciert – schlecht gemacht und angegriffen.

    Warum das? Muss man annehmen, dass die führenden Lobbies es mit der Angst zu tun bekommen haben? Kauft der gutgläubige Kunde etwa nicht mehr, was man ihm doch so schön eingeredet hat? Zieht etwa die Werbung der großen Konzerne nicht mehr richtig und werden gar kritische Stimmen laut? Befürchten sie Umsatzeinbußen, weil die Menschen auf einmal eine Alternative sehen, zu dem, was ihnen verkauft werden soll?

    Das ist nämlich meine starke Vermutung. Dass hier bezahlte Propaganda stattfindet. Keine seriöse und unvoreingenommene Berichterstattung – wie ich sie von einem Journalisten erwarten würde (wenn ich noch sowas wie Gutgläubigkeit besitzen würde) – sondern Anti-Werbung, ganz gezielt. Immer mehr Menschen greifen zu veganen Alternativen, fragen nach, sind kritischer geworden! Das muss gestoppt werden! Da muss gegengesteuert werden! Wo kämen wir denn dahin, wenn das Konsumvieh auch noch darüber nachdenkt, was es frisst?! Es hat zu fressen, was die Konzerne auf die Teller schmeißen! So einfach ist das.

    Und man muss das gar nicht provokativ anti-vegan machen… es reicht ja, wie man sieht, einen scheinbar von neutraler Stelle durchgeführten Lebensmitteltest ein bisschen zu verzerren und ihn von Internetnutzern verbreiten zu lassen. Die erledigen dann schon den Rest.

    Zum Kotzen…

    1. Hm, sicherlich haben diverse Lobbys ein Interesse daran, dass Fleischessen nicht aus der Mode kommt. Aber auch Veganismus gerade gehypt wird ohne Ende, kann ich mir nicht vorstellen, dass sie jetzt schon die Hosen voll haben. So viele sind wir noch nicht😉 Andererseits folgt auf jeden Hype nach dem ersten Hochleben lassen immer so eine Art Gegentrend, der versucht, den Status Quo zu festigen. Nicht zu vergessen: Die Anzahl der Klickzahlen und Kommentare explodiert bei solchen Themen geradezu. Vielleicht musste da einfach jemand seine Statistik aufbessern…

  7. Hey Jane,
    ich hatte diesen Check gelesen, als unsinnige Propaganda abgetan und mich gar nicht weiter damit auseinander gesetzt. Das häuft sich momentan, das stimmt, aber es hört auch wieder auf. Wie du selbst geschrieben hast Veganer wissen meist mehr über Lebensmittel als jeder Andere und vor allem wie man gesund lebt. Allerdings ist mir tatsächlich auch auf gefallen, dass die kritisierten Ersatzis nicht annähernd so ungesund sind wie normales Fastfood.
    Was solls. Wenn du die Leute fragst, kaufen sie alle nur Bio und nur gesund und essen höchstens einmal die Woche Fleisch. Und plötzlich trifft man sie ganz ungeniert im Discounter und schieben bergewiese tote Tiere vor sich her…
    Es ist auch richtig, dass die Leute sich nur die Schlagzeilen merken und dadurch einen negativen Eindruck gewinnen. Aber „die Leute“ merken sich auch, dass die Veganer trotz aller Schlagzeilen vegan bleiben – und das ohne nennenswerte Beschwerden. Das werden sie zwar erst später wahrnehmen, aber besser spät als nie.

    Ich finde es trotzdem sehr gut, dass du dir die Mühe gegeben hast intensiv auf das Thema einzugehen. Vielen Dank dafür! 😉

  8. Jo, offenbar gibt es außer Landeswelle Thüringen noch mehr Institutionen, die den Fleischkonsum bewerben … Vielleicht hat ja die Fleischindustrie Angst um ihre Umsätze? Schließlich hat die Grillsaison angefangen! Da kann ich mich auch jedesmal wieder aufregen, wenn so ein unqualifiziertes Zeug verzapft wird … Aber ich rege mich – genau wie Du – schnell wieder ab … ;o)
    Schön, daß Du uns auf dem Laufenden hälst!🙂

    1. Hallo Günther🙂 Da müssen sie sich schon was Besseres ausdenken, also dermaßen leicht zu widerlegende Artikel! Sowas wirft uns nicht aus der Bahn. Man muss ja nur mal genauer hinschauen.🙂 Liebe Grüße!

  9. ‚Und die in Deutschland erhältlichen Sojaprodukte (fast immer Bio) stammen wohl eher aus Österreich als aus Brasilien.‘

    Das stimmt so leider nicht. ZB bei Sojola wird auf Nachfrage mitgeteilt man „beziehe die Sojabohnen vom Weltmarkt“ und einige der getesteten Produkte sind eben auch nicht bio, so relevant ist der europäische Sojaanbau nicht, dass man das so annehmen kann.
    Bei einigen der getesteten Produkte liegt zudem der Verdacht nahe, dass die aus dem osteuropäischen Raum bezogen werden. Die sind auch nicht bio, insofern wird der Rohstoff eher aus den klassischen Sojaanbauregionen kommen.

    Ansonsten, naja, was soll man schon sagen? Die suchen sich die Testsachen halt schon auch nach Auffälligkeiten raus, hab ich den Eindruck, davon ab ist mir aber nicht klar, wie jemand annehmen kann, dass ein Produkt, das ein fettiges und salziges anderes Produkt immitieren soll, nicht fettig und salzig ist.

    1. Hey Cara, vielen Dank für deinen Hinweis. Verallgemeinern wollte ich die Sachlage natürlich nicht, wie ich mithilfe der Relativierungen „fast immer“ wohl eher“ andeuten wollte. Wie geschrieben, werden rund 98 Prozent des weltweit angebauten Sojas zur Tierfütterung verwendet. Zwei Prozent werden zu Lebensmitteln. Mir ging es vor allem um das Verhältnis. Im Einzelnen muss man die Sache natürlich differenzierter betrachten, also je nach Produkt, da hast du vollkommen recht. Liebe Grüße!

      1. Wobei das bei Soja ja sone Sache ist: Das wird ja doppelt genutzt, überwiegendgeht der Abfall von der Ölpressung in die Tierfütterung, das Öl selbst findet sich in Lebensmitteln, technischen Fetten und anderem Zeug.
        Das wird in den meisten Statistiken nicht so schön aufgeschlüsselt, sollte für die Argumentation aber dann doch auch bedacht werden, dass die Relation des Sojas, das tatsächlich zu Tofu und Co wird dann noch immer verschwindend gering ist ist klar. Nur landet die Sojaernte über den Umweg des Öls/Fetts eben auch in Pommes und Co🙂

  10. Wie Recht Du hast und sprichst mir aus der Seele Einfach mal die Kresse halten😉 Mir gefällt Dein sachlicher Schreibstil ungemein und daß Du Dich aufregst kann ich auch gut verstehen denn ein Kollege von mir hat mir auch genau diesen Text geschickt um mir damit etwas mitzuteilen denke ich. Aber es ist halt so: veganer Junk Food ist nicht besser als Unveganer. Warum sollte das auch anders sein aber mir gefällt (auch wenn ich erst seit Aschermittwoch dabei bin) das Gesamtkonzept. Wir haben nach Aschermittwoch für ein paar Tage Hof Butenland besucht und das war eine klasse Erfahrung und ich habe grossen Respekt vor Karin und Jan. Das nur am Rande.
    Naja wollte ich nur mal loswerden…

    Schöne Pfingsten

    Hartmut

    P.S. Ich habe gerade bei „Deutschland isst vegan“ gelesen, daß es bei Frosta wohl eine ganz gute Auswahl leckerer veganer Gerichte gibt. Da sag‘ ich nur Frosta weiter so🙂

    1. Hallo Hartmut, danke für deinen Kommentar!🙂 Der Witz war ja, dass der vegane Junk-Kram zur Hälfte eben doch besser ist als vergleichbarer unveganer. Doch so genau hat sich das eben wieder keiner angesehen… nur die Mecker-Veganer wieder😀

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