Krebszellen mögen keine Himbeeren – Prof. Dr. med. Richard Béliveau

Krebszellen mögen keine HimbeerenEs ist das Buch, das ich auf dem Tisch einer Krebspatientin im Krankenhaus liegen sah – eine der vielen unendlich traurigen Darmkrebsgeschichten der Station. Ich hatte das Buch schon eine Weile als mögliche nächste Lektüre im Auge und hab es mir daraufhin endlich zugelegt. Eins gleich im Voraus: Es ist  als Ratgeber zur Prävention und nicht unbedingt für bereits an Krebs erkrankte Menschen gedacht. Und dieses Thema dürfte jeden interessieren – diese Krankheit ist allgegenwärtig. Jedenfalls für mich – ich kenne in meinem Familien- und Kollegenkreisen leider einige Menschen, die diese Krankheit haben/hatten. Dass man mit gesunder Ernährung vorbeugen kann, ist kein Geheimnis, in diesem Buch erfährt man es noch etwas genauer. Der Herr Professor erklärt die Zusammenhänge sehr detailliert und bleibt dabei auf dem Boden der wissenschaftlichen Tatsachen, die er aus Studienergebnissen eruiert. Er zeigt, wie Krebszellen entstehen und wie (vor allem) pflanzliche Stoffe zur Krebsvorbeugung beitragen können – also das Risiko senken. Eine 100prozentige Garantie gibt es bei so komplexen Zusammenhängen nicht, nur die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung kann gesenkt werden – diese allerdings dramatisch! Mir war zuvor noch nicht klar, dass ohnehin die meisten Menschen potenzielle Krebszellen in sich tragen, da wir ja täglich karzinogenen Stoffen ausgesetzt oder eventuell genetisch so veranlagt sind. Die Frage ist nur, ob sie aktiviert werden oder nicht.
Krebszellen mögen keine HimbeerenDer Aktivierungsprozess kann laut Professor verhindert bzw. verlangsamt werden – durch einen nicht zu verachtenden aber gern übersehenen Teil auch durch den Faktor Ernährung. Dabei stechen einige Nahrungsmittel besonders hervor. Ich halte ja nichts von den allseits so beliebten „Superfoods“, sehe es nicht ein, dass etwa Goji – Beeren besser sein sollen als heimische Him- oder Brombeeren oder irgendwelche Pulver besser als naturbelassene, komplette Nahrungsmittel. Zumal der Nährstoffgehalt immer auch von Herkunft, Länge der Lagerung und anderen Faktoren abhängig ist – also Faktoren, die wir meistens nicht kontrollieren können. Der Professor sieht das zum Glück ähnlich, seine empfohlenen Nahrungsmittel sind vollwertige Gemüse- und Obstsorten, Gewürze und Tee. Trotzdem finde ich es weniger sinnvoll, diese jeden Tag zu sich zu nehmen wie im Buch beschrieben und damit zwangsläufig die restliche bunte Vielfalt pflanzlicher Kost auszugrenzen. Denn wahrscheinlich lassen sich so ziemlich natürlichen Lebensmittel als „Superfoods“ definieren, die Forschung hat nur noch nicht alle Inhaltsstoffe und deren Wirkungsweisen entschlüsselt. Von den mehr als 60.000 bekannten Sekundären Pflanzenstoffen sind nur etwa 1000 genauer erforscht, heißt es ja beispielsweise. Außerdem würde es mit so einer Einschränkung ziemlich schnell langweilig😉

Der Herr Professor erklärt in seinem Buch die derzeit bekannten Vorzüge bestimmter Nahrungsmittel bzw. -familien. Wenn es nach ihm geht, sollten wir alle zum Beispiel reichlich Kohl, Soja , Knoblauch Zwiebeln und dunkle Schokolade futtern. Die Mahlzeiten dürfen mit ordentlich Kurkuma und Pfeffer gewürzt und von einem Glas Rotwein begleitet werden. Letzteres ist einer der Punkte, die ich eher kritisch sehe, denn der tägliche Genuss von Rotwein ist sicher nicht für jeden das Richtige. Ich kann das ja mal ne Woche für euch austesten und dann rotweinselig berichten, wie es mir damit geht😉 Der andere Punkt ist seine Empfehlung von Fisch für die Omega-3-Fettsäuren – aus offensichtlichen Gründen – aber immerhin empfiehlt er auch Leinsamen. Wer also genauer wissen will, wie Krebs entsteht und wie einige Nahrungsmittel wirken, liegt mit diesem Buch und seinen unzähligen Diagrammen und Erklärgrafiken ganz richtig. Am Ende weiß man, wie eine Krebszelle „denkt“ und warum es eine prima Idee ist, frisches Obst und Gemüse zu verputzen, Sport zu machen und kein rotes Fleisch zu essen. Und dann – muss man es nur noch umsetzen. Was leider immer der schwierigste Teil der ganzen Sache ist…

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

23 Kommentare zu „Krebszellen mögen keine Himbeeren – Prof. Dr. med. Richard Béliveau“

  1. In irgendeiner arte-Doku habe ich das auch mal kurz gesehen. Da hat ein Forscher Tumorwachstum nur mit Obst und Gemüse gestoppt. Eigentlich sollte jedem klar sein, wie man sich überwiegend zu ernähren hat ….. aber es werden wohl noch Jahrzehnte vergehen, bis das mal zum Allgemeinwissen gehört. Auf jeden Fall hole ich mir jetzt erstmal ein Stück dunkle Schokolade zur Krebsvorbeugung😉

    1. Hallo morgenstern! Ist ja verrückt! Ich dachte, alkoholfreien Rotwein nennt man Traubensaft😀 Aber das ist nicht ganz das Gleiche…danke für den Link!

      1. Ja, die meint er, die hat er mir schonmal empfohlen🙂 Und ich hab sie auch schon gesehn. Danke für den Link!🙂

  2. In seinem Buch „Das Antikrebs-Buch“ schreibt der Autor David Servan-Schreiber auch von dem Herrn Professor und seinen Studien. Unter anderem folgende Anekdote:
    Ein Jugendfreund von Béliveau war an Krebs erkrankt. Als die Erkrankung sehr fortgeschritten war und die Ärzte dem mittlerweile bettlägerigen Jugendfreund noch etwa 3 Wochen Lebensdauer in aussicht stellten, wandte sich die verzweifelte Ehefrau an Béliveau. Dieser stellte ihr einen auf Rohkost basierenden Ernährungsplan zusammen, den sie dann auch genaustens umsetzte. Nach wenigen Tagen war der Freund wieder in der Lage aufzustehen. Sein Gesundheitszustand verbesserte sich dramatisch und aus 3 Wochen wurden dann doch noch 7 Jahre.
    Fast zu schön um wahr zu sein. Aber auf solche Geschichten steh ich!😉

    1. Hallo Fritz, ich mag solche Geschichten auch.🙂

      Obwohl solche individuellen Genesungsgeschichten natürlich nur punktuell zu betrachten sind und nicht unbedingt Aussagekraft für jeden anderen Betroffenen haben.

      1. Ok, viel Spaß🙂 Ich persönlich finde es immer ganz interessant zu lesen, wie pflanzliche Nahrungsmittel wirken…auch wenn die Lektüre manchmal etwas trocken daherkommen kann.

  3. Mein Liebster hat das Buch letztes Jahr während seiner Chemo auch gelesen.
    Und obwohl ich skeptisch war hat es mich sehr positiv überrascht. Sehr empfehlenswert!

  4. Neben Alzheimer ist Krebs die Krankheit, die ich unter gar keinen Umständen bekommen mag. Deswegen habe ich mir dieses Buch vor einem halben Jahr auch gekauft. Und seither lese ich es immer wieder.
    Besonders die Entstehung und Entwicklung von Krebszellen bis hin zum Tod der Krebszellen haben mir klar gemacht, dass die eigene Lebensweise und das eigene Verhalten die ausschlaggebenden Faktoren sind. Krebs ist eine chronische Krankheit. Und seither versuche ich danach zu leben. Sport, Obst, Gemüse und (weitgehend) vegan.
    Ich hoffe, es hilft mir, dieses Übel in Schach zu halten.
    Danke übrigens für Deinen Blog! Ich lese sehr gern mit!
    Bea aus Niederbayern

  5. Sehr schön, dass Du ausgerechnet diese (unglaublich blöde) Grafik herausgesucht hast. Dass Drogen nur 2% zum Krebsrisiko beitragen sollen, zeigt, wie gefährlich es ist, Mediziner mit Statistiken hantieren zu lassen. Einzige Erklärung für diese niedrige Zahl ist meiner Meinung, dass unter den an der Studie teilgenommenen Krebspatienten nur 2% waren, die Drogenkarrieren hinter sich hatten. Die Grafik hingegen suggeriert, dass ein Drogenjunkie eher mit dem Rauchen aufhören sollte, als beispielweise seinen Kokain/Extasy-Konsum einzuschränken, um das Krebsrisiko zu verringern….

    1. Tabak ist übrigens auch eine Droge, nur so nebenbei. Die Grafik zeigt lediglich, dass Rauchen, was Krebs angeht, das grössere Risiko darstellt.

    2. Es geht bei dieser Grafik ausschließlich um Krebserkrankungen. Drogenjunkies dürfen sich in erster Linie über ein paar andere Krankheiten freuen (Psychosen, Herzinfarkt, Schlaganfall). Abgesehen davon sind die Risikofaktoren nicht ausschließlich zu verstehen, sondern überschneiden sich häufig. So werden die wenigsten Drogenjunkies besonders viel Wert auf ihre Ernährung legen, bzw.ist fraglich, ob deren womöglich angegriffenes System wichtige Nährstoffe noch aufnehmen bwz. richtig verarbeiten kann.
      Dem Professor ging es in dieser Grafik eher darum, zu zeigen, das Lebensstil-Entscheidungen das Krebsrisiko viel stärker beeinflussen als Faktoren außerhalb unserer Kontrolle (Umwelt etc.). Die Daten stammen aus der Datenerhebung des World Cancer Research Refund/American Institute for Cancer Research. „Food, Nutrition and the Prevention of Cancer. A Global Perspective“. Dieses Dokument ist online zu finden, die Grafik ist zudem auch an anderer Stelle auffindbar.

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