Weihnachten 2013 – Festtagsrückblick

Auch in diesem Jahr sieht das Weihnachtsmenü sich dem vom Vorjahr und dem davor ziemlich ähnlich. Tradition bleibt Tradition! Trotzdem hat sich was verändert. Ein bißchen nur, aber es bewegt sich was…
Zweierlei veganer Kartoffelsalat und Tofu-WienerSo bereitete ich wieder zweierlei Sorten veganen Kartoffelsalat zu, einmal mit pflanzlicher Mayo und einmal ohne. Die Mayonnaise war diesmal von Bruno Fischer, aber ich habe auch schon andere getestet und sogar selbstgemacht und muss wirklich sagen, es ist kein Unterschied zu der normalen herauszuschmecken. Entsprechend positiv waren auch diesmal die Reaktionen meiner Eltern darauf. Für die fettarme, vegane Variante des Kartoffelsalats richte ich mich nach diesem Rezept und auch dieser kommt gut an und ist eine gute Möglichkeit, den Gesamtfettgehalt des Menüs etwas zu reduzieren ohne zu verzichten. Dazu gab es in diesem Jahr die Tofu-Wiener von Taifun. Ich mochte sie, aber sie haben zugegebenermaßen relativ wenig Eigengeschmack. Mit Senf ist das aber nicht so wild. Und da meine Eltern mit ihren eigenen echten Geflügelwürstchen einen Fehlgriff landeten, erhielten die meinen ein umso besseres Urteil.🙂Grüne Klöße mit Rotkraut und Lupinengeschnetzeltes in würziger PaprikasoßeAm ersten Weihnachtsfeiertag findet das eigentliche Festessen statt. Ganz traditionell wird sich wieder am Rezept der grünen Klöße versucht, die inzwischen immer besser klappen und die aus Kartoffeln in verschiedensten Aggregatzuständen bestehen, die in einem komplizierten Mischverfahren zusammengebastelt werden, also rohe Kartoffeln, gekochte Kartoffeln und mal nur die ausgewaschene Kartoffelstärke. Deswegen sind sie dann auch so schön grün…dazu Rotkohl, und für meine Eltern Gans und für mich Lupinengeschnetzeltes in würziger Paprikasoße. Das Geschnetzelte kann man beim scharfen Anbraten ruhig noch etwas würzen oder wie ich eine geschmacksstarke Soße (bei mir wars Gulasch, die braune Soße hatte ich zu Hause vergessen) nutzen. Die Lupinen sind da sehr verträglich.  Veganer WeihnachtstellerDer Weihnachtsteller bereitet wirklich Kopfzerbrechen, denn veganes Naschwerk ist für meine Eltern nicht so leicht aufzutreiben. Die kleine Schrift auf den Verpackungen hilft da auch nicht. Trotzdem glänzt mein Tellerchen mit feiner Schoki, Tee, Fair-Trade-Kaffee und exotischen Kichererbsen…😀 Und obwohl ich natürlich den Anblick der toten Gans vor Augen hatte, die mit Genuss verspeist wurde, stellte ich mit Erstaunen doch so einige Veränderungen im Elternhaus fest. Man muss dazu sagen, dass meine Eltern wirklich nicht viel von meinen veganen Aufstrichen, Ersatzprodukten oder ähnlichem halten, weil sie bei ihren oft ohnehin schon zögernden Probiertests versagt haben. Und ich erwarte auch gar nicht, dass sie ihre Gewohnheiten umstellen, Weihnachtensondern sorge gern für mich selbst, indem ich alles mitbringe und erzähle nur etwas zu dem Thema, wenn ich gefragt werde (was leider viel zu selten vorkommt). Auf einmal kaufen sie Bio-Käse, die Eier kommen von einer Arbeitskollegin mit eigenem Hof und Hühnern, die auf selbigen frei herumlaufen, die Gans ist nicht nur Bio sondern auch Handaufzucht, selbst Erbsen und der Glühwein stehen auf einmal in Bio-Qualität im Regal. Und ich habe doch gar nichts gesagt!🙂 Natürlich ist Bio auch nicht in jedem Fall die endgültige Lösung, besonders wenn es um Tierprodukte geht (mehr dazu hier). Aber ich bin einfach von den Socken, dass mein Verhalten doch ein bißchen abfärbt…es unterstreicht wirklich meine Haltung, dass die besten Überzeugungskünste nicht in Worten zu finden sind, sondern schlicht darin, ein gesunder, glücklicher Veganer zu sein. Soll nicht heißen, dass Worte schlecht sind. Wenn gefragt wird und echtes Interesse dahinter steht, ist das wunderbar und dann sollte man so ruhig und klar wie möglich dieTatsachen darlegen. Solche Gelegenheiten sind wertvoll. Aber sonst hilft leider nur …Geduld und Spucke! In diesem Sinne wünsche ich euch genug davon für 2014!!🙂

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Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

11 Kommentare zu „Weihnachten 2013 – Festtagsrückblick“

  1. das klingt ja wunderbar🙂
    auch ich entschied mich für heilig abend für kartoffelsalat und wiener (natürl. vegan)… bei den wienern habe ich mich auch durchprobieren müssen und ein paar leckere gefunden… was mir von früher geblieben ist, dass ich den saft von den gewürzgurken auch unter den salat mische und noch etwas senf und schon ist die „mayo“ nicht mehr „anders“… und für meine mutti und mich war es ein essen aus alten zeiten🙂 unser festtagsmenü waren selber gemachte gnocchis (da ich schon horrorgeschichten über sich auflösende klöse im kochwasser gehört hatte🙂 und da wollte ich noch nicht experimentieren ) dazu feines rotkraut und „no duck“ gebraten… wir dachten wir versuchens mal… und es war der absolute hit… als ich meiner mutti vor einem jahr verklickerte, dass ich mich nun vegan ernähren will
    meinte sie, dass ich ja gar nix mehr essen könne… und schon ein jahr später ist sie begeistert und satt wieder heimgefahren🙂 so toll… ein wenig setzt sie auch für sich um und ich finde das schon richtig cool… denn nur unverkrampft kann man sich an neues gewöhnen und alte gewöhnheiten ablegen… ein suuuper weihnachten also

    1. Klingt wie ein gelungenes Fest🙂 Die gekaufte Mayo schmeckt meiner Meinung nach nicht wirklich anders, aber bei selbstgemachter (besonders der aus Tofu) rühre ich auch gern Gewürzgurkensaft drunter oder püriere ein klein wenig Frühlingszwiebel rein, damit der Eigengeschmack etwas weggeht. Und ja, selbstgemachte grüne Klöße sind eine Kunst, eben genau weil sie sich so gern im Kochwasser auflösen. Meine Eltern versuchen sich jedes Jahr dran und inzwischen haben sie es echt drauf😀

  2. wow – die schritt(chen)weisen veränderungen in deinem elternhaus lassen wieder ein wenig hoffnung in mir aufkeimen. manchmal habe ich nämlich die befürchtung, meine mutter und ich sprechen nicht dieselbe sprache😦 ich weiß, ich weiß…. geduld ist eine tugend und man soll die hoffnung ja auch niemals aufgeben😉 eine guten rutsch und alles gute im neuen jahr für dich, liebe jane!

  3. Hallo Jane,

    witzig, dass du das mit der winzigen Schrift ansprichst, darüber haben sich nämlich meine Schwiegereltern, die uns ebenfalls einen großen Weihnachtsteller gefüllt haben schon amüsiert bis „beschwert“. Sie meinten, im nächsten Jahr gehen sie mit Lupe zum Einkaufen.

    Ansonsten klingt es doch toll, dass sich schrittweise kleine Veränderungen bemerkbar machen.🙂

    Alles Liebe & einen guten Rutsch ins neue Jahr
    Natalie

  4. Habe deine Seite erst heute entdeckt. Muss mich erst durchlesen durch deinem Blog. Meine Tochter ist erst seit kurzen Veganerin und so musste ich schnell ein weihnachtliches Essen zaubern, Habe Seitan in Sojasauce, Agavensirup, Paprikapulver und Majoran und abgeriebene Schale von 1 Bioorange 1 Tag vorher eingelegt. Dann Apfelscheiben in Kokosfett glasig gedünstet, die Seitanscheiben angebraten mit Orangensaft aufgegossen. 3 Minuten auf kleiner Stufe geköchelt und mit Kartoffelknödel ( statt Ei Sojamehl zum binden genommen) und Rotkraut mit glasierten Maronen serviert. Sie war total begeistert. Ist vielleicht mal eine Anregung für ein Festtagsessen.
    LG Karin

  5. Eltern sind glaub ich immer eine ganz spezielle Gechichte wenns darum geht, dass man vegan wird. Schließlich stellt man mit der Entscheidung auch ein wenig die Werte, die man mitbekommen hat in Frage und auch wenn man es nicht beabsichtigt, so stellt man schon auch die Traditionen in Frage an denen die Eltern hängen.

    Ich beneide diejenige ein wenig, deren Eltern da so unproblematisch mitmachen und sich zu einem veganen Festtagsmenü überzeugen lassen, soweit kommts bei mir wohl nie, aber es wird mit der Zeit immer besser, auch wenn es nach wie vor eine sehr strikte Trennung zwischen meinem und ihrem Essen gibt. Trotzdem mache ich ähnliche Erfahrungen wie du: Meine Eltern versuchen mittlerweile einen fleischlosen Tag in der Woche einzulegen, was faktisch zwar nur eine fleischlose Mahlzeit ist, aber immerhin.
    Bio wurde bei uns immer viel gekauft und natürlich auch Freilandei, etc. Flexibler werden sie in dem Punkt wohl nicht mehr werden. Funfact: Die erste Reaktion meiner Mutter auf mein Vegan-Outing war: „aber zu deiner Hochzeit gibts dann schon mal ne richtige Torte?!?“
    Nicht dass in den letzten Jahen in irgendeiner Weise eine Hochzeit für mich in Aussicht gewesen wäre, geschweige denn ich unbedingt auf sowas zusteuern möchte…..

    Einen wundervollen Start ins neue Jahr wünsch ich dir, liebe Jane🙂

    Btw (ich kanns ja nicht lassen): wenn du magst kannst du den Beitrag bei Cookies&Style einreichen, dann könnten wir dich auf dem Feiertagsboard verlinken🙂

    1. Richtige Torte, haha😀 Dabei kann man so lecker vegan backen, dass es keinem auffällt wenn man es nicht dazu sagt…Ja, wie gesagt, mein Opa macht mir da wirkich Kopfzerbrechen, weil es für ihn wirklich völlig unverständlich sein dürfte während meine Eltern es wenigstens hinnehmen.

      Liebe Cara, ich wünsche dir auch einen gelungenen Rutsch in 2014!

      Ach, der VW, ja gerne! Mach ich sofort!🙂

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