Vegan for Fit – Ein Tag als Challenger

Da es offenbar einige interessiert, wie denn wohl so ein Tag als „Challenger“ nach dem „Vegan For Fit“ – Konzept aussieht, habe ich mal einen solchen zusammengestellt. Theorie ist das eine, die praktische Umsetzung immer etwas anders. Vorbereitung ist alles! Denn wie jede Umstellung ist auch diese am Anfang zeitaufwendig, bis man die neuen Regeln verinnerlicht hat. Idealerweise hat man wohl am Anfang der Challenge gerade ein paar Tage frei…denn drei bis vier verschiedene Gerichte und dazu Sport passen nicht in jeden Arbeitsalltag…

1. Frühstück
Mit dem Tragen des 2kg Buches in die Küche habe ich schon die erste Sporteinheit des Tages absolviert. Dort hatte ich in weiser Voraussicht bereits alle Zutaten versammelt, so dass der Start in den Tag reibungslos verlaufen kann. Ein braver Challenger hat natürlich alles nur im Bio-Laden gekauft. Für meinen fiktiven Tagesablauf hab ich das nicht ganz so konsequent umgesetzt….
Erdnuss-Schoko-MüsliZum Frühstück gönnte ich mir ein Erdnuss-Schoko-Müsli (57), das genauso reichhaltig ist, wie es klingt. Denn hier werden neben Müsli, Banane und Kakao allein 30g Erdnussmus verwendet. Wer hier noch versucht, dazu einen Matcha-Shake zu trinken, wird schnell an seine Grenzen stoßen. So war es jedenfalls bei mir. Ich wollte das von Herrn Hildmann so verehrte Getränk mit feinem Grünteepulver unbedingt testen. Die Kombination war aber eher ungünstig, also entweder eine andere Frühstücksoption oder nur Kaffee dazu. Kaffee ist nicht direkt verboten aber „nicht empfehlenswert“, der Körper soll ja entlastet werden. Grüner Tee und Wasser sind die bessere Wahl. Bei mir gabs Frühstück im Konservenglas – also „To Go“. Eine ziemlich praktische Idee.

2. Mittag
Quinoa-BulettenZum Mittagessen kamen deftige Quinoa-Buletten mit Tomaten-Dip (158) auf den Tisch. Naturgemäß ist das Burger-Zubereiten immer eine ganz schöne Matscherei, dafür lohnt sich der Aufwand wenn man gleich mehrere macht – da hat man auch am nächsten Tag noch was davon, vermutlich lassen sie sich sogar einfrieren.

3. Sport
Inzwischen ist es auch höchste Zeit für die zweite Sporteinheit des Tages. Genaue Vorgaben, wie viel man trainieren soll, macht Hildmann nicht. Die Challenge funktioniere auch ohne Sport, meint er. Er empfiehlt aber, dass man so viel Bewegung wie möglich in den Alltag einbauen soll, etwa das Fahrrad nehmen statt die Bahn. Und es gibt einen Beispieltrainigsplan (225), der Ausdauersport wie Joggen oder Schwimmen plus einige Kraftübungen für jeweils 30 Minuten pro Tag vorsieht, bzw. einmal 60 Minuten und zwei Ruhetage. Die Übungen sind im Buch dargestellt. Na gut, 30 Minuten sollte man hinbekommen. Erinnert etwas an meine 20-Minuten-Theorie (die übrigens bald ein Update erfährt).
Tortilla-ChipsNach dem Sport kann man sich zwischendurch auch mal einen Snack erlauben: Tortilla-Chips mit Cashew – Cheese (170) waren es bei mir. Stärkehaltige Produkte werden während der Challenge zwar gemieden, aber bis 16 Uhr darf man „Stufe 2“- Gerichte wie die besprochenen durchaus genießen. Erst danach gibt es nur noch „Stufe 1“, also leichtere Mahlzeiten und ab 19 Uhr gar nichts mehr. Ich hatte gedacht, abends gibts nur noch „low carb“ oder „no carb“, aber das stimmt so nicht, denn einige Gerichte sind Stufe 1 und enthalten z.B. Kürbis. Das Stufensystem ist mir also ein Rätsel – habt ihr es durchschaut?

4. Abend
Caprese Vegan StyleKurz vor dem Abschließen der Küchentür um 19 Uhr gibts noch einen Teller „Caprese Vegan Style“ (84), also eine Art italienischer Tomaten-Mozzarella-Traum für Veganer.

5. Schlaf
Und ab 19 Uhr ist Schluss, denn der Körper soll unbelastet in den Schlaf gehen. Außerdem soll man so schneller abnehmen können, weil so die Fettreserven genutzt würden, schreibt Hildmann. So wie ich das sehe, ist diese Aussage wissenschaftlich bestenfalls umstritten. Es kommt beim Abnehmen immer auf die Gesamtkalorienmenge an, egal wann sie aufgenommen wird. Die extreme Form, das „Dinner Cancelling“, funktioniert ja vor allem deswegen weil gerade die Mahlzeit weggelassen wird, die bei vielen die Hauptmahlzeit des Tages darstellt. Trotzdem ist es natürlich sinnvoll, sich nicht gerade direkt vor dem Schlafen vollzustopfen, schon allein weil man dann oft nicht gut schläft. Aber starre Regeln braucht es dafür nicht, eher sowas wie gesunden Menschenverstand….So sind wir also am Ende des Challenger-Tages unbelastet, durchgesportelt und ein bißchen schlauer.😉

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Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

9 Kommentare zu „Vegan for Fit – Ein Tag als Challenger“

  1. Hallo Jane,

    „Dinner cancelling“ halte ich auch für ein fragwürdiges Konzept. Bei mir würde es schon deshalb nicht funktionieren, weil ich mit leerem Bauch nicht gut durchschlafe und Schlafmangel andererseits ja wieder ein Faktor für vermehrten Appetit und damit eine letztlich höhere Kalorienaufnahme ist.

    Die Aussage, dass es *nur* auf die Gesamtzahl der aufgenommenen Kalorien ankomme, stimmt aber wohl auch nicht ganz. Nach der EPIC-PANACEA-Studie trägt eine Kilokalorie Fleisch offenbar stärker zur Gewichtszunahme bei, als eine Kilokalorie pflanzlicher Nahrung. (Siehe hier http://nutritionfacts.org/video/meat-and-weight-gain-in-the-panacea-study/)

    Vor zwei oder drei Tagen kam auch eine Wissenschaftssendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen (ich habe mir leider nicht gemerkt welche), in der darauf hingewiesen wurde, dass die gesamten heutigen Kalorienkataloge nicht vollkommen valide sind, da in ihnen nur der mit dem Bombenkalorimeter gemessene Gesamtenergiegehalt der Lebensmittel aufgeführt ist. Dabei ist aber nicht berücksichtigt, dass gerade bei Lebensmitteln mit Ballaststoffen, also vor allem ganzem Obst und Gemüse aber auch z.B. Nüssen, vom Körper gar nicht die gesamte Energiemenge des Lebensmittels verwertet wird, während das z.B. bei Softdrinks, Butter, Eis und ähnlichem annähernd der Fall ist. In neueren Messungen verfüttert man also verschiedene Lebensmittel an Mäuse und ermittelt dann die Differenz zwischen dem Energiegehalt der aufgenommen Lebensmittel und dem ihrer Ausscheidungen. (Ich lehne solche Versuche natürlich trotz der genaueren Ergebnisse ab, denn auf die Belange der Tiere wird dabei in aller Regel keine Rücksicht genommen. Wie Du ja weißt, braucht es nach meiner Erfahrung kein Kalorienzählen um ein gesundheitskompatibles Gewicht zu halten. Eine vollwertig pflanzliche Ernährung ohne zugesetzte Fette tut es auch.)

    1. Lieber Hauke, vielen Dank für die Ergänzung. Höchst interessant. Das mit den nicht allzu validen Kalorienangaben habe ich schonmal irgendwo gelesen, weil letztlich keiner sagen kann, wie viel der individuelle Körper wirklich aufnimmt. So würden zum Beispiel Nüsse anders (und vorteilhafter) verwertet als Nussmus. Der Grad der Verarbeitung scheint also zum Beispiel eine gewisse Rolle zu spielen, wie auch dein zweites Beispiel impliziert. Das mit dem Fleisch ist erstaunlich…

    2. Ich möchte noch ergänzen, dass Fett ohne Umwege in die Fettzellen eingelagert wird. Kalorien durch Eiweiße versucht der Körper, über die Nieren wieder auszuscheiden. Kalorien durch Kohlenhydrate werden dagegen zu Wärme umgewandelt (via Thermogenese).
      Nur bei extremer Aufnahmemenge von Kohlenhydraten oder Eiweißen werden diese zu Fett umgewandelt und eingelagert. Dann allerdings mit 30% Verlust plus dem Aufwand für die Umwandlung.
      Man kann also gar nicht dick werden bzw. nimmt automatisch ab, wenn man Fett meidet.

      1. Hallo Steffen, dankke für deine Ergänzung, di emich allerdings etwas verwirrt. So wie ich das gelesen habe, ist die Sachlage nicht ganz so schwarz/weiß. Die Thermogenese betrifft doch auch Fette, nur eben ineffizienter, hier werden etwa 2-4% der Energie zu Wärme. Bei den Kohlehydraten sollen es etwa 4-8% Prozent sein und Proteine geben gar 20-25% ihrer Energie in Wärme ab…und was genau heißt „extreme Aufnahmemenge“ genau? Ist das nicht sehr indivduell?

  2. Huhu – was mir bei diesem Uhrzeitgedöns immer sauer aufstößt ist, dass nicht ansatzweise darauf eingegangen wird, dass verschiedene Menschen verschiedene Rythmen haben – klar mag 19h einen gewissen Sinn haben wenn man um 18.30h isst und sich dann auf die Couch wirft und um 22h im Bett verschwindet, weil man dann einfch das Abendgesnacke wegfallen lässt, wer aber erst später schläft oder nicht so snackanfällig ist, für den sind solche Regeln halt unsinnig und solche Hinweise fehlen mir halt in dem Buch (fairer Weise aber in fast allen anderen auch…)

    Ich hab das Buch im Buchladen mal intensiv durchgeblättert und fand es extrem einseitig – immer die gleichen Zutaten auf verschiedene Weise kombiniert, das kriegt man ja eigentlich selbst hin, wenn mans denn drauf anlegt oder täuscht mein erster Eindruck da? Und, naja, ich hab da sone Antipathie, aber damit steh ich ja scheinbar auch nicht allein da… beste Grüße

    1. Huhu Cara!🙂 wie schön, von dir zu hören! Um ebenfalls fair zu sein, schreibt Hildmann durchaus, dass Leute in Schichtarbeit oder anderen zeitlichen Einschränkungen die Regeln entsprechend anpassen können, allerdings in der Praxis ist es immer etwas schwieriger, für mich würde das jedenfalls trotzdem nicht funktionieren. Hm, ob man die Zutaten selbst so kombinieren kann wie in den Rezepten? Naja, von allein wär ich jetzt nicht auf karamellisiertes Tofu oder Bounty zum Selberzusammenbauen gekommen. Es gibt also durchaus Originelles darin, auch wenn ich vieles lediglich als Abwandlung mir bereits bekannter Rezepte (aus Blogs oder Büchern) empfunden habe. Und ja, wenn man einige Rezepte probiert hat, stellt sich natürlich ein Lerneffekt ein, wenn sich Zubereitungsarten wiederholen, aber das ist ja bei vielen Kochbüchern so und ich finde das auch durchaus wünschenswert, wenn ich was davon behalte🙂 Liebe Grüße!

  3. Hallo Jane,

    ich hatte ja schon bei deinem letzten Post zu Vegan for Fit kommentiert. Einer der Gründe, warum ich mit dem Konzept nicht durchgestartet bin, war die Tatsache, dass sich 3 Tage testen bereits auf der Waage bemerkbar machten – leider im negativem Sinne. Ich hatte infach mal 1,5 Kilo zugelegt (trotz Sport), was ich mir irgendwie auch schon gedacht hatte. Ich kann nicht sagen, wie sich das im Laufe der Zeit verändert hätte, hatte aber das Gefühl, dass seine Rezepte sich sehr stark an Leute richten, die sich bislang noch ungesund und omnivor ernähren und enorme Mengen verdrücken. Nicht nur das Mandelmus ließ mich mit einem Stein im Magen zurück (obwohl ich die Menge reduzierte), was nicht gerade zu meinem Wohlbefinden beitrug😉 Da ich normalerweise aber wesentlich weniger esse (definitiv nicht wenig, aber seine Portionen sind monströs groß), konnte ich die „Mengenorientierung“ nicht annähernd verwenden und kam mir vollkommen verloren vor. Als Buch, das mit „Stufen“ spielt, fühlte ich mich doch zumindest an eine – wenn auch bei mir nicht wirkende – Diät erinnert. Restriktionen á la „ab dann und dann n ichts mehr essen usw.“ halte ich für wenig praktikabel, zumal „Verbote“ oft zum Gegenteil führen. Ich habe nicht generell etwas gegen Attilas Küche, aber zumindest als Diät taugt das für mich nichts. Warum sollte es positive Effekte mit sich bringen, morgens Schoki ins Müsli zu streuen, wenn ich das gleiche Müsli sonst ohne Schoki esse?😉 Wer natürlich zuvor Fertigprodukte mit zusätzlichem Zuckerzusatz konsumiert hat, bemerkt das vielleicht auch auf der Waage…

    Alles Liebe
    Natalie

    1. Liebe Natalie, deine Antwort illustriert wunderbar, wieso man seinen gesunden Menschenverstand trotz aller Begeisterung immer mitdenken lassen sollte. 😊 und ja, ich denke auch, dass das Buch voranging an unbedarfte Normalesser gerichtet ist.

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