Zwei Jahre vegan – Zehn Dinge

Diesmal bin ich nicht ganz so spät dran mit meinem fälligen Fazit. Was hat sich geändert? Ich glaube, vor allem, dass ich inzwischen noch entspannter mit dem Thema umgehe. Ja, ich bin nicht perfekt und es gab auch wieder einige Ausnahmen, aber einen Anspruch auf Perfektion habe ich eigentlich ohnehin nicht, die Gründe habe ich hier schon erläutert. Lieber langfristig und entspannt, als perfekt zu sein und nach einem halben Jahr die Flinte ins Korn werfen… (wenn ich die Blogroll in der Link-Seite aktualisiere, bin ich immer ein bißchen traurig, wenn wieder ein Blog entfernt wurde oder nicht mehr betreut wird.) Auch zum Orthorektiker bin ich trotz meiner intensiven Recherchen nicht geworden, ich futtere bei weitem nicht immer so gesund wie mein Blog aussieht. Pommes, Marmeladenbrötchen, Lasagne, Schokolade gibts bei mir auch. Ich lerne immer noch dazu, freue mich über kleine Erfolge wie zum Beispiel das Verbot des Kükenschredderns in NRW und teste immer mal wieder ein paar Rezepte.Zwei Jahre Achtung, Pflanzenfresser!Ich habe mal zehn Dinge zusammengetragen, die sich seit dem Vegan-Werden geändert haben bzw. die ich für mich entdeckt habe:

  • 1. Ich liebe Tahin! Außerdem Tempeh, Avocado und Erbsen. Nach einer kurzen Umgewöhnungszeit schmeckt mir pflanzliche Milch sogar besser als Kuhmilch.
  • 2. Ich brauche inzwischen nicht mehr so viel Süßkram wie früher, habe eigentlich fast nie Heißhunger darauf.
  • 3. Früher wurde ich von Salat oder „nur“ Gemüse nicht satt – das Bauchgefühl war einfach anders als nach einem deftigen Mahl. Heute werde ich definitiv von Gemüse satt und ich schätze das „leichte“ Gefühl im Bäuchlein.
  • 4. Tierleid berührt mich auf eine besondere Weise. Und damit meine ich nicht die armen, süßen, kleinen Küken oder Kälbchen, die für Eier oder Milch draufgehen. Ich weiß, dass nicht alle Tiere niedlich oder menschenbezogen sind. Ich will da nichts verklären. Aber die Bilder und Videos aus der Massentierhaltung oder Schlachthöfen sind verstörend. Sowas vergisst man nicht.
  • 5. Im Gegensatz zu früher zieht es mich mehr ins Freie. Ich bin ja auch beruflich eher ein Stubenhocker, aber aus irgendwelchen Gründen habe ich seit der Umstellung viel ölfter das Gefühl, rausgehen und aktiv sein zu wollen. Außerdem scheine ich die Sonne besser zu vertragen als früher. Ich war immer ein Schattenhüpfer und fand den Sommer oft unerträglich, die Hitze machte mich müde und unkonzentriert. Das hat sich inzwischen etwas gelegt.
  • 6. Der Geruch! Ich glaube es stimmt, dass man als Pflanzist weniger duftet selbst wenn man schwitzt. Außer man isst Knoblauch🙂
  • 7. Kulinarische Überraschungen: Als Pflanzist probiere ich mehr aus und erlebe dadurch positive wie auch negative Überraschungen – nein, Ersatzprodukte schmecken nicht immer. Ja, so manches Rezept mutet anfangs merkwürdig an, aber stellt sich als absolut unwiderstehlich heraus. Vor allem gibt es Rezepte, die nicht nur wahnsinnig simpel sondern auch noch viel gesünder sind als ihre nicht-veganen Pendants (z.B. Eiscreme).
  • 8. Ich lese so viel über Ernährung, dass ich ernhaft über ein Zweitstudium (Ernährungswissenschaft) neben dem Job nachgedacht habe.🙂 Ist einfach irre interessant.
  • 9. Meine Eltern kaufen mir veganen Aufstrich, wenn ich zu Besuch komme, meine beste Freundin hat ihr Faible für Salat entdeckt und in der Kantine gibt es inzwischen immer mal eine vegane Option! Und noch besser: Kürzlich hat der Chefkoch ein Seminar zum veganen Kochen besucht – da kommt also bestimmt noch mehr!
  • 10.  Ich bin mir sicher, dass sich die Kassiererinnen angesichts meines Wocheneinkaufs (der übrigens nicht mal halb so lange dauert wie früher) ein bißchen wundern, ob ich nur von Obst und Gemüse lebe…:D Natürlich nicht, ich kaufe ja auch im Bio-Laden, Reformhaus, etc. (Ich hatte mal einen Nebenjob an der Kasse – man versucht durchaus, vom Warenkorb auf den Käufertypen zu schließen.)

Und was sind eure zehn Dinge? Kommentiert hier oder schickt mir den Link zu eurem Soundsoviel-Dinge-Blogpost, dann verlinke ich ihn gern hier!🙂

Weiterlesen:

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

32 Kommentare zu „Zwei Jahre vegan – Zehn Dinge“

  1. Das sind doch mal 10 erfreuliche Punkte. Mal gucken, ob ich 10 zusammen kriege:

    1. viel mehr Energie trotz deutlich weniger Fressen
    2. viel bessere Haut
    3. mein Einkauf dauert etwa 15 Minuten ^^
    4. ich „koche“ plötzlich (da ich meistens roh esse, sollte ich besser sagen: ich bereite mir Essen zu und futter nicht einfach, was so da ist)
    5. mein Verhältnis zu Avocados hat sich geändert: ich habe sie schon immer geliebt, aber sie waren zu einem bestimmten Zeitpunkt auch verantwortlich für eine sichtbare Gewichtszunahme… Da habe ich sie dann mit Vorsicht genossen. Jetzt will ich so viele wie möglich davon, um wieder was auf die Rippen zzu kriegen
    6. ergibt sich aus 5: ziemlich abgenommen.
    7. konventionelle Fertigprodukte, aber auch so Dinge wie Pralinen mag ich gaaar nicht mehr. Schmecken so plastikartig
    8. meine Einstellung zum gesundheitlichen Nutzen/Schaden von Milchprodukten hat sich um 180° gedreht
    9. ich freue mich wie ein Kind, wenn ich ein Produkt, das ich immer lecker fand, entdecke, das zwar „konventionell“ hergestellt wurde, aber trotzdem vegan ist, wenn ich eigentlich was anderes vermutet hätte
    10. ich bin neuerdings bereit, mehr in Lebensmittel und Kosmetika zu investieren.

    Da kommt doch einiges zusammen. Wenn jetzt noch Pizza aufhören würde, so gut zu riechen, wäre alles gut (komme auf dem Weg zur Arbeit immer an einem Ditsch vorbei. FIESE!)

    Liebe Grüße

    1. Wow, vielen Dank! Das klingt sehr positiv! Und Pizza gibts ja auch ohne Käse -Marinara etwa, und in Italien soll Pizza ohne Käse gar nicht so ungewöhnlich sein. Und beim Ditsch ist doch das Laugenbretzelchen ok, oder?🙂 …Auf deinem Blog habe ich gleich mal vorbeigeschaut.

      1. Da müsste ich mal nachfragen, ich glaube, da ist oft Süßmolkepulver drin. Außerdem sind die ja mit Pizza zu vergleichen😉
        Ach, ich komm schon damit klar, gibt ja auch leckere vegane Sachen…

      2. Schau mal nach, in den Foren wird berichtet, dass die Ditsch Laugenbrötchen und -bretzeln vegan sind. Die Pizza-ähnlichen Schiffchen natürlich nicht.😉

  2. Punkt 10 kann ich definitiv bestätigen.🙂 Habe auch während meiner Schulzeit als Kassiererin im Supermarkt gearbeitet und da so manches in die Einkäufe der Leute hineininterpretiert.🙂 Heute beobachte ich oft als Kundin, was die anderen Kunden da so aufs Warenband legen… Das sind 90 % tierische Produkte und ich denke mir: „Wow, so war ich auch mal… und das ist noch gar nicht so lange her!“🙂 (bei mir ein halbes Jahr) Mein Heißhunger auf Süßzeug war in den ersten Monaten auch komplett verschwunden, momentan ist es aber so, dass ich nach jeder Mahlzeit wieder zumindest ein kleines Stück Zartbitterschokolade brauche… Na ja.🙂 Liebe Grüße, Sabrina

    1. Ja, ich brauche auch ein bißchen manchmal. Aber eben kein Vergleich zu früher. Oder meine Kollegen, die jeden Nachmittag den Jieper auf Süßes bekommen…

  3. Ich ergänze mal die Liste, ich habe nicht mehr dieses Völlegefühl nach dem Essen. Das war immer so, ach jetzt könnte ich mich eine Stunde hinlegen oder einen Underberg trinken, kennt ihr das noch? Ich fühle mich jetzt auch nach einem üppigen veganen Essen immer gut🙂

  4. Keine Angst mehr vor Salmonellen und anderen fiesen Krankheitserregern aus der *Nutztierquälerei* in meiner Küche haben zu müssen.
    Mehr Motivation Kräuter und Gemüse im Garten anzubauen.

  5. Ich bin von einer schlechten Gemüseesserin zu einer „besseren“ Gemüseesserin geworden🙂 wäre sonst schwierig… Ein paar Gummihandschuhe haben einzug in meine Küche gehalten, da ich noch nie so viel Geschirr zu waschen hatte… und ein GS passt nicht in die Küche und macht mich auch irgendwie nicht an… Ich habe gelernt für mich einzustehen… in die Rolle wird man automatisch geschoben, da man „anders“ is(s)t als der Mainstream…
    Es gibt noch ganz viel zu entdecken… was es spannend macht… Tahin habe ich noch nicht in meiner Küche… muss ich nun endlich mal besoregen…
    Ich unterhalte mich mehr mit dem Verkaufspersonal in Reformhäusern oder „Evas apples“ in ZH und der Austausch ist immer sehr informativ und motivierend…
    Unnnnnnd… ich bin zu einer fleissigen Blogleserein geworden🙂 auch Dank dir wodurch sich menn Horizont öffnet und öffnet… makes me happy🙂

  6. Gratuliere zum 2jährigen🙂 Und deine 10 Dinge zeigen mal wieder sehr schön, das vegan sein nicht Verzicht sondern vor allem Gewinn – für alle – ist!

    LG
    Sandra

    1. Hallo Sandra, es ist wirklich ein Gewinn. Schon allein, weil man mal über den Tellerrand hinaus schaut. Buchstäblich und im übertragenen Sinne😉

  7. Hallo🙂 toll, ich liebe deinen Blog, auch wenn ich keine Veganerin bin. Ich achte halt sehr drauf das ich wenig Fleisch esse und wenn, weis woher es kommt. Ich denke das ist auch schon okay🙂 Und einige Punkte die du oben aufführst, kann ich trotzdem absolut unterschreiben🙂 auch wenn ich eben nicht komplett auf tierisches Essen verzichten will.
    Weiter so, deine Rezepte sind toll🙂
    Grüßle von
    Claudi

    1. Hallo Claudi, danke dir! Jeder Schritt in die richtige Richtung zählt. Freut mich sehr, wenn es dir schon bei der Reduktion besser geht.🙂

  8. Hallo Jane,

    mal sehen, was ich an Veränderungen zusammenbekomme. Dazu muss ich sagen, dass ich nun fast drei Jahre vegan lebe, und mich davon die letzten zwei Jahre vollwertig vegan und ölfrei nach den Doctores Esselstyn, McDougall, Fuhrman, Barnard und anderen ernähre.

    1. Ich habe so gut wie nie mehr Einschlafprobleme (außer vielleicht zwei mal im Jahr, wenn ich zuvor schon zu lange vor dem Fernseher weggedöst war) und muss abends im Bett im Normalfall nur die Augen schließen, um direkt „weg“ zu sein. Das war schon in meinem vorveganen Zeiten durch Yoga etwas besser geworden, aber seit dem Umstieg ist es eindeutig. Ich habe dafür keine gute Erklärung, aber vielleicht ist es das bessere Gewissen und das Sich-im-Einklang-mit-der-Erde-Fühlen. (Vielleicht ist es auch der Wegfall der Aufnahme von Stresshormonen, die sich sicher in jeglichen Tierprodukten aus dem Supermarkt finden.)

    2. Ich habe festgestellt, wie einfach, beruhigend und entspannend Selber-Kochen ist und kann nicht mehr nachvollziehen, was ich früher für einen Mist an Fertigprodukten (z.B. Tiefkühlpizza, die eigentlich immer nur nach Pappe schmeckt) gekauft habe.

    3. Ich gehöre nicht mehr zur Zielgruppe der üblichen Werbung für sogenannte „Lebensmittel“, da es für die echten und gesundheitsförderlichen Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Vollgetreide, Hülsenfrüchte, Pilze, Nüsse und Samen praktisch keine kommerzielle Werbung gibt. Damit stehe ich außerhalb des Konsumzirkusses und kann auch nicht mehr sein Opfer werden. Das gibt ein Gefühl von Befreiung und Selbstermächtigung.

    4. Mein Geschmackssinn hat sich verfeinert. Dies liegt sicher auch an dem Verzicht auf mit zuviel Salz, zuviel Zucker und Aromen versetzten Industrieprodukten, die bei einer veganen und vollwertigen Ernährung ohnehin wegfallen. Ich hätte es früher nicht für möglich gehalten, welchen Genuss mir z.B. einfacher dampfgegarter Wirsing selbst ganz ohne Salz und Gewürze bereiten kann.

    5. Ich habe seit dem Umstieg auf vollwertig vegane und ölfreie Ernährung einen flachen Bauch, unter dem sich die Bauchmuskulatur abzeichnet. (Etwas, worum mich die meisten anderen Männer Mitte 40 beneiden dürften.) Obwohl ich über den Tag verteilt auch sehr viel snacke (z.B. Möhren, Kohlrabi, ein Schälchen Haferflocken mit Wasser, Dinkelflakes, Reiswaffeln oder sonstiges – wobei übrigens mehr als 80 Prozent der Nahrungsenergie dieser Snacks aus Kohlehydraten kommen!) lege ich kein Gramm zu.

    6. Mein Gesamtcholesterin liegt (ebenfalls erst seit dem Verzicht auf Pflanzenöle) kontinuierlich unter 150 mg/dL, mein LDL kontinuierlich deutlich unter 80 mg/dL. Damit bin ich nach Dr. Esselstyn und allen einschlägigen prospektiven Langzeitstudien statistisch sicher vor Herzinfarkt und ischämischem Schlaganfall. Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass man nicht wie so viele andere durch diese heimtückischen Krankheiten von einem Moment auf den nächsten aus seinem Leben gerissen werden kann. (Natürlich kann mir immer noch der sprichwörtliche Blumentopf auf den Kopf fallen, aber zumindest die Risiken, die ich selbst ausschließen kann, habe ich ausgeschlossen.)

    7. Ich habe keinerlei Verdauungsprobleme mehr. Das dürfte dem hohen Ballaststoffanteil meiner Nahrung zuzuschreiben sein.

    8. Ich habe (außer wenn ich wirklich doch wieder mal zu spät ins Bett gegangen bin und entsprechend zu kurz geschlafen habe) nach dem Mittagessen nicht mehr solche elenden Tiefs. Klar, mein Körper ist auch jetzt direkt nach einem größeren Essen erst mal mit dessen Verdauung beschäftigt und entsprechend etwas weniger leistungsfähig. Aber der Leistungsabfall ist jetzt spürbar geringer und kürzer.

    9. Mein Wissen zu Ernährung ist explodiert, da mich erst die vegane Ernährung dazu gebracht hat, mich mit dem Thema intensiv zu beschäftigen. Schließlich liest man immer noch allenthalben (wie jüngst bei Focus-Online) die Gräuelgeschichten von den drohenden Mangelerscheinungen durch vegane Ernährung. Da wollte ich dann ja doch schon genauer wissen, welche Nährstoffe einem bei einer vollwertigen, pflanzlichen Ernährung fehlen sollen. Und siehe da: Wenn man sich damit beschäftigt und nur etwas skeptisch und logisch denken kann, bleibt nichts, aber auch gar nichts von den Warnungen vor einer pflanzlichen Ernährung übrig. B12 ist das einzige, was man sicherheitshalber supplementieren sollte (was mittlerweile bequem über eine Zahncreme möglich ist), Vitamin D kann man sich durch genügend Aufenthalt im Freien verschaffen, für die Omega-3-Fettsäuren tut man sich geschrotete Leinsamen oder Walnüsse in das Müsli. Das war’s. Alles andere ist in mehr als ausreichendem Maße in einer abwechslungsreichen pflanzlichen Kost enthalten. (Das Element Kalzium können Kühe beispielsweise genauso wenig synthetisieren wie das Element Gold, d.h. es ist schon in allen grünen und and der Photosynthese beteiligten Pflanzenteilen enthalten.) Dafür spart man sich mit einer pflanzlichen Kost unnötige und gesundheitsschädliche Bestandteile wie gesättigte Fettsäuren, Cholesterin, Antibiotikarückstände, IGF-1, zuviele schwefelhaltige Aminosäuren und, und, und.

    10. Hängt mit 9. zusammen: Ich durchschaue leichter, wenn sich Mainstreammedien zum Handlanger der Geschäftsinteressen ihrer Anzeigenkunden, nämlich der großen Lebensmittelkonzerne, machen und über ihre Redaktionen antivegane Märchen verbreiten lassen. (Focus online hat es tatsächlich geschafft, vegane Ernährung mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko in Verbindung zu bringen, obwohl man das mit einer vollwertig veganen und ölfreien Ernährung auf statistisch Null bringen kann.) Auch wenn die Politik z.B. stärkere Kennzeichnungspflichten blockiert und den Umstieg auf nachhaltige Lebensmittelproduktion sabotiert oder sogar Massentierhaltung subventioniert, kann ich dahinter leichter die Interessen und Aktionen von Großagrarverbänden und Lebensmittelkonzernen erkennen.

    Viele Grüße
    Hauke

    1. Wow, vielen Dank für diesen ausführlichen Kommentar! Ich bin sicher, nicht nur die Männer beneiden dich um deinen flachen Bauch und deine gesundheitlichen Vorteile für jeden erstrebenswert – vor allem weil sie eine relative Sicherheit vor gewissen Krankheiten bieten. Eine absolute gibt es natürlich nicht, nur die Wahrscheinlichkeit kann verringert werden. Und wer Focus online liest, ist wirklich selber Schuld. as ist eine reine Werbeplattform und hat mit Journalismus nicht viel zu tun.

      1. Hallo Jane,

        Du hast natürlich recht, 100-prozentige Sicherheit gibt es im Leben nie, weshalb ich auch lediglich von statistischer Sicherheit schrieb. Mit einem Konfidenzintervall von Alpha=0,05 könnte es auch Zufall gewesen sein, dass alle Herzpatienten von Dr. Dean Ornish und Dr. Caldwell B. Esselstyn, die sich fettarm und fast (Ornish) bzw. vollkommen (Esselstyn) tierproduktfrei ernährt haben, vor weiteren Herz-Vorkommnissen und Operationen verschont blieben, während bei tausenden anderen Herzpatienten die Krankheit trotz moderater Lebensstiländerungen weiter fortschreitet. Genauso könnte es mit einem Konfidenzintervall von Alpha= 0,00005 Zufall gewesen sein, dass unter fast 250.000 Männern unter 65 Jahre in der Goizhou-Provinz, wo die Menschen sich ähnlich ernährten (nämlich überwiegend von Reis und Gemüse), während eines dreijährigen Beobachtungszeitraums kein einziger Herztoter gezählt wurde.
        Ich könnte daher tatsächlich immer noch der erste dokumentierte Fall der Medizingeschichte werden, der trotz einer solchen Ernährung und mit entsprechenden Cholesterinwerten einen Herzinfarkt erleidet. Zumindest wäre dann aber mein Nachruhm gesichert.

      2. Ich glaube nur an Statistiken, die ich selbst gefälscht habe😉 Die Wahrscheinlichkeit, einen Sechser im Lotto zu haben liegt auch bloß bei 1 / 139.838.160 und trotzdem gibts Gewinner. Aber wie gesagt, ich finde es toll, dass es dir mit veganer Ernährung nach Ornish, Esselstyn & Co. so gut geht. Ich halte dies ebenfalls für die beste Richtung.

      3. Hallo Jane,

        ich muss mich übrigens korrigieren: Bei Dr. Dean Ornish, bei dem Milchprodukte und Öle noch in geringen Mengen erlaubt blieben, hatten nur 80 Prozent der Patienten kein weiteres kardiovaskuläres Ereignis. Lediglich bei Dr. Esselstyn, bei dem alle Tierprodukte und extrahierte Öle Tabu sind, waren es 100 Prozent. Das spricht dann wohl doch dafür, dass auch schon kleine Mengen dieser Produkte den Blutgefäßen schaden können. (Bei Dr. Esselstyn heißt das dann: „Mäßigung tötet“.)

      4. Faszinierend, vielen Dank für die Information! Welche Bücher dieser Autoren kannst du mir empfehlen? Übrigens habe ich mir eine kleine Kaffeemühle zugelegt, für die Leinsamen. das war eine sehr gute Idee!

      5. Hallo Jane,
        absolut empfehlenswert ist das Buch von Dr. Esselstyn himself, „Prevent and Revert Heart Disease“. Danach kommt dann das noch relativ neue „The Starch Solution“ von Dr. John McDougall, weil es einen wirklich dringend notwendigen Contrapunkt zur Masse von schlecht fundierter Low-Carb-, Paläo- und Low-GI-Literatur setzt. Da McDougall auch nach eigenem Bekenntnis mit Leidenschaft für die ethisch und gesundheitlich vernünftige Ernährungsweise eintritt, lässt er sich selbst manchmal etwas davon tragen und muss auch mit einer gesunden Skepsis gelesen werden. So spielt er z.B. die Notwendigkeit von B12-Supplementen etwas herunter (erkennt sie aber letztlich doch an) und argumentiert gegen Vit.-D-Supplemente, wobei er jedoch Quellen nennt, die seine Argumente nicht wirklich stützen. Von solchen kleineren Schwächen abgesehen ist es aber sehr erfrischend zu lesen, wie er z.B. der Carbophobie, dem unerschütterlichen Glauben an Milchprodukte als optimaler Kalziumquelle und dem an die vermeintliche Überlegenheit tierischer Proteine mit belegbaren Fakten den Garaus macht. Auch einige geschichtliche Exkurse, wie der, dass römische Legionäre sich beschwerten, wenn es zuviel Fleisch gab und dass die Gladiatoren sich praktisch vegan ernährten und auch die „Gerstenmänner“ genannt wurden, führen zu einigen Aha-Momenten.

      6. Vielen Dank! Ich bin ja immer auf der Suche nach dem nächsten guten Lesestoff und werde mir mindestens eins davon zu Gemüte führen!

  9. Schön, schön, soviel Interessantes zu entdecken und sich dabei sogar besser zu fühlen. Ich finde auch Deine Herangehensweise schön – sehr relativierend und nachvollziehbar. Wenn ich dagegen den oberen Kommentar lese, muss ich eingestehen, dass ich mein veganes oder vegetarisches Dasein nicht in dieser Konsequenz leben möchte. Ich habe keine Ahnung, wie hoch meine Cholesterinwerte sind und manches mag ich in Öl gebraten🙂 – aber ich fühle mich gut und mache vieles aus dem Bauch heraus. Danke für Deinen Blog und weiter so🙂

  10. Deine Liste umfasst schon alles, was ich selbst auf meine Liste setzen würde, deshalb bleibt mir nur, zuzustimmen – auch wenn es bei mir erst das einjährige Jubiläum zu feiern gibt, und auch das erst im nächsten Jahr.
    Eins vielleicht doch noch als Ergänzung: Seit der intensiveren Beschäftigung mit Ernährung habe ich auch andere Bereiche des Lebens stärker hinterfragt und bin so auch bei Kleidung, Verpackungsmüll und anderen Dingen kritischer geworden. Letztlich hängt doch vieles zusammen.

  11. Also Leute, ich lebe nun seit 13 Monaten vegan und kann eure sehr positiven Kommentare nicht so recht nachvollziehen. Leider handeln Vegetarier & Veganer oft genauso wie Fleischliebhaber die alle Argumente ignorieren und nur ihre eigene Lebensweise als gut und richtig ansehen.
    Ich schildere anhand eurer Beiträge nun mal wie es bei mir momentan aussieht:

    1. Ich werde nicht mehr satt ( Kann soviel essen wie ich will, nach 15 Minuten hab ich wieder Hunger. Heißt ich hab dann nur dieses Föllegefühl und nicht die angenehme Sättigkeit die mir Fleisch bereitet hat)

    2. Sojamilch schmeckt mir immer noch nicht besser als Kuhmilch (Klar man gewöhnt sich dran aber es ist nicht dasselbe. Hab schon andere Sachen probiert aber alle sehr teuer und so lala)

    3. Habe nachmittags extremen Heißhunger auf Süßes

    4. Tierleid geht mir an die Nieren aber anderseits sehe ich es auch als natürlich an (Nicht die Massenproduktion sondern das Jagen)

    5. Avocado nur bei Sushi (Die Aufstrichpasten hängen mir zum Hals raus)

    6. Ja mein Schweiß stinkt nur kurz aber jeden Tag Duschen muss trotzdem sein

    7. Natürlich gibts super leckere Dinge aber dafür braucht man oft viel Zubehör und Zeit welche ich und meine Familie nicht haben

    8. Interessiere mich jetzt nicht mehr für Ernährung als damals, nur muss ich mich jetzt damit beschäftigen

    9. Das vegane Angebot ist immernoch sehr gering und man wird in Restaurants wie ein Alien angeschaut wenn man sagt, dass man auf tierische Produkte verzichtet

    10. Am Anfang meiner Umstellung hatte ich auch bekannte Symptome wie mehr Energie und besseren Schlaf aber jetzt bin ich nie so richtig ausgeschlafen und hab alles in Allem weniger Energie

    11. Ja, ich achte auf eine sehr ausgewogene vegane Ernährung und schaue auch auf meine Eisen, Protein, b12- Werte wenn ihr denkt, dass es daran liegt

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