Finding Ultra – Rich Roll

Finding Ultra - Rich RollAuf eine Empfehlung der Kollegen von beVegt.de habe ich mir das Buch des veganen Ultra-Mans Rich Roll zugelegt. Er beschreibt in dieser Autobiograpie seinen Weg vom übergewichtigen Enddreißiger zum Supersportler, der schwimmend, radfahrend und laufend unfassbare Leistungen vollbringt. Ich muss zugeben, ich hatte am Anfang Probleme mit dem Buch. Die Art wie er schreibt, fand ich gewöhnungsbedürftig und besonders sympathisch war er mir auch nicht. Ich habe eben mit einem Ultraman ungefähr so viel gemeinsam wie ein Pantoffel mit einem Turnschuh. Aber spätestens ab dem dritten Kapitel hat er mich dann doch in seinen Bann gezogen. Seine Jahre am College und seine anfängliche Karriere als Anwalt verliefen nicht ganz so ruhmreich. Schonungslos offen beschreibt er sein Abrutschen in den Alkoholismus. Er ist ein Mann der Extreme, bei ihm heißt es immer: ganz oder gar nicht. So geschieht seine Wandlung auch fast über Nacht. Als er kurz vor seinem 40. Geburtstag kaum noch die Treppe ohne Verschnaufpause hochkommt, beschließt er sein Leben komplett zu ändern. Er steigt zunehmend auf pflanzliche Ernährung um und trainiert um sich sportlichen Herausforderungen zu stellen. Neben dem Ultraman ist es da vor allem die „EPIC5“-Challenge, bei der an fünf Tagen auf fünf verschiedenen Inseln jeweils ein Triathlon absolviert wird. Ein absolut wahnsinniges Unterfangen! Und natürlich ist es auch genauso hart wie es klingt.

Genau das macht die Sache so lesenswert: man ist die ganze Zeit direkt dabei im Kopf des Protagonisten, meistert mit ihm die Schwierigkeiten der Strecke, fühlt seine Schmerzen, seine nachlassende Willenskraft, seine absolute Erschöpfung. Mir war irgendwie nicht klar, dass Profi-Sportler auch leiden, ich dachte immer, das betrifft nur die Untrainierten wie mich😉. Aber natürlich erfährt man auch die Freude, die er durch die Unterstützung seiner Familie und Fans erfährt. Am Ende fühlt man sich tatsächlich motiviert, die Laufschuhe oder das Rad rauszuholen. Vor allem weil er erklärt, dass man tatsächlich nur so laufen sollte, dass man sich noch unterhalten kann. Also eher langsamer als zu schnell. So könne man die mitochondrische Dichte in den Muskelzellen und nach einiger Zeit die aerobe Schwellem am besten erhöhen, so dass der Körper Sauerstoff und Fett als Treibstoff nutzt statt des schnell erschöpften Vorrats an Glukose (113-114). Dabei ist seine Geheimwaffe die pflanzliche Ernährung, am Ende des Buches gibts eine kleine Einführung in die „Plantpower Diet“. Vollwertig, kein Fertigkram und rein pflanzlich – so könnte man sie zusammenfassen. Auch hier tauchen die Namen der einschlägig bekannten Ärzte auf, etwa Campbell, Esselstyn und Barnard, auch wenn er als Sportler keine low-fat Strategie verfolgt. Nicht viel Neues hierbei, aber es ist doch immer wieder interessant, wenn Menschen mit veganer Ernährung trotzdem bzw. gerade wegen veganer Ernährung zu Höchstleistungen befähigt werden. Und davon gibts noch mehr, hier einige Beispiele inklusive Links zu ihren Blogs, welche die Autoren von beVegt.de – ihrerseits selbst sehr lauffreudige Sportler mit einem sehr lesenwerten Blog – zusammengetragen haben:

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

6 Kommentare zu „Finding Ultra – Rich Roll“

      1. Mh, da haben wir wohl unterschiedliche Ansichten, was den Anfang des Buches angeht😀 Ich war gleich von der ersten Seite hin und weg.
        Den Podcast höre ich schon einige Monate und kann ihn sehr empfehlen. Höre ihn sogar am liebsten, wenn ich laufen bin. Die neuste Episode mit Matt Frazier von „no meat athlete“ ist wie ich finde sehr gelungen.

  1. “Mir war irgendwie nicht klar, dass Profi-Sportler auch leiden, ich dachte immer, das betrifft nur die Untrainierten wie mich.”

    HAAAAAAA🙂

    Von einem Bekannten eines Freundes eines Freundes weiß ich übrigens, dass das auch sehr trainingseifrige, aber nur mittelmäßig talentierte Hobbysportler betrifft😉

    1. Naja, hab mir immer vorgestellt, richtige Sportler erreichen so ein Plateau, und dann fällt ihnen das irgendwie leichter. Auf keinen Fall hätte ich gedacht, dass sie auch solche Schmerzen haben und sich sonstwas aufreiben…

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