Ein Jahr vegan – inklusive Bluttest

Eigentlich müsste es heißen: über ein Jahr vegan, denn diesen Post hab ich ein bißchen vor mir hergeschoben, auch im meine Bluttestergebnisse miteinbringen zu können. Nun sind also etwa 14 Monate vergangen, ich habe viel gelesen, Rezepte ausprobiert, mein erstes veganes Weihnachtsfest gemeistert, den ersten (ziemlich) veganen Urlaub gemacht, habe kulinarische Höhepunkte in einem fantastischen Restaurant erlebt, sogar auf dem Berliner Fernsehturm vegan geschlemmt und vieles mehr.

Merkwürdige ärztliche Ansichten

Ich fühlte mich von Anfang an besser damit – aber natürlich ist das subjektiv. Ich wollte es genau wissen und ging nach einem Jahr zum Arzt. Und es ist alles im grünen Bereich, Eisenserum sogar etwas zu hoch (könnte daran liegen, dass ich zum Zeitpunkt der entnahme gerade einen Infekt hatte), aber Ferritin (Eisenspeicher) im normalen Bereich. Auch Vitamin B12 ist auf einem guten Level, allerdings schätze ich mal, dass es sich bei dem Test um den weniger aussagekräftigen regulären B12 Spiegel (TC) handelt, also bin ich nicht so ganz auf der sicheren Seite. Und ich supplementiere schon von Anfang an. Der Arzt war absolut gegen eine Homocystein-Messung („aber Veganer bekommen doch genug Vitamin B6“ [??]), meinte aber, wenn ich darauf bestehe, könne ich es ja bezahlen, womit ich einverstanden war. Allerdings wusste ich nicht, dass man das vor der Blutentnahme durch die Schwester sagen muss, diese behauptete jedenfalls, das wäre jetzt zu spät. Ohnehin fühlte ich mich nicht sonderlich ernst genommen, obwohl ich extra zu einem Arzt gegangen war, der in einem einschlägigen Forum als Veganer-freundlich empfohlen wurde. Auch hat er Zusatzausbildungen in Ernährungswissenschaften absolviert und betonte, dass es wirklich wichtig und lobenswert ist, auf seine Ernährung zu achten. Veganismus fand er allerdings nicht adequat, nicht nur wegen des B12, sondern auch wegen Vitamin K (??) und weiteren Nährstoffen (auf die er aber selbst auf Nachfrage nicht näher einging). Außerdem gab er mir zu verstehen, dass seinen Patienten zufolge häufig diejenigen vegan werden, die eine Art „Halt im Leben“ suchten, wie eine Art Religionsersatz und sonst nicht viel haben oder sich dadurch eine Identität geben oder wie auch immer er das gemeint hat. Mir ist fast der Kragen geplatzt. Es mag zwar Leute im Veganismus geben, die diese Art von Profilierung brauchen, aber ich glaube nicht, dass es der Mehrheit so geht. Ich mache das ganz sicher nicht um mich irgendwie abzugrenzen oder Halt zu finden. Ich mache das, weil ich durch alles, was ich herausgefunden habe, nicht mehr anders kann. Ich muss mich dafür belächeln lassen, bereite Umstände, muss selber viel mehr planen und grenze mich unfreiwillig aus. Das ist alles andere als angenehm, aber ich kann auch nicht so tun als wüsste ich das alles nicht.

Am Anfang war das Entsetzen

Eigentlich bin ich wohl eher zufällig darauf gestoßen, irgendwo hab ich was gelesen und konnte es einfach nicht glauben. Also hab ich versucht herauszufinden, was da dran ist. Es konnte einfach nicht so schlimm sein und es musste einen guten Grund dafür geben, sonst würde das doch keiner dulden! Aber je mehr ich recherchierte, desto schlimmer wurde es. Die Bedingungen in der modernen Massentierhaltung sind entsetzlich und auch Bio ist nicht unbedingt eine Lösung, wie aktuelle Reportagen immer wieder zeigen. Die Folge sind Krankheiten, Keime, resistente Erreger, die nicht nur für die Tiere sondern auch für Menschen eine Gefahr darstellen. Belastungen der Umwelt durch unfassbare Mengen an Gülle sind nur die Spitze des Eisbergs, dahinter verstecken sich noch viel weitreichendere Probleme. In der Eierproduktion werden täglich Tausende Küken lebendig geschreddert oder vergast, Milchkühe leiden nicht nur unter ihren durch Züchtung deformierten Körpern, sondern müssen für das weiße Gold unendlich oft zwangsgeschwängert werden – der Nachwuchs endet als Kalbsfleisch auf dem Teller. In deutschen Schlachthöfen werden die Tiere teilweise nicht richtig betäubt, falsch abgestochen und gelangen bei Bewusstsein in die Produktionsmaschinerie. Und wir reden hier nicht von Ausnahmen oder von Einzelfällen sondern von gängiger Praxis, von Dingen, die jeden Tag geschehen.

Wenn man sich das so ansieht und liest und sucht  – nämlich nach anderen Quellen, die das das Gegenteil beweisen (und nichts findet), bleibt irgendwann nur noch das Entsetzen. Wie kann es sein, dass das kaum keiner weiß? Dass sich niemand dafür interessiert, dass sich alle fröhlich die Produkte dieser Qualen einverleiben ohne auch nur im mindesten darüber nachzudenken? Man möchte die ganze Zeit schreien! Aber das darf man wieder nicht. Dann ist man der militante Veganer, man muss schön freundlich und sachlich bleiben, kleine Schritte gehen, nicht aufdringlich sein, sonst prallt man sofort auf massive Gegenwehr. Ich habe schon Leute erlebt, die den Raum verlassen haben, als ich nur eine Andeutung gemacht hatte…Man muss damit leben, gedisst zu werden nur weil man nicht mehr ignorieren kann. Dabei meinen es die Leute nicht böse, wie ihre Reaktionen auf Bilder aus der Massentierhaltung zeigen. Die Leute wissen davon kaum etwas, und das Wenige, das sie wissen, bringt sie dazu, nicht noch mehr darüber erfahren zu wollen. Eigentlich auch verständlich. Aber genau das Wegschauen sorgt ja dafür, dass die Praktiken unbeobachtet immer grausamer werden können.

Notwendiges Übel?

Viele rechtfertigen das Grauen einfach damit, dass es notwendig sei, wir brauchen Fleisch, Milch und Eier zum Leben, und was kann man denn dann noch essen, wenn man auf so viel verzichtet? Auch dem bin ich auf den Grund gegangen, habe tierische mit pflanzlichen Lebensmitteln verglichen, mich durch Bücher gegraben und nicht zuletzt selbst ausprobiert. Und siehe da, man kann prima ohne tierische Produkte auskommen, lernt viele neue Lebensmittel kennen – es gibt keinen wirkliche Begründung  für diese Tierquälerei. Und das ist das Schlimmste. Natürlich neben den ganzen anderen Argumenten gegen diesen Wahnsinn, sei es Welthunger, Umweltverschmutzung, CO2-Belastung – inzwischen kenne ich sämtliche Argumente von A-Z. Ich glaube zwar nicht mehr, dass es für so komplexe Probleme eine einfache Lösung gibt, wie es mir anfangs erschien. Denn auch wenn auf einmal alle vegan lebten, wären wir deswegen nicht auf einmal von allen Problemen erlöst. Und Veganismus hat alles in allem im Moment eher theoretische als direkte Auswirkungen. Deswegen sollte es auch mehr ums große Ganze gehen als um Details, weswegen ich die Anfeindungen von Veganern gegenüber Vegetariern oder „weniger strengen“ Veganern nicht verstehe. Wir sind nicht einer Position uns auch noch gegenseitig anzugehen, das schwächt die ganze Bewegung immens, da die Ausfallrate steigt. Stattdessen sollte jeder positive Schritt belohnt werden. Denn ich glaube schon, dass es noch mehr Menschen gibt, die diesen Schritt gehen würden. Und dass es irgendwann eine Lösung zumindest für das Problem Massentierhaltung geben muss, denn wie schon Jonathan Safran Foer schrieb, sie ist nicht nachhaltig, sondern beraubt sich in extremen Maße selbst ihrer Ressourcen und ist daher nicht zukunftsfähig. Es gibt so viele Gründe dafür und irgendwie kaum einen dagegen – also werde ich wohl weiter so gut wie möglich vegan bleiben.

Mein Fazit nach den ersten zehn Wochen kannst du hier nachlesen: „10 Wochen Veggie-Experiment – Bisherige Ergebnisse„.

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

41 Kommentare zu „Ein Jahr vegan – inklusive Bluttest“

  1. Glückwunsch zu deiner Ausdauer:-)

    Ich bin jetzt irgendwie auch im 2ten Jahr und erlebe das selbe wie du. Meine Frau war mit meinem Sohn beim Arzt und da gab es auch nur Kopfschütteln. Vitamin B12 muss nicht getestet werden, denn wenn es zugeführt wird ist es doch auch im Blut. Prompt bekamen sie auch nur den Serumwert und nicht den HoloTC. Er gab noch an bei Verunsicherung sollten sie halt Fleisch essen!

    Ich lasse mich bei diesen ganzen Fakten auch immer mal wieder verunsichern. Ich habe einen leichten Eisenmangel und schon hat mein Kopf alles versucht zu berechnen, Calzium Zink usw. Gerade bei einem Kind in der Pupertät, die brauchen viele Nährstoffe. Ich fände es auch sehr irritierend vegan zu kochen und ihm ein Steak extra….

    Ich beruhige mich dann irgendwann, wenn ich merke das es von außen gebrachte Unruhe ist:-)

    Gruß
    Jens

    1. Na ich hatte das Gefühl, dass es echt schwierig ist, nicht so rüberzukommen, als wisse man alles besser und stelle die Kompetenz des Arztes in Frage… was natürlich nicht gerade auf Verständnis trifft. Aber der Tipp mit den Fleisch ist ja ganz schön daneben!

    2. Hallo Jens,
      die Verunsicherung kann ich gut verstehen. Ich bin auch verunsichert. Und dann entdeckte ich, dass es einige Leistungssportler gibt, die sich vegan ernähren. Aha. Das geht also. Es gibt z. B. eine Gruppe deutscher Bodybuilder, die sich vegan ernähren. Die haben ein Forum, u.a. auch mit Rezepten. Und wenn du die Jungs siehst, dann haben die sicher an nix einen Mangel. Mir geht es z. B. so, dass ich sehr wenig Protein zu mir nehme, was nicht gut tut, da es zu Muskelabbau führt. Daher habe ich mich mit veganer Proteinzufuhr auseinandergesetzt und bin auf die Bodybuilder gestoßen.
      Aus dem Sportbereich gibt es auch hochwertige Nahrungsergänzungen (auf Bio-Qualität achten), die sich für Veganer eignen. Kurzfristigen Mehrbedarf wie z. B. im Wachstum oder in der Schwangerschaft können wir darüber gut ausgleichen.
      Gruß
      Sabine

  2. Aus welchem Forum hast du den Arzt denn?
    Laut der Vebu-Liste ist der nächste veggiefreundliche Arzt 100km von mir entfernt -.-
    Aber wenn ich sehe was du hier berichtest, dann kann ich auch zu meinen Hausarzt gehen…
    ich möchte im Januar nämlich auch mal überprüfen lassen, wie die Werte bei mir aussehen🙂

    1. Aus dem vegan.de Forum…von der Vebu-Liste hab ich noch gar nix gehört, muss ich gleich mal schauen. Ja, wenn du weißt was du brauchst, kannst du auch geich in ein Labor gehen, das soll auch billiger sein…

  3. Unglaublich, was du bei deinem Arzt erlebt hast. Ich bin seit einem Jahr vegan und will auch demnächst mal ein Blutbild machen lassen.
    Sagt man beim Arzt dann einfach, bitte großes Blutbild mit B12 HoloTC Überprüfung oder wie mache ich das genau deutlich, dass ich das genau untersucht haben will?
    Ich muss meinem besorgten Papa nämlich mal beweisen, dass ich nicht halbtot durch die Gegend sieche😉

    Den Rest deines Artikels finde ich toll, mir gehts ganz genauso. Habe die gleichen Ansichten.

    1. Ich glaube schon, dass man das so sagen kann! Ich finds gut dass du dich testen lassen willst. Mach am besten auch Eisen mit, das ist ja auch immer Stein des Anstoßes.🙂 Aber inklusive Ferritin (Eisenspeicher), denn der Eisenserumwert allein ist nicht sehr aussagekräftig.

    1. Ok, ich kenne mich damit nicht aus, die Idee hab ich von jemandem, der meine Werte interpretiert hat. Was bedeutet dann ein zu hoher Eisenserumwert?

      1. Ferritin (=Depot-Eisen) ist bei Infekten erhöht, da es ein so genanntes „Akut-Phase-Protein“ ist.

        Zu hohe Eisenwerte:
        Einfachste Erklärungen:
        – Tageszeitliche Schwankungen (um die Mittagszeit Höchstwerte von Eisen im Serum)
        – Eisensupplementierung
        – Nahrungsabhängiges Hoch
        Darum ist der Serumspiegel allein auch nicht wirklich aussagekräftig. Er ist sehr störanfällig. Im Zweifel neue Bestimmung.

        Pathologien:
        (wenn deine restlichen Werte okay sind, ist das aber alles eher unwahrscheinlich)
        – Hämochromatose, schwierig zu diagnostizieren, wenn du keine Symptome hast (Hinweise kann die Transferrinsättigung geben), ein relativ häufiger, genetischer Defekt
        – Lebererkrankungen
        – Stoffwechselerkrankungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion)
        – Hämolytische Anämien (d.h. irgendwer/irgendwas zerstört deine roten Blutkörperchen und dann wird Eisen frei)
        – Nierenfunktionsstörung
        – ein paar andere abgefahrene Sachen noch…😉

      2. Aha, nur der Eisen i.S.-Wert war zu hoch, das Ferritin im Normalbereich, wie gesagt. Hm, die anderen Werte waren auch ok, nur die Erythrozyten zu niedrig, Hämoglobin an der Untergrenze.

  4. der satz „…Die Leute wissen davon kaum etwas, und das Wenige, das sie wissen, bringt sie dazu, nicht noch mehr darüber erfahren zu wollen…“ ist echt klasse!
    das ist eben der grund warum man immer wieder gegen wände spricht… selbst wenn ich gefragt werde und sage, dass ich mich „tierfreundlich“ ernähren möchte… dann wechselt irgendwie die atmosphäre… die nähe wechselt zu einer gewissen distanz…
    ich habe mich erst kürzlich gefragt wie es denn vor 4 jahren für mich war, wo ich noch fleisch & co zu mir nahm… und ehrlich gesagt, ist vieles auch nicht so nah heran gekommen wie jetzt ( ausser wenn es meldungen in zeitschriften und tv gab)… der innere schalter muss definitv mitspielen, ansonsten gibt es nur gegenwähr und angst etwas nicht „geniessen“ zu dürfen…
    merci für deinen blog…

    1. Ja, ich werd auch dazu demnächst einen Post schreiben. Und du hast recht, man sollte auf dem Boden bleiben und nicht vergessen, wie man evtl. selber mal so gedacht bzw. nicht gedacht hat.

    2. Ich kann da auch nur zustimmen, weil ich selber noch auf dem Weg und auf der Suche bin, was genau für mich das Richtige ist. Was mich selbst schockiert ist das Bewusstsein, dass ich doch schon vor so langer Zeit mal was über Massentierhaltung gehört habe – aber es aus irgendwelchen Gründen nicht an mich rangelassen habe. Da spielt sicherlich ein „innerer Schalter“ mit, den ich aber noch überhaupt nicht definieren kann.

      Schade finde ich es auch, dass einfach „Klappen runtergehen“ – aber wenn ich mich richtig erinnere liegt es tatsächlich oft daran, WIE etwas gesagt wird – oder eben, dass ich mich damit einfach überfordert fühlte, es einfach zu viel war. Heute höre ich auch oft den Satz „Dann kann man ja gar nichts mehr essen …“ und eine Weile hätte der auch von mir kommen können – aber eben eher in dem Sinne „Ich tue was ich kann, im Moment kann ich nicht mehr tun …“ Und irgendwas essen muss man ja …

      Aber wahr ist sicherlich: Was in der Massenproduktion (ob Tiere, andere „Lebens“mittel oder auch Sonstiges) vor sich geht, wie Tiere, unsere wunderbare Erde und auch Menschen behandelt werden, ist doch letztlich wirklich zu schrecklich, um wahr zu sein! Wer bringt denn so etwas übers Herz? Und doch werden Menschen, Tiere und die Natur so grausam behandelt und gewissenlos ausgebeutet. Für mich steckt da wirklich eine dunkle Macht dahinter, dass wir oft die Augen verschließen – das ist doch nicht fassbar, das wir das tun!

      Ganz ehrlich, ich würde nichts grundsätzlich mit der Hitler-Zeit vergleichen, aber unsere Vorfahren steckten da drin und sehr viele sagten später „Davon haben wir nichts gewusst“. Oder viele haben vielleicht irgendetwas mitbekommen – aber es war auch zu schrecklich, um wahr zu sein … Klar, da spielten noch ganz andere Dinge eine Rolle … Aber ich habe mich schon oft gefragt, ob es in unserer Zeit nicht auch etwas gibt, wo unsere KInder uns fragen werden „Wie konntet ihr das nur zulassen?“ – und diese ganze Situation erinnert mich wirklich daran … Tiere, Menschen und Natur gehen qualvoll zugrunde weil wir es billig und bequem wollen …

      Und klar, es würde ja Unglaubliches von uns verlangen, wenn wir es endlich als wahr anerkennen. Wie du auch schreibst, Jane – dann können wir einfach nicht mehr anders … Und dann müssen wir unser ganzes Leben total verändern …

      Ich bin so froh, dass ich schrittweise dahin kam – und aus einer anderen Richtung kam, weil ich anfing mich aus gesundheitlichen Gründen vegan zu ernähren. Jetzt, wo ich inzwischen so viel mehr über alles weiß, passt einfach alles zusammen: unsere Gesundheit, die unserer Kinder und wie Menschen, Tiere und Natur behandelt werden.

      Die Konsequenzen eines solchen Wissens sind aber wirklich so dermaßen allumfassend, dass ich inzwischen vielleicht selbst durch diesen langen post die Antwort auf meine oben noch erwähnte Unklarheit gefunden habe: DAS ist wohl der Schalter, der einfach runter geht. Viele sind nicht in der Lage sich dem zu stellen (und ich war es auch nicht oder wollte es nicht, ich weiß es wirklich nicht), was es für sie praktisch bedeutet, dass diese Grausamkeiten alltägliche Wahrheit sind und wir mit unserem Geld täglich dafür bezahlen, dass es geschieht!

      Ehrlich gesagt bin ich froh, dass inzwischen viele, wie ich auch, durch Krankheiten, die es früher so gar nicht gab, darauf stoßen, dass vieles in unserer Gesellschaft untragbar ist – und das lässt viele aufwachen, aufhorchen und dann sind sie auch offen, denn es betrifft sie plötzlich selbst …

      Ist schon etwas erschreckend für mich selbst, diese Selbstoffenbarung hier – aber mir war es wichtig zu versuchen zu erklären, warum viele so dicht machen. Ich hab es früher nicht bewusst gemacht, diesen Schalter umgestellt, aber ich habe bestimmte Leute wirklich als aufdringlich und extrem empfunden … Deshalb gefällt mir dieser Blog auch so sehr – danke, Jane, für all deine Arbeit!!! Wie es auch schon jemand ähnlich gesagt hat: du bist sehr deutlich und konsequent, aber auch so geduldig und ruhig mit aggressiven posts und nicht militant, was wirklich kontraproduktiv ist.

      Sorry, dass dies so lang wurde, lag mir einfach sehr auf dem Herzen!
      Weiter so, ich bin schon gespannt drauf, deinen blog weiter zu entdecken🙂 Ich bin so froh, endlich etwas gutes deutschsprachiges gefunden zu haben!
      Carmen

      1. Es ist dieses „die Welt ist sowieso schlecht, kann man nix machen, komm gefälligst klar damit“-Gefühl was einen davon abhält, den Schalter dann doch mal umzulegen. Man verdrängt lieber, so gut es geht. Und es geht gut, denn alle machen mit. Daher auch der Hitler-Vergleich. Aber das verstehen wiederum nur diejenigen, die sich die Infos und Videos wirklich mal angetan haben. Dann kann man verstehen, warum eine andere Generation hoffentlich mal fragen wird „Wie konntet ihr das zulassen?“ Es ist unfassbar, was da abgeht und hat nix mehr mit dem simplen Stillen von Hunger zu tun. Aber die Menschen sind nicht schlecht, nicht gefühllos. Aber ihnen das nahe zu bringen ist unglaublich schwierig, weil sowas immer nur von innen, von selbst kommen kann. Und das weiß ich selbst am besten, daher meine Geduld😉

  5. So etwas sagt ein „veganfreundlicher“ Arzt? Krass. Aber meiner war auch nicht viel besser. Der wollte nicht mal wissen, warum ich den B12 Test haben möchte und sogar selber bezahle. Ich glaube die sind alle überlastet und das ist eh nur Massenabfertigung. Zum Glück muss ich da selten hin🙂

      1. Danke🙂
        Bei mir hat sich im zweiten Jahr übrigens kaum was verändert. Es gibt so ein „Grundrauschen“ an immer gleichen Kämpfen die man auszutragen hat, mit entfernten Verwandten, neuen Kollegen, auf Reisen etc. Aber nachdem der Alltag sich einmal eingependelt hat, ist es da kaum noch Thema.

  6. Hallo Jane, ich gratuliere zum mehr als Einjährigen und drücke dir die Daumen für die Zukunft. Es ist immer wieder interessant von dir zu hören und bewundere dich. Zum Thema B12 möchte ich nur noch mal anfügen, dass seit der ersten Hälfte d.J. eine Zahnpaste mit B12 entwickelt wurde, die bei uns vorerst nur im Reformfachgeschäft für 4,95 € zu erhalten ist. In Apotheken und Drogerien ist sie noch nicht erhältlich. Erste Studien darüber liegen vor und wer sich dafür interessiert kann hier nachschauen: http://ifane.org/angebot/forschungsprojekte/
    Hersteller ist die Firma SANTE. Ich habe sie seit einer Woche im Gebrauch und werde zu gegebener Zeit eine Blutuntersuchung machen lassen. Später kann ich sicher darüber berichten.

    1. Naja, er ist insofern veganerfreundlich, indem ich für den gesamten Test nix bezahlen musste und er selbst B12, Eisen und Ferritin vorgeschlagen hat (bevor ich es tun konnte). Und ansonsten weiß ich ja nicht, was er für Patienten hat um so ein Bild zu entwickeln.😉

  7. Hallo Jane,
    ich finde deine Einstellung so wunderbar entspannt und konsequent zugleich…
    Ich erlebe oft Folgendes: Da sage ich, ich will was ohne Fleisch. Und gleich kommt die Frage: Bist du Vegetariererin? Als ob man dauerhafter Vegetarier sein müsste, um mal kein Fleisch essen zu wollen. Ich glaub, viele brauchen a) Schubladen und b) eine wie auch immer geartete Sicherheit, dass es so, wie sie es machen richtig ist…

    Ich versteh das nicht ganz. Was kann ein Arzt dagegen haben, wenn du einen Wert gemessen haben möchtest? Entweder zahlt es die Krankenkasse oder du selbst. Aber mehr messen bringt ihm doch auch mehr? Hmm. Das finde ich schon seltsam.

    Viele Grüße
    Drea

    1. Ich find es schon ok, wenn er mich drauf hinweist, wenn er meint, etwas wäre nicht notwendig. Aber natürlich sollte er mir nicht im Weg stehen, wenn ich es trotzdem möchte und das hat er ja auch nicht, das war eher die Schwester😉

  8. Danke für die 1-jährige Zusammenfassung und vor allem auch diesen satz “ Denn auch wenn auf einmal alle vegan lebten, wären wir deswegen nicht auf einmal von allen Problemen erlöst.“

    Ich bin jetzt seit 4-5 Jahren Veganer aber ich habe immer nur den normalen B12 Test gemacht. Was soll ich auch sonst machen außer B12 Tabletten nehmen. Die Spritzen waren echt sehr unangenehm…

    1. Nimm die Tabletten und jetzt gibt es wohl auch Zahnpasta, ich habe gerade zwei Tuben zu Hause und hoffe auf das Beste. Wäre ja so schön einfach, keine Pillen mehr, nur normal Zähne putzen und das war’s🙂

  9. Hi – Ich möchte mit diesem Beitrag nicht die Einstellung oder sonst was bewerten – mir geht es eher im die Haltung des Arztes.. Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige, die sich vegan ernähren. Ich persönlich teile diese Einstellung nicht aber jene, dass jeder das tun sollte, was er meint, dass für ihn/sie am Besten ist. Leider kommen dann aber immer Tiraden, Vorträge und Vorwürfe von diesen Personen. Es macht dann immer den Eindruck, dass diese Leute, dies wirklich zu einer Art Religion für sich erheben – vielleicht hat der Arzt viele dieser Leute als Patiente… würde dies erklären.
    Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich niemanden etwas ausreden, überzeugen oder sonst was möchte und jedem seine Meinung repsektiere.. nur sollte dies immer von beiden Seiten kommen… Ich gehe davon aus, dass dies bei dir so ist – ich möchte nur meine Erfahrung von „der anderen Seite“ kurz kund tun😉

  10. Da hast Du den Arzt wohl falsch verstanden. Was er meinte hat ja nichts mit „Profilierung“ oder „Abgrenzung“ zu tun. Was er meinte waren Menschen, die einen Sinn suchen, einen Lebensweg oder wie man es nennen möchte. Menschen, die ihren Lebenswandel auffällig fokussieren, findet man natürlich bei allem, was aus der Norm fällt und gegen etablierte Lebensgewohnheiten läuft. Da sind selbstverständlich auch viele Menschen bei, die das als Fixpunkt des Lebens einrichten. Falsch wäre es nun das auf vegane Lebensweise zu reduzieren und natürlich gibt es immer wieder die Ausnahmen.

    1. Ja, man kann das auch positiv sehen, schon richtig. Ist ja nichts falsch dran, Sinn zu suchen oder seinen Lebensweg nach so etwas auszurichten.

      Mir kam es eher nicht so vor. Eben mehr wie „Veganismus als Religion“ oder weil man an sonst nichts glaubt oder so. Mir ist das aufgestoßen weil ich das alles nicht mache, weil mir langweilig ist oder ich darin Halt suche sondern durchaus rationale Gründe habe, wie ich finde. Und eben diese Rationalität wird dem Pflanzismus durch den Religionsvorwurf abgesprochen.

  11. Danke für diesen Bericht – wenn ich ihn auch mit 3 Jahren Verspätung lese. Ich werde alle anderen Berichte auch noch lesen! Ich nutze die christliche Fastenzeit dieses Jahr als Einstieg – und es fällt mir schwer! Obwohl ich Dahlkes Veganize your life verschlungen (und in der U-Bahn geheult) habe. Ich liebe Salat, frisches Gemüse, finde Tofu und Tempeh gut und habe mich vorher schon nahezu vollwertig ernährt… Aber ich komme mit „vollwertig-vegan“ nicht zurecht… Ich weiß auch nicht weshalb… Ich esse 6 mal am Tag – denke ausschließlich an die Zubereitung der nächsten (Zwischen-Mahlzeit), habe nach dem Essen noch Hunger und mag Sojamilch im Kaffee nicht, ich will das Tempeh-Gratin mit Käseüberbacken und denke dabei „das bisschen Tierleid wird durch das trockene Gratin auch nicht gelindert“ (glücklicherweise kommt es für mich nicht in Frage in der Fastenzeit einen Ausrutscher zu begehen) – … Aber ich versuche es auch danach weiter! Dieser Bericht greift auch einige meiner Sorgen auf, daher werde ich deine Seite weiter durchstöbern! Danke!

    1. Hallöle, Sojamilch mag ich im Kaffee auch nicht😀 Ja, ein bißchen probieren muss man schon, vielleicht gehst du einfach in deinem eigenen Tempo. Du sollst dich ja nicht fertig machen dabei 😉 Allerdings kann ich das mit der Fastenzeit nachvollziehen. Du führst es quasi wie eine Art Diät durch. Wenn man sich zwanghaft was verweigert, führt es fast automatisch dazu, dass du genau das dir Verbotene unbedingt willst bzw unzufrieden mit dem dir Erlaubten bist. Deswegen bin ich eher gegen zu strikte Regeln bei Anfängern. Es ist besser, wenn die Motivation eher so von innen kommt, bei mir war es dann so, dass ich das ganze Nutztiersystem in der Form nicht unterstützen wollte und auch die Bilder oft vor Augen hatte, so dass es mir nicht mehr so ohne Weiteres möglich war, die Produkte zu essen. Aber wie gesagt, nicht zu strikt, wenn es dir nicht gut tut. Okay?🙂 Viel Spaß beim Stöbern!

  12. Hallo Pflanzenfresser,
    die Tierquälerei macht nicht nur was mit den Tieren. Sie macht auch was mit den Menschen. Die Menschen, die in einer „Fleischfabrik“ (Originalton Edeka-Zentraleinkauf) arbeiten verrohen. Das ist ebenfalls nicht hinnehmbar. Wer jeden Tag Tiere respektlos behandelt, wird dieses Verhalten nicht an der Fabrikpforte ablegen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand gerne und freiwillig solche Arbeit macht und ich denke, da diese „Fleischfabriken“ ja häufig in Gegenden stehen, die sonst nicht viele Arbeitsmöglichkeiten bieten (wenn nicht sowieso in Ungarn oder anderen „billigeren“ EU-Ländern), ist das für die Menschen dort einfach ein notwendiges Übel, dort tätig zu sein. Allein dieses Wort in Anführungszeichen führt bei mir jedesmal zum Gruseln.
    Gruß
    Sabine

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