Crazy Sexy Diet – Kris Carr

Noch vor dem Rohkost-Hype (und lange vor Attilas „Vegan vor Fit“ ;)) kommt die „Crazy Sexy Diet“. Überall stößt man auf Blog-Posts die begeistert von dem Buch berichten und gleich ein Detox-Programm an die Lektüre anschließen. Tatsächlich ist es wirklich schwer, Kris Carr und ihr Buch nicht zu mögen. Sie verbreitet nicht nur die üblichen Ernährungs- und Lebensweisheiten, sie macht es mit einer gehörigen Portion Beste-Freundin-Charme, der aus jedem Kapitel Optimismus und Fröhlichkeit versprüht. Statt Bleisatz gibts hier inspirierende Fotos, Hinweiskästchen, Zusammenfassungen, „Hot Crazy Sexy Tips“ und viel Farbe – ein buntes Scrapbook, das einem Lesen und Nachschlagen erleichtert.

So ernst der Einstieg auch ist, so unsentimental wird er erzählt: Kris eigene Geschichte begann mit einer Krebsdiagnose, die zu einer kompletten Kehrtwende in ihrem Leben führte. Da die Ärzte ihr nicht helfen konnten, ergriff sie selbst die Initiative, entstresste ihren Alltag, zog um, tauschte Cocktails gegen grüne Säfte und Fast Food gegen Bio-Gemüse und lebt seit sieben Jahren mit dem inoperablen Krebs, der sich stabilisiert, aber nicht weiter ausgebreitet hat. (Mehr dazu in ihren Vorgänger-Büchern mit „Crazy Sexy Cancer“ im Namen). In der „CSD“ erklärt sie nun, wie man seinen Körper in der richtigen pH-Balance hält, warum Zucker wie Crack ist, wieso Tierprodukte nicht zu einer gesunden Ernährung gehören, wie die Verdauung funktioniert und so weiter. Zum positiven Lebensgefühl gehört für sie aber auch ein bißchen Meditation, Yoga und positives Denken. Und auch so Sachen, die mich weniger begeistern, wie morgendliches Trockenbürsten, Nasen- und Darmspülungen und eine schöne Dosis Nahrungsergänzungsmittel, angefangen von Probiotika, Algenpulver, Enzyme bis hin zu Multivitaminpräparaten. Mal abgesehen davon, dass ich das wohl auch alles machen und nehmen würde, wenn ich Krebs im Endstadium hätte, sehe ich für gesunde Menschen die Notwendigkeit nicht. Auch das mit dem Säure-Basenhaushalt ist mir ein Rätsel, denn was soll es denn bringen, das ständig zu messen, wenn der Körper immer ausbalanciert? Sie bringt ja selbst das Beispiel mit ihrem Mann, der nach einem Fast-Food-Mahl super-basisch war obwohl er eigentlich vollkommen übersäuert sein müsste.

Nichts desto trotz ist an einer Ernährungsweise, die sich hauptsächlich auf frisches Gemüse konzentriert, natürlich nichts auszusetzen. Am Ende des Buches kann man mit der Anleitung zum 21tägigen „Adventure Cleanse“ gleich loslegen. Der Menüplan ist dabei eher lose gehalten und wird durch die Rezepte im Anhang interessant. Hauptsächlich darf man sich täglich über aufmunternde Sprüche, Tipps und Aufgaben freuen – ein bißchen Stoff zum Nachdenken gibts auch, aber immer schön kurz gehalten um die 140-Zeichen-Generation nicht zu überfordern😉. Das etwas andere Detox-Programm – straight from Woodstock. Auch wenn ich das Programm nicht machen werde, da mir einige Punkte einfach nicht gefallen – muss ich doch zugeben, dass ich mir aufgrund des Buches einen Entsafter zugelegt habe. Zwar einen preiswerten Kleinen, der jetzt doch nicht oft genutzt wird (kein Vergleich zu meinem Standmixer) weil mir erstens das teure Bio-Gemüse zu schade ist, um es in dem Gerät für ein bißchen Saft verschwinden zu sehen, und zweitens das Saubermachen doch vergleichweise umständlich ist. Für frühmorgens jedefalls zu zeitaufwendig. Dann doch lieber ein Green Smoothie. Aber auch einige der Rezepte habe ich ausprobiert. Insofern hab ich mich Carrs Inspirationskraft auch nicht ganz entziehen können und würde die Lektüre auch durchaus weiterempfehlen. Es ist weniger ein „Oh Gott – Nicht noch ein Bestseller über gesunde Ernährung!“ sondern ermutigt einen wirklich, sein Leben in die Hand zu nehmen und glücklich zu sein – ein Wohlfühlbuch.🙂

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

3 Kommentare zu „Crazy Sexy Diet – Kris Carr“

  1. Ich bin eh nicht so der Typ der auf den beste-freundinnen-stil abfährt, aber mehr irritieren mich die unwissenschaftlichen Aussagen die als Fakt verkauft werden. Zucker ist nun mal nicht wie Crack und wird es auch nie werden.

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