Berlin – vegan

Ein Besuch in der Hauptstadt lohnt sich immer – und Berlin ist mehr oder weniger offiziell wohl das Mekka der Pflanzisten, denn zahllose Restaurants, Imbisse, Shops und Würstchenbuden locken mit veganen Angebot. Es ist allzu verführerisch, sich durch die halbe Stadt zu futtern, wenn man schonmal da ist, aber natürlich „ist man ja nicht nur zum Essen hergekommen“, oder?😉 Für mich gehört es aber dazu, schon vorher die Möglichkeiten auszuloten. Dabei haben mir die beiden Maps von Deutschland isst vegan und Berlin vegan (auch als App!) enorm geholfen.

1. „Rootz“ -Vegetarian Café/Restaurant, Skalitzer Straße 75, Kreuzberg

Bei einem vorherigen Berlin-Trip konnte ich schonmal das „Rootz“ testen. Zu finden ist es in Kreuzberg, ganz in der nähe der U-Bahn Station Schlesisches Tor. Von außen präsentiert es sich im Street Art-Outfit und innen hell und geräumig mit pinkfarbenen Akzenten und Sternchen. (Fotos hier). Ich mochte es sofort! Auf der Speisekarte stehen Salat, Burger, Bagels, Wraps und Sandwiches, alles vegetarisch. Die veganen Optionen sind deutlich gekennzeichnet.

Meine Begleitung entschied sich für den „Chick-Feel-Ä-Burger“ mit Sojahähnchenschnitzel, Salat, Paprika.,Salatgurken und Alfalfasprossen, weil sie urplötzlich Appetit auf etwas „Fleischiges“ bekam, und sei es nur aus Soja. Ich weiß nicht genau, warum Omnis in meiner Gegenwart manchmal erst Recht Lust auf Fleisch bekommen.😉 Sie war sehr zufrieden mit ihrer Wahl. Der „Veggie-Po-Boy“ mit Deli-Roll, Grillgemüse, Tofu, Tomate, Salat, Salatgurke und Alfalfasprossen landete auf meinem Teller. Der Po‘ boy ist eigentlich ein traditionelles Sandwich aus Louisiana. Dazu bestellte ich die „Rootz Fries (handgemacht aus Süßkartoffeln, Möhren und Pastinaken)“, die man unbedingt probiert sollte, denn sie sind wirklich lecker! Der Tofu auf dem Po Boy ähnelte einem Grillkäse, das war echt gelungen. Von den verschiedenen Kuchen und Torten war nur einer vegan – aber der hatte es in sich! Eine richtige Schokobombe, wie man sieht!

2. „Chipps“, Restaurant, Jägerstraße 35, Mitte

Das „Chipps“ liegt sehr zentral an einer ruhigen Ecke. Es ist kein rein vegetarisches Restaurant, denn Fleisch und Fisch wird bei Bedarf serviert, wenn auch nur als „side order“. Insofern eine gute Adresse, wenn man Fleischliebhaber dabei hat. Es wirkt modern und offen, die Küche liegt in der Mitte des Raumes, so dass man die Köche direkt im Blick hat und sie während der Zubereitung die ganze Zeit beobachten kann. (Fotos hier)

Allerdings war der Besuch da trotzdem eine Enttäuschung für mich. Denn auf der übersichtlichen Abendkarte gab es kein einziges veganes Gericht. Auf Nachfrage teilte man mir mit, dass nur die „Gefüllten Ochsentomaten mit Gorgonzolakäse“ veganisierbar wären, die ich dann auch nahm. Es war am Ende eine große, leere Tomate, die liebevoll mit einem Klecks Papaya-Gurkensalat und vier hauchdünnen Brotchips angerichtet war. Aber es war eben nur eine ausgehöhlte Tomate. Für 13 Euro. Ich hab mich so geärgert, dass ich gar keine Bilder gemacht habe. Vielleicht waren wir einfach zur falschen Tageszeit da, denn die Frühstücks- und Mittagskarte bieten durchaus vegane Optionen und den Salat kann man sich individuell zusammenstellen lassen.

3. „Tigertörtchen“, Cupcakes und Café, Spandauer Straße 25, Mitte

Auf der Suche nach diesem kleinen, aber exquisiten Café haben wir uns erstmal verlaufen und wollten schon fast aufgeben. Zum Glück fanden wir es doch noch – und es erwartete uns eine ganze Armee von Mini-Törtchen, allesamt superniedlich angerichtet und, wie wir später feststellten, köstlich. Zwei der vorrätigen Sorten waren vegan, nämlich Chai Latte und Kirsch-Banane. Dazu ein Caffè latte mit Sojamilch und das Leben ist schön🙂

4. „Veganz“, veganer Supermarkt, Schivelbeiner Straße 34, Prenzlauer Berg

Auf den „veganen Supermarkt“ war ich sehr gespannt, da er im Netz und auch in der Presse immer wieder gern erwähnt wird. Zufällig feierte der Supermarkt gerade seinen ersten Geburtstag, so wurde ich schon auf den Weg dahin mit (erstaunlich authentischem) Grillgeruch empfangen. Es wurden Schnitzel und Würstchen angeboten, natürlich alles vegan. Der Supermarkt selbst war kleiner und feiner als ich dachte, es gab aber alles mögliche, außer Kleidung – dafür ist gleich nebenan ein Schuhladen mit rein veganem Angebot (avesu). Neben Obst und Gemüse gab es alle vorstellbaren veganen Lebensmittel, auch ein Regal für Rohköstler und vegane Kosmetika.

Im Eingangsbereich werden Smoothies, Softeis, Bagels und andere Bäckereiprodukte angeboten und gleich vier Angestellte versuchten, dem Ansturm Herr zu werden. Ich gönnte mir spontan einen Wildkräuter-Smoothie und kaufte ein paar Brotaufstriche, vegane Smarties-Schokolade  und Gummibärchen. Natürlich hätte ich viel mehr einpacken können, aber ich wollte nicht alles den ganzen Tag herumtragen bzw. brauchen einige Produkte ja Kühlung. Schon nicht schlecht, so ein komplett veganer Markt, man muss keine Zutatenlisten lesen und hat alles an einem Platz, was man sonst zusammentragen oder übers Netz bestellen muss. Ich find das zwar nicht mehr so kompliziert, aber als Anfänger hat mich das manchmal überfordert. Interessant ist so ein Supermarkt wohl vor allem auch für Normalesser, die so sehen, dass es auch anders geht.

5. „Sphere“, Restaurant, Berliner Fernsehturm

Ok, das gehört eigentlich nicht in diese Reihe. Es war auch nicht meine Idee, dahin zu gehen, zumal ich ein bißchen Höhenangst habe. Und mehr macht man dort ja auch nicht außer hochfahren, herumschauen und ins Restaurant gehen. Also hab ich mich dann doch gefreut, dass wider Erwarten auf der Touristenattraktion schlechthin trotzdem sofort was auf der Karte gefunden habe. Empfohlen wurde uns vom Kellner als Tagesgericht das Haifischsteak (allen Ernstes!), was ich absolut unmöglich finde. Aber wenn man erstmal auf diesem Turm ist, geht man nicht nach zwei Minuten wieder. Also Augen zu und durch – bzw. Augen auf, denn dem sich langsam drehenden Restaurant hat man einen weitläufigen Ausblick auf die Stadt, die genau wie Spielzeug aussieht. Wer es bequem mag, sollte sein Ticket vorher online kaufen, dann kommt man problemlos sofort rein, hat automatisch einen Tisch reserviert und kann der Warteschlange zuwinken.

Wie klingt „Sorbet-Variationen- Yuzu-Limette, Mango-Pfeffer und Himbeer-Paprika“ aus der „Sphere“-Speisekarte für euch? Prima, oder? Und so war es dann auch. Wenn die Schokorolle noch Zartbitter gewesen wäre und nicht offensichtlich Milchschokolade, wärs perfekt gewesen. Aber wer isst schon die Deko…

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

17 Kommentare zu „Berlin – vegan“

  1. Ja. An diesen Burger denke ich wirklich sehr gern zurück :-))). Es war eine sehr bereichernde Erfahrung für mich und ein wunderbarer Nachmittag. Deine Begleiterin aus dem Rootz.

  2. ich habe deinen blog grade erst entdeckt und bin so begeistert! ich habe mich direkt verliebt in die beiträge, gerichte inkl. fotos! Wirklich toll!!!!

  3. Arg, wie gemein, dass ich seit ich Veganer bin nicht mehr in die Hauptstadt gefahren bin! Inzwischen stehen die Restaurants dort auf der Prioritätenliste vor allen anderen Sehenswürdigkeiten und Locations!

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