Vegan/Vegetarisches Restaurant ZEST, Leipzig

Auf den Besuch des ZEST habe ich mich riesig gefreut! Endlich mal ohne Nachdenken die ganze Karte rauf und runter bestellen! Nun, zumindest fast, denn es es ist nicht alles vegan, sondern es stehen auch vegetarische Gerichte auf der Karte. Die Kritiken im Netz ließen auf Großes hoffen.

Das Restaurant liegt im Leipziger Süden und bietet nur wenigen Gästen Platz. Rechtzeitig Reservieren ist definitiv notwendig. Als wir ankamen, stand auf wirklich jedem Tisch ein „R“- Kärtchen. Die Größe hat aber den Vorteil, dass eine ruhige, fast intime Atmosphäre aufkommt und nicht dieses Kantinengefühl herrscht wie in so manch größerer Location . Die Speisekarte wechselt zweimonatlich und ist übersichtlich, was aber durchaus für die Küche spricht. Es dauerte dennoch eine Weile sich zu entscheiden.

Mein Begleiter entschied sich schließlich für den Seitansbraten in Tamarinden-Balsamico-Jus mit frischen Waldpilzen, Krempolenta mit schwarzen Walnüssen und gebackenen Cherry-Strauchtomaten. Mich sprach die Panko-Tofurolle an, gefüllt mit Pekannüssen und veganem Cheshirekäse mit gebackenem Topinambur mit Koriandersaat, Kumin und Zitronengras und sautierten Pflaumen mit Löwenzahn. Ich habs mir nicht nehmen lassen, beides vor dem Verspeisen zu fotografieren.

Ich finde, der Seitansbraten sieht ziemlich eckig aus, aber – ich durfte probieren – er überzeugte mit herzhaft-rauchigem Geschmack und war angenehm bissfest. Und wenn veganes Fleisch dem echten im Aussehen nachempfunden wird, ist das ja auch merkwürdig. Vielleicht gehört’s auch zum Design😀
Mein Tofurollenturm beeindruckte schon bei Ankunft auf meinem Tisch. Ich glaube, ich habe noch nie so gut gegessen. Es war einfach unglaublich gut! Die Topinambur erinnerten in Aussehen und Konsistenz an Kartoffeln und schmeckten auch ähnlich – nur tauchte im Mund auf einmal so ein leichter, zitroniger Hauch auf und ließ einen kurz innehalten. Ein Traum! Die zarte Kruste der Tofurolle war wunderbar kross, zerging aber auf der Zunge. Die Pflaumen rundeten das Ganze mit einer fruchtig-leicht säuerlichen Note ab. Dass die grünen Blätter Löwenzahn waren, fiel mir gar nicht auf. Sollte man vielleicht öfter essen…Zum Nachtisch gönnte sich mein Tischgegenüber den warmen Schokoladen-Sojaquark-Fudge Brownie und ich bestellte das Schwarzwälderkirscheis mit Schokoladensoße. Ich denke, die Bilder sprechen für sich. Dazu schwärmte mein Begeliter unentwegt bei jedem Bissen von seinem saftigen Brownie, der sich durch ein Maximum an Schokoladengeschmack auszeichnete. Ich durfte wieder kosten und war ebenfalls sofort hingerissen, einfach unfassbar!

Und mein Eis – oh mein Eis! Nicht nur, dass es wie ein Kunstwerk daherkam. Wirklich jeder einzelne kleine Löffel war wie eine kleine süße Explosion für meine Geschmacksnerven, ein absoluter Overkill an fruchtiger Süße mit zartester Sahnigkeit, zurückhaltendem Kirscharoma und dominant-cremiger Schokoladennote.

Die Preise für die Salate/Vorspeisen liegen bei 7 Euro, die Hauptgerichte bei rund 15 Euro. Das Eis und der Brownie lagen bei etwa 3,50 Euro. Keine Studentenpreise, aber keinesfalls unangemessen teuer. Säfte werden frisch zubereitet (man kann ihnen beim Oxidieren zusehen :D), Cocktails, Wein und Bier gab es auch auf der Karte. Allerdings haben wir darauf verzichtet um unsere Geschmacksnerven nicht abzulenken.

Lieber Koch, darf ich dich heiraten?🙂

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Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

9 Kommentare zu „Vegan/Vegetarisches Restaurant ZEST, Leipzig“

  1. Da war ich vor einigen Tagen jetzt auch essen. Ein Traum ist es wohl, sehr, sehr lecker. Allerdings ist mir das schon fast zuviel, wenn ich die Gerichte 3x lesen muss, bis ich alle Zutaten erfasst habe.
    Aber wer in Leipzig ist sollte da auf jeden Fall probieren!

  2. Den Artikel lese ich gerade zum ersten mal und ich musste mehrmals herzhaft lachen. Du hast auch richtig gute Fotos gemacht! Ich traue mich da nie richtig, obwohl ich am liebsten noch am Nachbartisch das Essen fotografiert hätte🙂 Mir läuft gerade das Wasser im Mund zusammen und ich müsste eigentlich sofort nochmal hinfahren …

  3. YUMMI!

    Bei mir gab’s heute Sojasteak mit Bohnen, doppelt gebackenen Kartoffeln und Apfelkrem. Und da soll nochmal einer sagen fleischlos macht nicht glücklich.🙂 Also es war sehr sehr lecker. Und auch für mich als nicht-veganer ein Erlebnis! Ich hab ein paar Fotos von dem leckeren Hauptgang und dem auch überüberausleckeren Dessert hier: http://www.leipzig-leben.de/zest-leipzig/ Ansonsten bleibt nur jedem, selbst einmal zu probieren, ob er mit der veganen Küche etwas anfangen kann. Von mir gibt es auch beide Daumen hoch!!🙂

    LG Adelina

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