Warum vegan?

Meinen Eltern habe ich es so erklärt:  Ich habe viel über Studien gelesen, die deutlich daruf hinweisen, dass übermäßiger Fleischkonsum für die Gesundheit nicht gerade zuträglich ist. Weitere lassen Rückschlüsse darauf zu, dass tierische Produkte insgesamt, also auch Eier und  Milchprodukte,  Krankheiten fördern. Ich frage mich also: Warum sollte ich den Kram essen? Selbst wenn man all diese Studien in Frage stellt, ist es nicht schwer zu verstehen, dass industrielle Massentierhaltung keine gesunden Produkte hervorbringen kann. Um wirtschaftlich zu sein, werden möglichst viele Tiere auf kleinem Raum gehalten. So entstehen Verletzungen. Die werden nicht individuell, sondern großflächig mit Antibiotika behandelt. Wachstums- und andere Hormone werden zur Produktionssteigerung eingesetzt. Die Massentierhaltung funktioniert nur mit hoher Medikamentierung. Und das sorgt für Resistenzen, die tödliche Bakterienstämme hervorbringt – auch für uns. Das Futter, das sie bekommen, ist sicher nicht gerade von Bio-Qualität. All das landet in den Zellen, im Fleisch. Und wir essen das! Und zwar unglaublich viel davon. Wieso wundern wir uns über Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Übergewicht oder Herzleiden?

Dass wir kein Fleisch zum (Über)leben brauchen, ist auch klar. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine vegetarische Ernährung für empfehlenswert hält und in ihrer Lebensmittelpyramide auch nur 7 Prozent durch Fleisch besetzt sind (Pyramide als PDF), hat ihr amerikanisches Gegenstück, die American Dietetic Association, die Empfehlung 2009 für alle vegetarischen Ernährunsgweisen ausgeweitet, inklusive der veganen (Positionspapier ADA als PDF / Deutsche Zusammenfassung).

Wir missachten, quälen und töten Tiere also nicht, weil wir es zum Überleben brauchen. Sondern weil wir es können, weil es schmeckt, dem Luxus zuliebe. Und am Ende bringt uns das auch noch um. Es ist nicht nur nicht notwendig, es ist sogar schädlich für uns! Wie widersinnig ist das?  Mir war das – ehrlich gesagt –so wirklich nicht klar. Selbst als ich als Jugendliche ein paar Jahre lang Vegetarier war, war ich mir nicht sicher ob das gesund ist, was ich tue. Ich tat es damals ausschließlich wegen dem Tierleid. Und gab irgendwann auf weil einer allein ja nichts bewirkt. Jetzt aber erscheint es mir geradezu absurd, mir freiwillig Gift in den Körper zu pumpen. Und je mehr ich recherchiere, desto mehr wird mir schlecht von dem, was ich sonst ignoriert habe. Die schönen runden Scheiben in der Wurstpackung hatten auch für mich nicht mehr viel mit einem Tier zu tun und an dessen Haltungsbedingungen habe ich kaum einen Gedanken verschwendet. Vielleicht dachte ich, es muss eben so sein, der Mensch braucht das eben. Und alle machen das. Oder so.

Es gibt aber noch ein paar andere Gründe, die allein schon gut genug wären, um auf tierische Produkte zu verzichten oder zumindest stark einzuschränken. Es gibt einen Zusammenhang zu so schwerwiegenden Problemen wie dem Welthunger und dem Klimawandel.

Siehe hier:

Vegetarier auf dem Vormarsch – SPIEGEL ONLINE – 10.08.2010

Biofleisch ist nicht immer die richtige Antwort – ZEIT – 21.5.2010

Welthunger, Massentierhaltung, Kohlendioxid-Problem, überfischte Meere – warum wir unsere Ernährung endlich umstellen müssen. – SUEDDEUTSCHE – 10.01.2010

Und alle, die keine Zeit haben, finden  hier eine schöne Zusammenfassung einiger Gründe.

Das Video fand ich ebenfalls richtig gut, vor allem der Abschnitt über Landwirtschaft (die wider Erwarten auch besser dran wäre ohne tierischen Dünger zum Beispiel). Viel Spaß beim Gucken!

Making the Connection (deutsch) from Fuente Vegana on Vimeo.

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

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