Eat to Live – Joel Fuhrman, M.D.

Wir essen viel zu viel und haben trotzdem Mangelerscheinungen. Wenn wir älter werden, können wir uns auf Krankheiten wie  Diabetes, Krebs oder Schlaganfälle freuen. Dieses Buch bietet dafür keine neue Lösung an, denn eigentlich wissen wir ja alle, was Sache ist, oder? Hier wird zusammengefasst, was in welchem Nahrungsmittel enthalten ist, was krank und dick macht, warum wir süchtig nach Zucker und Milchprodukten sind und was der Körper wirklich braucht. Gegenüber den „leeren“ Lebensmitteln wie etwa Weißmehl, Fertigprodukten und Fleisch, stehen pflanzliche Produkte, die randvoll mit wertvollen Nährstoffen und Vitaminen sind und zwar in der für den Körper optimalen Form. Verglichen mit ihrer Vollkorn-Variante enthalten Weißmehlprodukte (Pasta, Brot, etc.) zum Beispiel 62 Prozent weniger Zink, 72 Prozent weniger Magnesium, 95 Prozent weniger Vitamin E, 50 Prozent weniger Folsäure, 72 Prozent weniger Chrom, 78 Prozent weniger Vitamin B6 und 78 Prozent weniger Ballastoffe (S. 36-37).

Im Ernst, ich habe schon beim Lesen Heißhunger auf Blattsalate und anderes Gemüse bekommen und abends in Salaten geschwelgt. Und es wirkte fast sofort! Ich fühlte mich schon am Anfang irgendwie besser und wacher als vorher. Fuhrman empfiehlt, seinen Speiseplan so umzustellen, dass er hauptsächlich aus Gemüse, Bohnen, Erbsen, Linsen und anderen Hülsenfrüchten, Sprossen, Nüssen, Vollkorn und Früchten (i.e. pflanzlichen Produkten) besteht.  So verwöhnt man seinen Körper mit jeder Menge wertvollen Inhaltsstoffen, hält ihn gesund und geht den üblichen Zivilisationskrankheiten aus dem Weg. Ein paar Rezepte sind auch enthalten, wie auch jede Menge Erfolgsgeschichten seiner Patienten. Für mich war dieses Buch der erste Schritt.  Da es alles logisch und wissenschaftlich fundiert dargestellt wird, wirkt es sehr überzeugend. Wie gesagt, wir wissen eigentlich, was Sache ist. Vielleicht braucht man manchmal nur den Anstoß in die richtige Richtung.

Die Lebensmittelpyramide
Die „Eat to Live“ – Lebensmittelpyramide

EDIT 2014: Das Buch ist jetzt auch auf Deutsch erhältlich!

Autor: Jea

// Leipzig, Germany // vegan // forming digital mindscapes //

10 Kommentare zu „Eat to Live – Joel Fuhrman, M.D.“

  1. Dies ist einer der so unglaublich wenigen Kommentare zu Eat to Live auf Deutsch – DANKE! Ich bin selbst begeistert von dem Buch und finde es unglaublich, dass es das immer noch nicht auf Deutsch gibt – hast du dich inzwischen zum Übersetzen angeboten?😉 Ich finde überhaupt so gut wir gar nichts darüber auf Deutsch … Ich würde das Buch so gerne Freunden weitergeben, die keins auf Englisch lesen können – vielleicht sollten wir es gemeinsam übersetzten😉

    1. Dabei ist es meine kürzeste Rezension🙂 Wenn du das mochtest, magst du vielleicht auch die „Food Revolution“ lesen oder die „China Study“ (wobei ich hier ein paar Vorbehalte habe, aber es ist trotzem interessant).
      Ich würd das schon gern übersetzen, auch während des Studiums waren die Überetzungsseminare meine liebsten.🙂

      1. Was sind deine Vorbehalte gegen „China Study“? Fuhrman nimmt ja in seinem Buch auch Bezug darauf …

      2. Naja ich hab die Kritiken dazu gelesen und es lässt sich wohl nicht ales von der Hand weisen. Aber bei diesem Thema bin ich noch nicht zu einem Schluss gekommen. Zumindest aber sollte man wohl die China Study nicht völlig unreflektiert in den Himmel loben, wie es vielerorts geschieht.

    1. Hallo Carmen🙂 Ich glaub, ich habe mir meinen eigenen Weg gesucht. Ein Kilo Gemüse am Tag ist ganz schön viel. Nachdem ich gemerkt habe, dass ich mich auch ohne Hunger mit Grünen Smoothies volltankte und mir das dann doch nicht so gut tat, hab ich wieder beschlossen mehr auf meinen Körper zu hören und mich weniger an Regeln zu halten, also gerade kiloweise Obst und Gemüse ist schon sehr voluminös. Manchmal ist eine etwas konzentriertere Energiequelle wie Brot doch geeigneter im Alltag. Aber ich esse immernoch viel Gemüse, auch Obst, achte auf jeden Fall auf genug Eiweiß, also ausreichend viele Hülsenfrüchte-Portionen am Tag, halte das Fett in Grenzen, aber nasche eben auch sehr gern mal veganen Käse. Da fällt mir ein, ich hab mal einen Vegan Wednesday mitgemacht. Da kannst du im Prinzip sehen was ich im Alltag so esse. https://achtungpflanzenfresser.wordpress.com/category/leben/vegan-wednesday/ Am Wochenende ist es etwas abwechslungsreicher, weil ich da auch Rezepte ausprobiere. Und wie geht es dir?

      1. Stimmt, ein Kilo ist viel – aber ein geniales Ziel. Mir geht es aber ganz genauso wie dir – und ich bin inzwischen total überzeugt, dass das eh das Wichtigste und auch der Grund ist, warum wir heute so viele Gesundheitsprobleme haben: auf unseren eigenen, individuellen Körper zu hören haben wir echt verlernt … Das übe ich gerade wieder ein.

        Fuhrmans Buch hilft mir aber nach wie vor, gute Ziele zu setzen – wenn ich meinen Fokus darauf richte, möglichst viel Gemüse, Obst und Salat zu essen, dann wird es automatisch viel mehr als früher, wenn auch nie das, was er vorlegt😉 Aber das ist total ok. Und was die Hülsenfrüchte betrifft bin ich auch genauso davor wie du🙂 Lerne immer mehr Rezepte kennen und freue mich, dass es so viel Leckeres gibt.

        Hast du eigentlich schon von dem neuen, super interesant klingenden Buch „Salt Sugar Fat: How the Food Giants Hooked us“ von Michael Moss gehört? Hier ist ein interessanter Artikel darüber:

        http://www.bloomberg.com/news/2013-03-17/cereal-with-70-sugar-hooks-kids-on-junk-food-bliss-point.html

      2. Es ist insofern ein gutes Ziel, als das es die eigene Aufmerksamkeit auf die richtigen Lebensmittel lenkt🙂
        Oh danke für den Buchtipp, klingt interessant!

  2. Juicing ist eine gute Alternative, wenn man Probleme hat, so viel Obst und Gemuese zu essen.
    Das Video von Joe Cross „fat, sick and nearly dead“ zeigt das recht anschaulich. Ist auf youtube in voller laenge zu sehen.

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