Vegan in Lübeck

LübeckLübeck hat eine sehr hübsche Altstadt mit niedlichen Gassen, mehreren Kirchen, vom Turm der St. Petri – Kirche kann man einen schönen Blick auf die Stadt genießen (Fahrstuhl) und unbedingt mitmachen sollte man eine Schiffahrt, bei welcher der Kapitän um die Stadt schippert und einem mit trockenem Humor bestens unterhält  – für Seekranke gibts auch Rikscha-Touren. Zum Pflichtprogramm gehört auch ein Abstecher nach Travemünde zum Ostseestrand, etwa 20 Minuten noch mit dem Auto aber es gibt auch gute Bus- und Zugverbindungen.
LübeckWenn man vegan verreist, ist es doppelt praktisch, sich statt eines Hotels für eine Ferienwohnung bzw. ein Appartment zu entscheiden. Erstens hat man seine Ruhe, weil kein Zimmermädchen jeden Tag putzen kommt und zweitens die Möglichkeit, sich seine eigenen Mahlzeiten zuzubereiten und aufzubewahren, denn meist ist eine voll eingerichtete Küche mit Ofen, Kühlschrank etc. vorhanden. Zumal eine Ferienwohnung nicht teurer ist als ein Hotelzimmer – allerdings gilt das erst ab zwei Personen, für einen alleine weniger. Immerhin sind mitgebrachte Lebensmittel auch günstiger als Essen im Restaurant! Mir fiel bei unserem Kurzbesuch in Lübeck jedenfalls sehr auf, wie praktisch so eine Ferienwohnung sein kann :) .Cafe AffenbrotDas soll nicht heißen, dass es in Lübeck keine Möglichkeiten zum veganen Auswärtsessen geben würde. Die bekannteste ist das Café Affenbrot, ein vegetarisches Bistro, das innen bunt und alternativ anmutet und außen zum Genießen der Frühlingssonne in Flussnähe einlädt. Leider hält sich die Auswahl an veganen Gerichten zugunsten der vegetarischen in Grenzen, aber mehr als eins will man ja eh nicht essen. Ich hatte den Tofuburger obwohl ich die Tofubällchen mit Rucola-Tomatensalat bestellt hatte und hab dann auch noch vergessen, ein Foto zu machen. Und warum? Der Kellner war echt niedlich. Sowas von! Da war es mir ziemlich egal, dass ich eigentlich was anderes haben wollte. :D Eis Cafè Venezia Lübeck - Lübeck, Germany Eis Cafè Venezia LübeckDas Eiscafé Venezia in Königstraße (Ecke Hüxstraße), in dem es laut diesem zauberhaften Blog auch Eis für Veganer geben soll, hatte leider gerade geschlossen, ansonsten hätte ich milchfreies, italienisches Eiscreme natürlich supergern getestet! Außerdem soll es im Café Stühff (An der Obertrave 15a) veganen Kuchen, Waffeln und Getränke geben.

Weitere Locations mit veganen Optionen sind:

essBAR
Königstraße 98-102
Mo-Fri 12.00-16.00, Sa 1.00-3.00
- auch mit ayurvedischen Angeboten

Café Brazil
Willy-Brandt-Allee 9
Dienstag bis Sonntag ab ca. 18/19 Uhr
- ist auch eine Location mit Konzerten

Löffelbar
Huxstrasse 49
Mo – Sa: 11:30 – 16:30
So: geschlossen
- neben Suppen auch weitere vegane Optionen

Rom, Italien – vegan

Ein paar Tage in bella Italia, genau das Richtige um dem grauen Herbstwetter zu entkommen. :) Und dann auch noch Rom – es war mein erster Besuch da und ich war wirklich überwältigt von der Stadt – und den Massen an Touristen. Und auch der Verkehr dort ist abenteuerlich. Ich hab schnell gelernt, einfach über die Straße zu gehen auch wenn Autos fahren – sonst kommt man nie rüber! When in Rome, do as the Romans do..naja, fast.Ich hatte mir schon vorher die Gelati-Läden mit den über 100 Eissorten herausgesucht: Das Giolitti und der Konkurrent (nur eine Straße weiter) die Gelateria della Palma, beide in der Nähe des Pantheon, einem beeindruckendem antiken Bauwerk mit einer Kuppel von 43 Metern Durchmesser. Das Il Gelatone in der Nähe des Kolosseums soll Berichten zufolge auch super sein. Getestet haben wir die Gelateria della Palma. Hier gab es acht (!) verschiedene Arten an Soja-Eiscreme (Crema, Cioccolato, Panna, Nocciola, Caffe, Pistacchio, Coco, Fragola) und auch die Fruchteissorten sind milchfrei, wie wir auf Nachfrage erfuhren. Also wirklich ordentlich Auswahl!

Da ich nur ein paar Tage in Rom hatte, stand für mich vor allem Sight-Seeing auf dem Plan, das kulinarische Erleben war eher Nebensache. Meist deckte ich mich im nächsten Carrefour-Supermarkt mit Wasser, Brötchen und Obst ein, Äpfel und Bananen begleiteten mich unterwegs, besonders Bananen fand ich sehr praktisch weil die von Natur aus so schön hygienisch verpackt sind ;) Dabei sollte es in Italien nicht so schwierig sein, auch als Veganer durchzukommen, denn Pizza gibt es auch ohne Käse (“marinara” oder “rossa” und “senza formaggio”), traditionell wird im Teig kein Ei oder Milch verarbeitet, genau wie in den Spaghetti. Auf der Karte in einem kleinen Restaurant im malerischen Viertel Trastevere war sogar freundlicherweise auf der Karte vermerkt, in welchen Nudeln Ei drin ist und in welchen nicht (in engl.). So gönnte ich mir die Spaghetti Pomodoro (sehr al dente!) und Verdure griglia, also gegrilltes Gemüse. Natürlich standen zum Beispiel auch Spaghetti aglio e olio (Knobi und Öl), Backkartoffeln und etwa Salate auf der Karte, eine gewisse Wahl hat man also auch hier. Vegetarische Restaurants soll es wohl auch in Rom geben, etwa das Il Margutta RistorArte.

Ganz so perfekt lief es aber trotzdem nicht, denn zum Beispiel hatte ich kein Wörterbuch dabei (das wollte eigentlich meine Begleitung mitbringen), und so stand ich oft recht ratlos vor Speisekarten oder verzweifelte an Zutatenlisten im Supermarkt. Die Sojamilch wurde ohne Kühlung schon am zweiten Tag schlecht und das Frühstück im Hotel bestand für mich nur aus Toast mit Marmelade, Toast mit Marmelade und Toast mit Marmelade. Sehr gesund! Insofern kann ich leider nicht behaupten, 100pro vegan unterwegs gewesen zu sein – aber für den ersten Urlaub seit der Umstellung hab ich mich trotzdem ganz gut geschlagen, auch wenn noch etwas mehr Vorbereitung von Vorteil gewesen wäre. Aber erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. ;) Vielleicht hat noch jemand ein paar Urlaubstipps für unterwegs für mich?

Weiterlesen:
- Tolle Tipps für Veggies in Rom – auf Vegan Blog.de
- Vegan/Vegetarian Restaurants in Rome – auf Happy Cow
- Vegan Gelato and Sight seeing in Italy, Rome bei Vegan Backpacker
- Familienurlaub in Italien (Gastbeitrag) auf Veltenbummler

Berlin – vegan

Ein Besuch in der Hauptstadt lohnt sich immer – und Berlin ist mehr oder weniger offiziell wohl das Mekka der Pflanzisten, denn zahllose Restaurants, Imbisse, Shops und Würstchenbuden locken mit veganen Angebot. Es ist allzu verführerisch, sich durch die halbe Stadt zu futtern, wenn man schonmal da ist, aber natürlich “ist man ja nicht nur zum Essen hergekommen”, oder? ;) Für mich gehört es aber dazu, schon vorher die Möglichkeiten auszuloten. Dabei haben mir die beiden Maps von Deutschland isst vegan und Berlin vegan (auch als App!) enorm geholfen.

1. “Rootz” -Vegetarian Café/Restaurant, Skalitzer Straße 75, Kreuzberg

Bei einem vorherigen Berlin-Trip konnte ich schonmal das “Rootz” testen. Zu finden ist es in Kreuzberg, ganz in der nähe der U-Bahn Station Schlesisches Tor. Von außen präsentiert es sich im Street Art-Outfit und innen hell und geräumig mit pinkfarbenen Akzenten und Sternchen. (Fotos hier). Ich mochte es sofort! Auf der Speisekarte stehen Salat, Burger, Bagels, Wraps und Sandwiches, alles vegetarisch. Die veganen Optionen sind deutlich gekennzeichnet.

Meine Begleitung entschied sich für den “Chick-Feel-Ä-Burger” mit Sojahähnchenschnitzel, Salat, Paprika.,Salatgurken und Alfalfasprossen, weil sie urplötzlich Appetit auf etwas “Fleischiges” bekam, und sei es nur aus Soja. Ich weiß nicht genau, warum Omnis in meiner Gegenwart manchmal erst Recht Lust auf Fleisch bekommen. ;) Sie war sehr zufrieden mit ihrer Wahl. Der “Veggie-Po-Boy” mit Deli-Roll, Grillgemüse, Tofu, Tomate, Salat, Salatgurke und Alfalfasprossen landete auf meinem Teller. Der Po’ boy ist eigentlich ein traditionelles Sandwich aus Louisiana. Dazu bestellte ich die “Rootz Fries (handgemacht aus Süßkartoffeln, Möhren und Pastinaken)”, die man unbedingt probiert sollte, denn sie sind wirklich lecker! Der Tofu auf dem Po Boy ähnelte einem Grillkäse, das war echt gelungen. Von den verschiedenen Kuchen und Torten war nur einer vegan – aber der hatte es in sich! Eine richtige Schokobombe, wie man sieht!

2. “Chipps”, Restaurant, Jägerstraße 35, Mitte

Das “Chipps” liegt sehr zentral an einer ruhigen Ecke. Es ist kein rein vegetarisches Restaurant, denn Fleisch und Fisch wird bei Bedarf serviert, wenn auch nur als “side order”. Insofern eine gute Adresse, wenn man Fleischliebhaber dabei hat. Es wirkt modern und offen, die Küche liegt in der Mitte des Raumes, so dass man die Köche direkt im Blick hat und sie während der Zubereitung die ganze Zeit beobachten kann. (Fotos hier)

Allerdings war der Besuch da trotzdem eine Enttäuschung für mich. Denn auf der übersichtlichen Abendkarte gab es kein einziges veganes Gericht. Auf Nachfrage teilte man mir mit, dass nur die “Gefüllten Ochsentomaten mit Gorgonzolakäse” veganisierbar wären, die ich dann auch nahm. Es war am Ende eine große, leere Tomate, die liebevoll mit einem Klecks Papaya-Gurkensalat und vier hauchdünnen Brotchips angerichtet war. Aber es war eben nur eine ausgehöhlte Tomate. Für 13 Euro. Ich hab mich so geärgert, dass ich gar keine Bilder gemacht habe. Vielleicht waren wir einfach zur falschen Tageszeit da, denn die Frühstücks- und Mittagskarte bieten durchaus vegane Optionen und den Salat kann man sich individuell zusammenstellen lassen.

3. “Tigertörtchen”, Cupcakes und Café, Spandauer Straße 25, Mitte

Auf der Suche nach diesem kleinen, aber exquisiten Café haben wir uns erstmal verlaufen und wollten schon fast aufgeben. Zum Glück fanden wir es doch noch – und es erwartete uns eine ganze Armee von Mini-Törtchen, allesamt superniedlich angerichtet und, wie wir später feststellten, köstlich. Zwei der vorrätigen Sorten waren vegan, nämlich Chai Latte und Kirsch-Banane. Dazu ein Caffè latte mit Sojamilch und das Leben ist schön :)

4. “Veganz”, veganer Supermarkt, Schivelbeiner Straße 34, Prenzlauer Berg

Auf den “veganen Supermarkt” war ich sehr gespannt, da er im Netz und auch in der Presse immer wieder gern erwähnt wird. Zufällig feierte der Supermarkt gerade seinen ersten Geburtstag, so wurde ich schon auf den Weg dahin mit (erstaunlich authentischem) Grillgeruch empfangen. Es wurden Schnitzel und Würstchen angeboten, natürlich alles vegan. Der Supermarkt selbst war kleiner und feiner als ich dachte, es gab aber alles mögliche, außer Kleidung – dafür ist gleich nebenan ein Schuhladen mit rein veganem Angebot (avesu). Neben Obst und Gemüse gab es alle vorstellbaren veganen Lebensmittel, auch ein Regal für Rohköstler und vegane Kosmetika.

Im Eingangsbereich werden Smoothies, Softeis, Bagels und andere Bäckereiprodukte angeboten und gleich vier Angestellte versuchten, dem Ansturm Herr zu werden. Ich gönnte mir spontan einen Wildkräuter-Smoothie und kaufte ein paar Brotaufstriche, vegane Smarties-Schokolade  und Gummibärchen. Natürlich hätte ich viel mehr einpacken können, aber ich wollte nicht alles den ganzen Tag herumtragen bzw. brauchen einige Produkte ja Kühlung. Schon nicht schlecht, so ein komplett veganer Markt, man muss keine Zutatenlisten lesen und hat alles an einem Platz, was man sonst zusammentragen oder übers Netz bestellen muss. Ich find das zwar nicht mehr so kompliziert, aber als Anfänger hat mich das manchmal überfordert. Interessant ist so ein Supermarkt wohl vor allem auch für Normalesser, die so sehen, dass es auch anders geht.

5. “Sphere”, Restaurant, Berliner Fernsehturm

Ok, das gehört eigentlich nicht in diese Reihe. Es war auch nicht meine Idee, dahin zu gehen, zumal ich ein bißchen Höhenangst habe. Und mehr macht man dort ja auch nicht außer hochfahren, herumschauen und ins Restaurant gehen. Also hab ich mich dann doch gefreut, dass wider Erwarten auf der Touristenattraktion schlechthin trotzdem sofort was auf der Karte gefunden habe. Empfohlen wurde uns vom Kellner als Tagesgericht das Haifischsteak (allen Ernstes!), was ich absolut unmöglich finde. Aber wenn man erstmal auf diesem Turm ist, geht man nicht nach zwei Minuten wieder. Also Augen zu und durch – bzw. Augen auf, denn dem sich langsam drehenden Restaurant hat man einen weitläufigen Ausblick auf die Stadt, die genau wie Spielzeug aussieht. Wer es bequem mag, sollte sein Ticket vorher online kaufen, dann kommt man problemlos sofort rein, hat automatisch einen Tisch reserviert und kann der Warteschlange zuwinken.

Wie klingt “Sorbet-Variationen- Yuzu-Limette, Mango-Pfeffer und Himbeer-Paprika” aus der “Sphere”-Speisekarte für euch? Prima, oder? Und so war es dann auch. Wenn die Schokorolle noch Zartbitter gewesen wäre und nicht offensichtlich Milchschokolade, wärs perfekt gewesen. Aber wer isst schon die Deko…