Vegan/Vegetarisches Restaurant EDEN, Leipzig

Erst seit Anfang des Jahres blüht ein neues kulinarisches Paradies für Veganer und Vegetarier in Leipzig: das Restaurant Eden direkt an der Karl-Liebknecht-Straße. Ganz klar, dass ich das unbedingt testen wollte! Trotzdem hat es ziemlich lange gedauert bevor sich die Gelegenheit ergab. Nach meinem umwerfenden Besuch im ZEST waren meine Ansprüche ordentlich gewachsen. Aber anders als bei dessen Fünf-Sterne-Küche, die vor allem ungewöhnliche Gaumenfreuden zu bieten hat (maindisch, steht auf der Speisekarte), hält das Eden auch einen Platz auf dem Menü für mindestens ein Gericht mit veganisierter traditioneller Kost frei, vor einigen Monaten war es Sauerbraten, dann Roulade an dunkler Rotweinsauce und gegenwärtig Wiener Schnitzel. Mein Begleiter, ein überzeugter Fleischesser, wählte genau dies: “Weißer Spargel mit veganer Sauce Hollandaise, Salzkartoffeln und Soja-Schnitzel nach Wiener Art”.

Nun ist Sauce Hollandaise nicht gerade die einfachste Soße der Welt, aber sie war gelungen, trat aber völlig hinter dem wunderbaren Sojaschnitzel zurück, das außen knusprig, innen saftig war, genau wie man sich das wünscht (ich durfte auch kosten :) . Es hat auch den Fleischesser zu 100 Prozent überzeugt und war noch dazu derart sättigend, dass das Schnitzel am Ende weg, aber noch ein paar Spargelspitzen und Kartoffeln übrig blieben.

Aber die Karte hatte vor allem Exotisches mit so klanghaften Namen zu bieten wie  “Balinesisches Gado Gado”, oder “Thali aus Sag Aloo (Spinat-Kartoffeln) , Dhal (Linsen), Mango Chutney, Gurken-Joghurt-Raita und Tandoori Tofubällchen”. Aber auch Tagliatelle mit einer leichten Zucchini-Sahne Sauce waren zum Beispiel zu haben. Da die Speisekarte etwa alle zwei Monate wechselt, wird es auch hier nicht langweilig. Ich wählte das “Karibische Curry aus Süßkartoffeln, Brokkoli, Mango und Rum, serviert mit Kochbananenchips und Limettenreis”. Ich steh auf Abwechslung :) Es war nicht zu scharf, sah schick aus und der Reis gefiel mir am besten, da er durch eine säuerliche Note überraschte. Ich hatte sogar noch Platz für ein Dessert! Neben verschiedenen Kuchen, klangen die Erdbeer-Bananen Spieße mit Schokofondue zwar wirklich verführerisch, aber ich war neugierig, wie wohl ein veganes Tiramisu schmeckt.

Auf dem üblichen Teigboden mit Kaffeenote räkelte sich ein Klecks Pudding mit Vanillaroma, getoppt von einer schweren, von echter Mascarpone nicht zu unterscheidenden Creme. Eine richtige Leckerei, die sich trotz offensichtlicher Bemühungen wohl nur ungern in ein hohes Glas schichten lassen wollte.

Aber die Karte hat natürich noch mehr zu bieten, neben Suppen, Salaten, Kinder-und Babymenüs können auch rohe Köstlichkeiten bestellt werden. Alle Gerichte sind vegan, die wenigen vegetarischen Ausnahmen werden mit Sternchen gekennzeichnet, wenn Milchprodukte enthalten sind. Die Bedienung ist unaufdringlich und sehr freundlich, eine Reservierung ist für den Abend angebracht, während man mittags auch so einen Platz findet. Die Preise liegen bei 7-10 Euro für ein Hauptgericht, 3-5 Euro für Nachspeisen und die Getränke (von Bio-Säften bis Cocktails alles vorhanden) liegen auch im üblichen Rahmen.

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- Zur Speisekarte des Restaurant EDEN
- Vegan/Vegetarisches Restaurant ZEST, Leipzig
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Vegan/Vegetarisches Restaurant ZEST, Leipzig

Auf den Besuch des ZEST habe ich mich riesig gefreut! Endlich mal ohne Nachdenken die ganze Karte rauf und runter bestellen! Nun, zumindest fast, denn es es ist nicht alles vegan, sondern es stehen auch vegetarische Gerichte auf der Karte. Die Kritiken im Netz ließen auf Großes hoffen.

Das Restaurant liegt im Leipziger Süden und bietet nur wenigen Gästen Platz. Rechtzeitig Reservieren ist definitiv notwendig. Als wir ankamen, stand auf wirklich jedem Tisch ein “R”- Kärtchen. Die Größe hat aber den Vorteil, dass eine ruhige, fast intime Atmosphäre aufkommt und nicht dieses Kantinengefühl herrscht wie in so manch größerer Location . Die Speisekarte wechselt zweimonatlich und ist übersichtlich, was aber durchaus für die Küche spricht. Es dauerte dennoch eine Weile sich zu entscheiden.


Mein Begleiter entschied sich schließlich für den Seitansbraten in Tamarinden-Balsamico-Jus mit frischen Waldpilzen, Krempolenta mit schwarzen Walnüssen und gebackenen Cherry-Strauchtomaten. Mich sprach die Panko-Tofurolle an, gefüllt mit Pekannüssen und veganem Cheshirekäse mit gebackenem Topinambur mit Koriandersaat, Kumin und Zitronengras und sautierten Pflaumen mit Löwenzahn. Ich habs mir nicht nehmen lassen, beides vor dem Verspeisen zu fotografieren.

Ich finde, der Seitansbraten sieht ziemlich eckig aus, aber – ich durfte probieren – er überzeugte mit herzhaft-rauchigem Geschmack und war angenehm bissfest. Und wenn veganes Fleisch dem echten im Aussehen nachempfunden wird, ist das ja auch merkwürdig. Vielleicht gehört’s auch zum Design :D


Mein Tofurollenturm beeindruckte schon bei Ankunft auf meinem Tisch. Ich glaube, ich habe noch nie so gut gegessen. Es war einfach unglaublich gut! Die Topinambur erinnerten in Aussehen und Konsistenz an Kartoffeln und schmeckten auch ähnlich – nur tauchte im Mund auf einmal so ein leichter, zitroniger Hauch auf und ließ einen kurz innehalten. Ein Traum! Die zarte Kruste der Tofurolle war wunderbar kross, zerging aber auf der Zunge. Die Pflaumen rundeten das Ganze mit einer fruchtig-leicht säuerlichen Note ab. Dass die grünen Blätter Löwenzahn waren, fiel mir gar nicht auf. Sollte man vielleicht öfter essen…


 
Zum Nachtisch gönnte sich mein Tischgegenüber den warmen Schokoladen-Sojaquark-Fudge Brownie und ich bestellte das Schwarzwälderkirscheis mit Schokoladensoße. Ich denke, die Bilder sprechen für sich. Dazu schwärmte mein Begeliter unentwegt bei jedem Bissen von seinem saftigen Brownie, der sich durch ein Maximum an Schokoladengeschmack auszeichnete. Ich durfte wieder kosten und war ebenfalls sofort hingerissen, einfach unfassbar!

Und mein Eis – oh mein Eis! Nicht nur, dass es wie ein Kunstwerk daherkam. Wirklich jeder einzelne kleine Löffel war wie eine kleine süße Explosion für meine Geschmacksnerven, ein absoluter Overkill an fruchtiger Süße mit zartester Sahnigkeit, zurückhaltendem Kirscharoma und dominant-cremiger Schokoladennote.

Die Preise für die Salate/Vorspeisen liegen bei 7 Euro, die Hauptgerichte bei rund 15 Euro. Das Eis und der Brownie lagen bei etwa 3,50 Euro. Keine Studentenpreise, aber keinesfalls unangemessen teuer. Säfte werden frisch zubereitet (man kann ihnen beim Oxidieren zusehen :D ), Cocktails, Wein und Bier gab es auch auf der Karte. Allerdings haben wir darauf verzichtet um unsere Geschmacksnerven nicht abzulenken.

Lieber Koch, darf ich dich heiraten? :)

ZEST – Webseite (Speisekarte ist online)