Ohne Käse kann ich nicht leben! – 2. Update

Den Satz höre ich sehr oft. Und es geht mir da gar nicht anders, ich bin selbst ein absoluter Käse-Junkie! Egal ob Schweizer Käse, Camembert, Blauschimmelkäse oder sonstige Sorten, bis auf Ziegenkäse liebe ich sie alle! Bis zu dem Punkt, an dem mein Veggie-Experiment am Käse scheitern könnte. Deshalb habe ich von Anfang einen Ersatz für dieses Gottesgeschenk gesucht. Und das geht auch vielen Pflanzenfressern so. Wenn man das Netz durchstreift, scheint Käse bei Veganern ein Riesenthema zu sein – verständlicherweise. Und das hat auch die Industrie gemerkt und versucht sich an verschiedenen Käsesorten, die rein pflanzlich sind.

Schnell wurde aber auch klar, dass bei Käseersatz der individuelle Geschmack zählt. Es gibt zwar einige äußerst beliebte Sorten, aber selbst bei denen laufen die Meinungen kilometerweit auseinander. Man muss sich wohl oder übel selbst durchprobieren. Ich teste jetzt einfach die bei der Netzgemeinde beliebtesten Sorten nach und nach, hole nur jeweils 2 Sorten, die etwa vier Wochen vorhalten. Denn die Ersatzis esse ich lieber nur in kleinen Dosen, weil oft so ein Haufen Zeugs drin ist, der nicht wirklich natürlich sein kann. Auch dieses so beliebte und unter Veggies allseits bekannte Rezept,  den Hefeschmelz (zum Überbacken),  habe ich ausprobiert, allerdings bis jetzt mit eher unbefriedigendem Ergebnis.

Hier die Liste der Käse-Ersatzis  (wird stehts akualisiert, also öfter mal reinschauen!)

- Vegusto No-Muh-Chäs Rezent/Würzig – Meine Nummer eins: Die pikante Geschmacksnote gefällt mir extrem gut! Auch Konsistenz ist absolut überzeugend, ich bin echt überrascht, er riecht sogar stinkerig wie Käse! Noch dazu sind die Inhaltsstoffe akzeptabel! Wer es nicht ganz so extrem würzig mag, kann den “Vegusto No-Muh-Chäs Dezent” oder den “Vegusto No-Muh-Chäs Golden” probieren. Der “Vegusto No-Muh-Chäs Classic” ist bei mir hingegen komplett durchgefallen)

- Wilhemsburger Pizzaschmelz (gut auf der Lasagne oder auf Brot, vom Geschmack her sehr mild)

- Vegourmet Santeciano (Der taucht besonders oft in den Foren auf – und zwar zu Recht! Der ist wirklich gut, nicht zu mild, etwas salzig aber wirklich gut, wird sogar braun)

- Vegusto No-Muh-Chäs Melty (würzig, bißchen wie Schmelzkäse. War ganz in Ordnung als Auflaufkäse, aber eigentlich kann man dann auch Hefeschmelz machen)

- SHEESE Smoked Cheddar Style (also der Edamer Style war überhaupt nicht mein Fall, den hab ich nicht geschafft. Der Smoked war aber ok.)

- Cheezly Cheddar Natur (mein allererster Käseersatz, im Laden gesehen und gekauft ohne vorher ins Netz zu schauen.  Großer Fehler, der ging auch gar nicht!)

- TEESE Cheddar (boah, war der schlecht! Weiß nicht ob die anderen Geschmacksrichtungen besser sind? Hat jemand Erfahrung?)

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Ja, ich als alter Käse-Junkie bin ich dem Hype gefolgt und hab sie mir zugelegt: Die Wilmersburger Scheiben, ganz neu auf dem Markt. Dürfte der erste vegane Scheibenkäse sein, soweit ich das überblicken kann, meist wird das Ganze am Stück oder gerieben angeboten.

Er hat sogar Löcher! :D Zum Überbacken ist er laut Packungsaufschrift nicht geeignet. Also einfach Aufschnitt fürs Brot – und da macht er sich auch ordentlich. Vom Geschmack her nimmt er sich gar nix mit dem schon länger erhältklichen Wilmersburger Pizzaschmelz, sehr mild, leicht salzig. Und da ich den schon kenne, war das jetzt nicht so die Überraschung für mich. Ich find ihn ok, er bleibt also auf Platz zwei. Ungeschlagener Spitzenreiter ist immrnoch der Vegusto No Muh-Chäs Rezent/Würzig” und inzwischen habe ich auch den “Vegusto No-Muh-Chäs Golden” probiert, der ist genauso gut, nur nicht so kräftig im Geschmack, was dem ein oder anderem sicher entgegenkommt, mir persönlich gefällt das gut, ich mochte früher auch Camembert der wirklich seeeehr lange reifte ;)

Showdown der Kräuterkäse!

In Sachen Kräuterkäse habe ich zwei vielversprechende Favoriten gegeneinander antreten lassen: den Vegourmet Herbario gegen den Kräuterkäse von Vegusto. Das Ergebnis ist: Unentschieden! Beide gut und ich muss sogar sagen, dass mir inzwischen der “Vegourmet Santeciano” nicht mehr so sehr schmeckt wie früher. Aber mit Kräuternote fand ich ihn wieder okay. Überhaupt ist es wohl ein guter Rat, beim Testen der Käsealternativen lieber mit denen zu beginnen, die zusätzlich gewürzt sind. Selbst der Cheezly, der in “Natur” wirklich gar nicht geht, soll in der Schinken-Variante oder Knobi/Kräuter  vertretbar sein. Auch bei Tofu würde ich jedem, der noch keine Erfahrung damit hat, erstmal Räuchertofu empfehlen. Der schmeckt schon pur, während ein normaler, weißer Tofublock ordentlich ausgedrückt, mariniert und zubereitet werden will. Ich habe schon öfter zu hören bekommen, Tofu schmecke nicht, dabei kommt es dabei ausschließlich auf die Würze an, da er kaum einen Eigengeschmack hat.

Momentan bin ich total scharf auf Nacho-Käse, hab mehrmals versucht ihn selber zu machen - bis jetzt mit mäßigem Erfolg (und ist mir meist auch zu fettig). Im Handel gibts da nur den “Teese Vegan Cheese Nacho”, den ich trotz meiner schlechten Erfahrungen mit Teese gern probieren würde, aber der ist immer ausverkauft. Irgendwelche Tipps? :)

Skinny Bitch – Rory Freedman

Als Diätrategber getarntes Büchlein, das einem mit sehr direkter Ansprache eine Abkürzung zur veganen Ernährung bietet. Das Prinzip ist einfach: Wenn du Müll in dich hineinschaufelst, kommt auch Müll dabei heraus, also Übergewicht und Krankheiten. Es räumt im Schnelldurchlauf mit den Mythen über Kohlenhydrate, Koffein, Zucker und Protein auf und erklärt warum wir alle süchtig nach Käse sind. Was in Fleisch aus Massentierhaltung wirklich alles drin ist und ein paar sehr drastische Beispiele, wie Tiere in dieser unwürdigen Produktionsmaschinerie behandelt werden, schlägt einem wie eine Ohrfeige entgegen.

Die Funktionen der wichtigsten Vitamine finden genauso ihren Platz wie eine Liste verschiedene Inhaltsstoffe und was sich hinter ihren exotischen Namen verbirgt. Eine kleine spirituelle Gehirnwäsche  (“You are what you think”) erläutert Kraft der positiven Gedanken. Der eigene Kopf ist zum Denken zu benutzen und natürlich muss immer brav die Zutatenliste auf den Produkten studiert werden, da Rezepturen auch gern mal geändert werden.

Mir gefiel die deutliche Sprache gut, auch wenn sich manchmal etwas derb ist. Wer nicht gerne liest, findet hier eine gute Zusammenfassung der Gründe, sich von tierischen Produkten zu verabschieden. Und die gehen weit über den eigenen Taillenumfang hinaus. Es geht also nicht darum, eine “dürre Zicke” zu werden, wie der Buchtitel suggeriert. Zudem sind nicht alle Veganer dünn. Aber es gibt im Buch auch einen Modellspeiseplan für einen Monat mit viel Obst und Gemüse, die Richtung wird also gezeigt. Die Kürze des Buches hat den Nachteil, dass einem die Fakten einfach vor den Latz geknallt werden und kein Platz für Erklärungen ist, was es womöglich weniger überzeugend auf Normalesser wirken lässt. Es wird aber mit Quellenangaben gearbeitet und jeder Interessierte kann sich durch die Verweise und Links im Anhang graben.

Was kann man denn da noch essen?

Gute Frage! Nimmt man den Speiseplan eines Normalessers und streicht alle tierischen Produkte, sieht der Rest wahrscheinlich wirklich armselig aus.  PETA hat eine etwas ironische Grafik von dem erstellt, wie man vegetarische oder vegane  Ernährung sieht, wenn man sich noch nicht näher damit beschäftigt hat:

Wenn ich mich als Veganer oute, schauen einen die Leute an, als wäre man in einen Hungerstreik getreten. Da ist zwar was dran, da es eine Art des Protests gegen die Zustände der heutigen Nutztierhaltung ist/sein kann. Aber hungern muss man als Veganer wirklich nicht. :D Für fleischliche Gelüste gibts Ersatz auf pflanzlicher Basis und ansonsten nutzt man die gesamte florale Vielfalt dieser Welt.

Für mich war die Umstellung auf vegan sogar eine Erweiterung meines Speiseplans – und ist eher eine Entdeckungsreise als eine Verzichts-Tortur. Ehrlich gesagt, war das, was ich davor gegessen habe, oft immer das gleiche und nicht sonderlich aufregend. Im Moment probiere ich viel Neues aus, wie Süßkartoffeln oder Quinoa und habe meinen Spaß mit leckeren Früchten und neuen Gewürzen. Ich teste Rezepte und bin machmal erstaunt, welche merkwürdig erscheinden Kombinationen etwas richtig Gutes ergeben (können) Ich habe Kochen vorher gehasst (Zeitverschwendung! Frau am Herd – wie altmodisch!) und jetzt merke ich, dass es gar nicht so kompliziert und zeitaufwendig sein muss und freue mich richtig, weil die Zutaten in der Pfanne so bunt und ansprechend aussehen. Womöglich bin ich nur aus ästhetischen Gründen vegan geworden :D .

Wie viel und vielfältig man als Veganer dann doch noch essen kann, zeigt zum Beispiel diese wunderschöne Seite bei Foodgawker, die sich täglich erweitert. Praktischerweise sind hier auch die Rezepte mitverlinkt. Nicht ganz so perfekt inszeniert, doch nicht weniger nützlich ist die Seite www.was kannstdudenndannnochessen.de .