Pro und Contra Fleischgenuss oder Fleisch- gegen Pflanzenfresser [Link]

Und für alle, die am Sonntag verständlicherweise einfach ausgeschlafen haben und daher die gesamte ZDF-Sendung, die mehrere Aspekte des Thema beleuchtete, nicht sehen konnten, hier nochmal der Link zur Mediathek. Die Beiträge dürften bis kommenden Samstag drin stehen bleiben.

Die Wurst stammt von Amelie

Neben Grilltipps ging es in einem der kleine Beiträgen auch um die Frage, wie ein “guter Umgang mit Schlachttieren” aussehen könnte. Und gerade zu diesem Beitrag (“Die Wurst stammt von Amelie”) würde mich eure Meinung interessieren: Torsten war früher Vegetarier, sieht es jetzt aber als Notwendigkeit, später auch das Fleisch seiner Rinder zu essen…

” Es ist halt ein Nutztier und kein Schmusekätzchen.”

Schaut mal rein!


Pro und Contra Fleischgenuss - ZDF

Jetzt neu: Achtung, Pflanzenfresser auf Facebook
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Was Veganer so essen… und Pflanzenfresser im ZDF am 13.7.2014 um 9 Uhr

Tatsache, der Pflanzismus wird immer präsenter, gerade auch in den Medien. Und “Achtung, Pflanzenfresser!” wird einen klitzekleinen Beitrag dazu leisten. Vor etwa zwei Wochen bekam ich eine sehr freundliche Mail von einer TV-Redakteurin, die mich fragte ob ich in einem kleinen Beitrag mitwirken möchte. Es ginge um die Gretchenfrage “Fleisch – ja oder nein” und die Standpunkte eines Normalessers und Veganers sollen gegenübergestellt werden. Der Ton des Beitrags soll unaufgeregt und sachlich, nicht investigativ-explosiv oder anklagend sein. Mein Blog vertrete ja eine recht tolerante Einstellung, also würde das gut passen: Leben und leben lassen, steht ja schließlich auch direkt in der Headline…

Aber ja, aber nein, aber ja….

Ehrlich, ich wollte sofort ablehnen, einfach weil es hier ums TV geht und so ein Beitrag auch prima nach hinten losgehen kann. Und rückgangig machen kann man es dann auch nicht mehr. Man steht da als unerfahrener Laie vor einer Kamera und erzählt vielleicht vor lauter Aufregung irgendwas, das einem hinterher leid tut. Gerade in der “veganen Szene” könnte man für ein falsches Wort einen schönen kleinen Shitstorm serviert bekommen. Hier auf meinem Blog kann ich mir in Ruhe überlegen was ich wie schreibe, so dass es auch richtig ankommt. Bei einem TV-Beitrag gebe ich jegliche Kontrolle ab und muss nicht nur Vertrauen in mich haben, dass ich alles richtig rüberbringe, sondern auch in das Team, dass am Ende alles so geschnitten und vermittelt wird, wie wir uns das wünschen. Noch dazu habe ich meinen Blog ganz bewusst neutral gehalten und bin ja hier buchstäblich auch als “Jane (Doe)” unterwegs statt mit Realnamen und Foto. Eben weil es mir um die Sache an sich geht und nicht um mich als Person. Andererseits ist es schön, wenn Blogs Persönlichkeit zeigen und wenn der ach so theoretische Veganismus mehr und mehr Gesichter bekommt. Und zwar das gesamte Spektrum – vom Wochenend-Veganer über die Hildmänner bis hin zu den detailversessenen Hardcore-Aktivisten (ja, auch die muss es geben). Es ist nunmal keine uniforme Bewegung, sondern besteht aus zahlreichen Facetten. Für mich persönlich ist es am wichtigsten, dass das Thema unter die breite Masse kommt und dass die Richtung insgesamt stimmt. Das ist der Kern meiner “toleranten Einstellung”. Nach einigem Hin und Her und Rücksprache mit Freunden war dann klar, ich machs halt doch (Tu’s für die Tiere!” sagte eine Freundin ;) ). Letztlich ist es ja auch nur ein 4 Minuten-TV-Beitrag und am Ende mache ich mir – wie so oft – schon wieder viel mehr Gedanken als notwendig. Also schaue ich diesen Sonntag, 13.7. ab um 9 Uhr nägelkauend in die Röhre um das Ergebnis des Drehtages von letztem Wochenende zu erwarten…

Der Dreh selbst war viel entspannter als man denken würde. Ein bißchen Einkaufen (das geht ja noch), ein bißchen Kochen (schon komisch, dabei von einer Linse verfolgt zu werden) und natürlich Reden (der schwierigste Teil…).  Das merklich gut aufeinander eingespielte Team, also Frau Redakteurin, Kamera-Mensch und der ‘Ton in einer Person’ pflegten einen freundschaftlichen Umgangston. Irgendwie war alles genau das, nämlich unaufgeregt. Nichtsdestotrotz war ich selber ziemlich nervös. Zum Einen aus genannten Gründen und zum anderen bin ich zum Beispiel kein großer Koch, sondern probiere einfach nur Rezepte aus. Und mir einen Live-Schlagabtausch mit einem Omni zu liefern, hm, das ist jetzt auch nicht so mein Ding. Die besten Argumente fallen einem ja dann doch immer erst hinterher ein, erst recht wenn man unweigerlich innerlich Omni-Bingo spielt :D. Am liebsten hätte ich wenigstens Alice mit dabei gehabt, aber die musste ja an dem Tag unbedingt mit ihrem Bootcamp-Team einen Sieg abstauben! (Respekt!) Da in dem Beitrag auch ein paar Gerichte von mir gezeigt werden, hab ich euch selbige hier nochmal als Galerie aufbereitet. So sieht man nicht nur, was Veganer so essen, sondern ihr bekommt auch gleich noch das Rezept dazu. :)

Zum Schluss noch ein anderer Sendehinweis: Exklusiv im Ersten: Gequält, totgeschlagen und weggeworfen – Das Leid in Deutschlands Ferkelfabrikenam Montag, 14.7.14, 21.35 Uhr, Das Erste / Eine Reportage von Monika Anthes und Edgar Verheyen

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EDIT: Der Beitrag ist jetzt hier in der Mediathek des ZDF zu finden!

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Pflanzenpower für Sportler: 12 Tipps

Plant Power - bevegt.deDie Kollegen von beVegt.de haben schon vor einiger Zeit ein E-Book herausgebracht, das ihre wichtigsten Ernährungstipps für Sportler zusammenfasst. Also, genaugenommen ist es für Läufer gedacht, denn Katrin und Daniel sind begeisterte Marathon-Junkies. Im letzten Jahr haben sie am berühmten Boston-Marathon teilgenommen. Und als passionierte Läufer haben sie für sich herausgefunden, wie man sich vor während und nach dem Sport energetisiert um eine möglichst gute Leistung herauszuholen. Dieses Wissen haben sie in ihr E-Book gepackt, das ihr auch kostenlos haben könnt, wenn ihr euch für ihren Newsletter anmeldet. In dem Büchlein gehen sie auf pflanzliche Proteinquellen für Sportler ein, den Eisenbedarf, den Bedarf an Kohlenhydraten und den glykämischen Index, und – ganz wichtig – die optimale Regeneration. Inhaltlich und faktisch hab ich hier nix zu meckern. Und es ist alles schön übersichtlich aufgebaut und kompakt gehalten. Wer mehr will, kann  sich den Blog gleich abonnieren und oder bei den beiden auf Facebook vorbeischauen. Das lohnt sich – nicht nur, weil sie so sympathisch sind ;) Abgerundet wird das Ganze mit einer Handvoll Rezepten für Meilenfresser-Aktivisten: Regenerations-Smoothie, Quinoa-Mandel-Proteinriegel und Kichererbsen-Lupinen-Energieriegel zum Selberbauen und ein etwas merkwürdig anmutendes Schoko-Kokos-Energie-Gel – das verstehen nur die Laufschuhe unter euch. :D

Freundlicherweise haben sie mir erlaubt, eines der Rezepte hier für euch zur Verfügung zu stellen – sozusagen als Appetithäppchen!

Regenerations-Smoothie nach Art von beVegt.de

Zutaten (ergibt einen großen Smoothie):

  • Eine Banane
  • 2-3 Datteln
  • 2 EL Haferflocken
  • 1 EL Erdnüsse
  • 1 EL Hanfsamen
  • 300 ml Soja-, Hafer- oder Reisdrink

Zubereitung:
Die Banane schälen und zusammen mit allen anderen Zutaten in einem Mixer mixen, bis ein cremiger Smoothie entsteht. Selbstverständlich kann man die Zusammensetzung  zusätzlich kreativ abwandeln…

Das zweite Free Read kommt von PETA: „Sport und vegan – fit und gesund durchstarten“ heißt die Broschüre. Hier gehts wohl vor allem darum, dem altbekannten Vorurteil entgegenzutreten, dass Sportler mit rein pflanzlicher Ernährung unmöglich so gut performen können wie allesfutternde Kraftmaschinen und Ausdauerhüpfer. Alles Quark natürlich und das fasst die Tierschutzorganisation hier zusammen, komplett mit Ernährungspyramide und exemplarischer Mahlzeitengestaltung.

Weiterlesen:

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Minestrone und Peperonata alla Maren

Meine Freundin Maren und ich kennen uns schon seit der Schulzeit. Sie war viele Jahre abwechselnd in Frankreich und Italien, da sie Kulturen und Sprachen sehr schätzt. Unser Kontakt hat gehalten, obwohl wir uns kaum mehr als einmal im Jahr sehen. Sie schaut sogar ab und an hier vorbei. :D Maren ist selbst keine Vegetarierin, hat mir aber die folgenden zwei Rezepte für meinen Blog geschickt, die sie sozusagen veganisiert hat.  Sie sind nicht schwer zuzubereiten, kommen ohne Zusatzprodukte aus und sind angelehnt an die landestypische Küche Italiens. Ich habe sie natürlich ausprobiert (wenn auch mit weniger Knobi und null Öl) und gebe sie gern an euch weiter. :)

Minestrone d’estateMinestrone d’estate

  • 1 Zucchini
  • 1 Aubergine
  • 4 Tomaten
  • 1 Kartoffel
  • 1 Paprikaschote
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • Gemüsebrühe
  • Basilikum
  • Kräuter der Provence
  • optional: Thymian, Olivenöl

Zubereitung:
Aubergine, Zucchini und Paprika in Scheiben schneiden und diese achteln, Kartoffel schälen, in Scheiben schneiden und diese vierteln. Alles in einen großen Topf mit kaltem Wasser geben. Zwiebel halbieren, Knoblauch schälen und hineingeben. 20 Minuten kochen. Dann einen Esslöffel Brühe und die Kräutermischung ergänzen. Alles kochen, bis das Gemüse gar ist und zum Schluss einen halben Esslöffel Olivenöl hineingeben. Mit Basilikum dekorieren.

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Peperonata alla MarenPeperonata alla Maren

(für 1 Person)

  • 2 große Kartoffeln oder 3 kleine
  • 1 große rote oder grüne Paprikaschote
  • 3-4 Tomaten
  • Knoblauchzehen
  • Zwiebel* (muss nicht, aber kann)
  • Passata di pomodori
  • Olivenöl
  • Meersalz
  • Zitrone

Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden, diese vierteln. Gehäuse der Paprika  entnehmen und Paprika zerstückeln. Am besten auch große Ringe schneiden und diesen achteln. Zwiebel schneiden. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und darin die Kartoffeln und die Paprikastückchen sowie etwas Zwiebel anschwitzen.
Tomaten halbieren und vierteln, in Pfanne hinzugeben. Nach 3 Minuten mit etwas Wasser alles ablöschen und ca.10 Min weiter garen lassen. Dann mit Passata die Pfanne auffüllen und Knoblauchstückchen hineingeben. Nun alles köchelnlassen, bis die Kartoffeln und Paprika gar sind. Zum Schluss einen Spritzer Zitrone und Meersalz ergänzen.

Guten Appetit! :)

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Schon gesehen? Interessante Links und Videos der Woche

Statt mit Texten (es war definitiv zu heiß!!) habe ich hier ein paar Videos und Links für euch, die mich die Tage belustigt und bewegt haben. Und ziemlich witzige darunter noch dazu :) Beginnen wir gleich mit meiner gestrigen Abendunterhaltung: Gabriele Busse “Ein bißchen Schlachten” – sehr pointiert geht es hier um Vorurteile, denen man besonders oft in kleineren Gemeinden begegnet:

Für Vegan.news.de hat sie außerdem den ein oder anderen Absatz geschrieben: “I have a dream that one day all animals are equal (Gabriele Busse)”.
Der zweite Beitrag behandelt Strategien der Lebensmittelvermarktung. Die Vortragende ist eigentlich Schauspielerin, aber die Fakten und die Reaktionen der Zuschauer sind echt. Auf ziemlich kreative Weise werden sie hier mit der Nase drauf gestoßen, wie es sein kann, dass systematisierte Grausamkeit Wirklichkeit wird: es ist das Wegschauen, das dies ermöglicht. Was Hoffnung macht, ist zu sehen, wie zunehmend unwohl sich das Publlikum fühlt…

Auf der Liste der merkwürdigsten Fleischesser-Bingo-Sätze nimmt der hier mindestens Platz drei ein: “Hitler war Vegetarier!”. Wenn euch dies mal begegnet, seid ihr mit dem neuen Video von Der Artgenosse bestens gerüstet. SPOILER: Ist natürlich ziemlicher Bullshit. No offense.

Und obwohl ihr das sicher schon alle gesehen habt: Attila Hildmanns lange beworbenes, dann verschobenes und letztendlich zur besten Sendezeit ausgestrahltes Duell “Vegetarier gegen Fleischesser ” des ZDFs. Ich weise hier nochmal darauf hin, da es vermutlich nur sieben Tage dort online bleiben wird. Inhalt der Sendung: zwei Probanden-Gruppen wird 30 Tage lang Fleisch beziehungsweise fleischlose Kost vorgesetzt. Ergebnis: Fleischlose Ernährung ist gesünder und besser für die Umwelt. Klar, oder? ;) Sonst hätte der Attila das Ding auch nicht so hemmungslos promotet. Achja nochwas, Männer, die fleischlos leben, stinken weniger :D

Und noch mehr Veganitäten im ZDF:”Schluss mit wurstig” Nicole von Vegan-Sein.de kocht mit Reporter Stephan Mündges, der sich am Pflanzismus versucht. Stephan hat während des Drehs zum ersten Mal Räuchertofu und Schwefelsalz probiert. Der Beitrag lief bei “Volle Kanne” und wird Teil einer Reportage sein, die bald auf ZDF Info laufen soll, berichtet sie.

Widerstand gegen SchlachthofFür mich die schönste Nachricht der Woche: “Bernburg: Italienischer Investor gibt Schlachthof-Pläne auf”: Hier war der Bau eines Riesenschlachthofs geplant – wohlgemerkt im Nutztierärmsten Bundesland überhaupt, soll heißen: die Tiere müssen erstmal herangekarrt werden. 26.000 Schweine sollen hier pro Tag geschlachtet werden. Aber nachdem der Bau zwar erst massiv promotet wurde (mehr Arbeitsplätze etc.), stellte sich schließlich doch heraus, dass dies eine Milchmädchenrechnung ist und neben der Bevölkerung stellten sich sogar die Bauern selbst dagegen. Tierschützer protestierten und eine Bürgerinitiative sammelte 6.069 Unterschriften für einen Bürgerentscheid. Widerstand wirkt doch!

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Essen mit Stil – und Hasenohren

Mr. Longear hat sich zum Feiertag ein kleines Wiesenfrühstück zaubern lassen – im Tabori, einem kleinen Café im Leipziger Theater der jungen Welt. Zufällig auch gerade meine nächste Adresse, denn genau dort sind gerade die Fotos der Fotografin Resa Rot zu bewundern. Klar, dass wir uns gleich dort verabredeten. Alice machte es sich gleich in ihrer Lieblingsecke gemütlich und Mylo legte sich auf den Teppich für ein Nickerchen. Auf der Karte steht hier immer auch ein veganes Gericht und das äußerst entspannte Personal geht auch auf Extrawünsche ein. Arabisches Pesto mit Gnocchi und gerösteten Datteln standen mit Kreide an der Tafel und es klingt genauso gut, wie es war. Ich jedenfalls hab Datteln noch nie so gegessen, eine sehr angenehme süße Note zum sonst dezent gewürzten Mahl. Leider konnte ich nicht herausfinden, was genau Arabisches Pesto eigentlich ist, ich glaube aber, es basiert auf Mandeln.

Während Alice und ich danach vollkommen zufrieden und glücklich auf Sessel und Sofa herumlungerten, zappelte Mr. Longear schon bald auf dem Tisch herum. Ob nicht tolles Wetter wäre um noch zum Palmengarten am Elsterbecken zu gehen, die Sonne scheint doch so schön und der Himmel ist blau….Alice und ich tauschten wissende Blicke. Ein echter Naschhase wie Mr. Longear wäre kein solcher, wenn er nicht schon an den Nachtisch denken würde…und als er an Alices Seite hoppelte und seinen ganzen Hasencharme einsetzte, gab sie schließlich nach….

Auf dem Elsterradweg am Richard-Wagner-Hain steht ein kleiner grüner Wagen, der die Anlieger – und damit meine ich die auf der Wiese platzierten Entspannungswilligen, und von diesen gab es an diesem Tag zahlreiche – mit den notwendigen Getränken und Snacks versorgt. Und obwohl das “Zierlich Manierlich” so klein ist, ist das Angebot vielfältig. Paninis mit verschiedenen Belägen, Eis, verschiedene Smoothies, Kuchen, Stracciatella-Kirsch-Muffins, Süßkartoffel-Curry-Erdnuss-Quiche, Tabouleh und so weiter, also alles, was man so für einen Parkbesuch braucht, wenn man zu den Koch- und Schleppfaulen gehört. Einiges davon ist auch vegan. Mr. Longear hatte darauf spekuliert, doch er machte sich blitzschnell davon, sobald er sein Mango-Eis in den Pfötchen hatte. Er wollte nicht wieder beim Naschen fotografiert werden, es sähe unvorteilhaft aus. Na genau! :D

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Veganismus ist kein Verzicht! Nicht!

Ist es nicht!

Als ich vor fast drei Jahren umgestellt habe, tonnenweise Bücher las und anfing, meine kleine Küche für mehr zunutzen als nur fürs Kaffeekochen, war es tatsächlich so: Der Pflanzismus hatte für mich weniger mit Verzicht zu tun, sondern vielmehr eröffnete sich eine ganz neue Welt mit neuen exotischen, aber auch altbekannten aber kaum genutzen Lebensmitteln und Gewürzen. Ich glaube, ich hatte vorher nur Pfeffer, Salz und Knoblauchpulver im Haus. Bestenfalls noch Basilikum und Oregano. Jetzt steht da auch noch Kurkuma, Kreuzkümmel, Curry, Zwiebelpulver, Endoferm, Muskatnuss, Garam Masala, Rosenpaprika, Hefeflocken und Chilipulver. Meine Regale haben vorher nur Teller beherbergt, jetzt ist alles voller verschiedenfarbiger Bohnen, Linsen, Kichererbsen und Kidneybohnen. Hirse, Quinoa, Polenta, Amaranth, Buchweizen – damit hätte ich früher rein gar nichts anfangen können, jetzt teste ich Rezepte damit. Die einzige Salatsorte, ich ich mochte, war Eisbergsalat (kann ich jetzt nicht mehr sehen) und neben Gurken und Tomaten gabs wohl auch nicht viel mehr an Gemüse, jedenfalls nicht so regelmäßig. Durch die Lektüre der “China Study”, “Eat to Live”, “Anständig essen” und so einigen anderen Büchern bekam ich mehr Appetit auf richtige, nährstoffreiche Lebensmittel. Ich wusste nun, was in Fertigkram drin ist. Und nicht nur in Fertigkram, das Gleiche gilt natürlich auch für Fleisch und Milchprodukte. Die sind zwar auch nährstoffreich, aber bringen aber noch anderes Unerwünschtes mit sich. Nicht zuletzt jede Menge Tierleid, das sich am Ende nicht nur negativ aufs Gewissen, sondern auch auf das “Produkt” auswirkt. Es kommt mir weniger wie ein Verzicht vor, wie bei einer Diät, wo man weiß, man darf dieses oder jenes nicht mehr essen. Es fühlt sich eher wie eine Entscheidung für als eine Entscheidung  gegen etwas an. Das ist der Grund dafür, warum viele Veganer nicht von Verzicht sprechen. Weil man sich so viel Neues erschließt und einem auf den Rest eh der Appetit vergangen ist….

Die Fleischtheke sieht heute irgendwie nicht so vertrauenswürdig aus...

Die Fleischtheke sieht auf einmal nicht mehr so vertrauenswürdig aus… ;)

Ist es doch!

Aber Veganismus ist natürlich Verzicht, auch wenn es sich subjektiv nicht immer so anfühlt. Wenn ich in den Superrmarkt gehe, stehen die Hälfte der Produkte dort für mich außer Frage. Wenn auf Arbeit jemand eine Geburtstagsrunde ausgibt, darf ich zusehen, wie die Kollegen Schokokuchen essen. Wenn ich spontan mit Freunden unterwegs bin, drücke ich die Daumen, dass auf der Karte irgendwas für mich dabei ist (und zwar nicht zum 20. Mal Spaghetti mit Tomatensoße) oder wenigstens der Kellner/der Küchenchef nett ist. Auch auf Reisen sind die kulinarischen Genüsse eher selten auch für Pflanzisten geeignet. Wenn ich einen Jieper auf Waffeln bekomme, muss ich den verschieben und warten, bis ich sie mir selbst zubereiten kann, oder einen Laden finden, wo es welche gibt. Überhaupt hab ich mich essenstechnisch von sofortiger Bedürfnisbefriedigung verabschiedet. Das alles kann ganz schön anstrengend werden, vor allem wenn man so verwöhnt/gewöhnt ist, dass sonst immer alles sofort verfügbar zu sein hat. Unsere Welt ist ja voller Angebote und Möglichkeiten. Es geht vielmehr darum, wie man leben will, wie man sich entscheidet. Es ist auch Verzicht, nicht zu rauchen, oder ohne Umgucken die Straße zu überqueren. Verzicht, ja. Aber die Frage ist doch, will ich das überhaupt, brauch ich das, will ich das unterstützen? Wenn es ausreichend Alternativen gibt? Natürlich nervt es manchmal, aber andere Sachen nerven ja auch gelegentlich. Das ändert nichts daran, dass ich mich für etwas entscheide. Jeden Tag neu. Denn ich will daran eben nicht teilhaben, ich will zeigen, dass man auch als Pflanzlist nicht vom Fleisch fällt *ahem*, dass diese system-inherente Grausamkeit total unnötig ist. Und das würde nicht funktionieren, wenn ich meinen Fleischkonsum nur reduzieren würde. Denn heutztage “reduziert” ja jeder seinen Fleischkonsum (und vergisst dabei seine Frühstückswurstbrötchen) und isst “nur noch Bio”. Das ist eine zu subjektive Einschätzung und beweist gar nichts. Reiner Pflanzismus jedoch rüttelt an so einigen Mythen, wie Milch mache stark, tierisches Protein brauche man zum Leben und so weiter. Es hinterfragt Traditionen, es schreit nach Veränderung, es provoziert und demonstriert – ohne einen Laut. Subtil, aber nicht wirkungslos. Deshalb zählt jeder Veganer, jeder 30 Tage-Challenger, jeder Veggie-Tag in der Kantine. Es geht auch anders, heißt die Botschaft. Und wir wollen es anders, bezeugt die Umsetzung.

Wie empfindet ihr das? Ist Veganismus mehr Verzicht für euch? Oder habt ihr mehr gewonnen als verloren?

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